Zinsängste, Ost-Konflikt und Corona-Sorgen als Belastungsfaktoren


Auch nach den Osterfeiertagen sehen sich Krypto-Investoren mit zahlreichen Belastungsfaktoren konfrontiert. Dominierend ist und bleibt dabei vor allem die Sorge über zu rasche Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Die Inflationsentwicklung in den USA gibt dem Währungshüter nach wie vor zahlreiche Argumente an die Hand, um einen straffen Zinserhöhungszyklus in die Wege zu leiten. Konkret könnte dies bedeuten, dass bereits auf der kommenden Mai-Sitzung um 0,50 Prozentpunkte das Zinsband nach oben korrigiert wird und damit doppelt so schnell wie zuletzt in Aussicht gestellt. Über Geschwindigkeit und Ausmaß sind sich die Notenbanker als auch Börsianer offensichtlich noch nicht einig. Eine noch restriktivere US-Geldpolitik dürfte noch nicht im Markt eingepreist worden sein.

Geopolitische Risiken reißen nicht ab - China-Sorgen trüben Wirtschaftsperspektiven


Zu den seit Monaten schwelenden Zinssorgen sind es auch die geopolitischen Risiken, welche nicht nachlassen wollen. Von einem Kriegsende bzw. einer Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine kann bis heute nicht die Rede sein. Auch wenn die Kriegsangst mittlerweile nicht mehr das dominierende Thema an den globalen Finanzmärkten ist, besitzt diese jedoch immer wieder das Potenzial, Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen und die Kauflaune somit zu drosseln.

Nicht zuletzt sind es die sich zuletzt verstärkenden Corona-Sorgen in Shanghai, welche Anleger auch hierzulande als auch jenseits des Atlantiks nervös stimmen. Die Sorgen vor wirtschaftlichen Folgeschäden angesichts des Corona-Lockdowns in der Finanz- und Wirtschaftsmetropole Schanghai weckt zusehends Erinnerungen an März 2020 und damit an den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in der westlichen Welt.

US-Inflation bleibt zweischneidiges Schwert für die Märkte


Die Inflationsentwicklung in den USA als auch in der Eurozone bleibt für Krypto Assets nach wie vor von hoher Bedeutung. Die in der vergangenen Woche veröffentlichten US-Teuerungsdaten hatten den Wert aus Februar (7,9 Prozent) mit 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat wiederholt übertroffen. Der Verbraucherpreisindex notiert damit auf dem höchsten Stand seit rund vier Dekaden, was die Alarmglocken der Notenbanker erneut schrillen lässt. Der Ton der US-Notenbank dürfte sich in den kommenden Wochen in puncto Zinserhöhungszyklus deutlich aggressiver ausgestalten und damit auch vor allem riskante Anlageklassen wie Krypto Assets unter Druck setzen.

Börsenampeln bleiben weiterhin auf "Rot"


Das oben genannte makroökonomische Spannungsfeld dürfte auch in den kommenden Tagen und Wochen weiterhin tonangebend sein. Auch wenn kurzfristig immer wieder Erholungstendenzen zu beobachten sind, dürften sich diese am Ende des Tages als ein klassisches Strohfeuer entpuppen. Angesichts einer derart überverkauften Marktlage bleiben auch aus technischer Sicht kurzfristige Erholungen jedoch immer wieder möglich. Die Börsenampeln bleiben übergeordnet somit vorerst auf Rot. Für eine nachhaltige Trendwende bleibt aus charttechnischer Sicht die Eroberung des 200-Tage-Durchschnitts bei rund 48.100 Dollar elementar.