Die 200-Tage-Linie hat sich nach dem Kursrutsch des Bitcoin Ende September als Widerstand nach oben etabliert. Zuletzt hat sich der Kurs aber immer weiter von ihr entfernt. Charttechnisch rückt ein "Death Cross" - ein "Todeskreuz" - beim Bitcoin nun immer näher. Dieses Szenario, bei dem die 50-Tage- unter die 200-Tage-Linie fällt, gilt als Zeichen für schlechten Kursverlauf in der Zukunft. Allerdings: Beim letzten "Death Cross" Ende März 2018 trat zunächst einmal genau das Gegenteil ein. Der Bitcoin stieg im April 2018 um 50 Prozent, die Preise der Altcoins explodierten sogar noch mehr. Mittelfristig fielen sie dann aber doch. Ende 2018 stand der Bitcoin um 50 Prozent tiefer als zum Zeitpunkt des "Death Cross".

Aktuell erscheint eine konträre Entwicklung wahrscheinlicher, also ein kurzfristiger Kursrückgang und danach eine sehr deutliche Aufwärtsbewegung. Es wurde aber schon mehrfach erwähnt, dass kurzfristige Kursprognosen beim Bitcoin sehr schwierig sind. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass nach einem Unterschreiten des Unterstützungsbereichs bei 7500 US-Dollar der Preis bis in den unteren 6000-Dollar-Bereich fallen könnte. Für Anleger, die den Kursaufschwung des Bitcoin in diesem Jahr verpasst haben, wären das dann wieder sehr günstige Kaufpreise. Andere Analysten weisen darauf hin, dass in Bullenmärkten der Bitcoin von seinen zwischenzeitlichen Höchstständen immer um 40 Prozent korrigiert hat. Dies sei auf dem aktuellen Niveau um 8000 Dollar bereits der Fall und würde bedeuten, dass die Tiefststände erreicht sind.

Riesen-Hebel auf Bitcoin


Mit Binance ermöglicht nun eine der größten Kryptobörsen auf seiner Futures-Plattform Hebel von bis zu 125 auf den Bitcoin. Das bedeutet, dass ein Trader mit einem Einsatz von 1000 Dollar an der Preisentwicklung von Bitcoin mit einem Gegenwert von 125 000 Dollar partizipieren würde. Laut Binance stehen dahinter ein ausgeklügeltes Risiko- und Liquidationsmodell und eine schnelle Handelsplattform. Der Anbieter will sich so von der Konkurrenz absetzen - was zunächst auch gelingt. So wurde etwa am 15. Oktober beim Futures-Produkt von Binance ein Handelsvolumen von 700 Millionen Dollar generiert. Die mit großem Tam-tam gestartete Futures-Börse Bakkt erzielte am gleichen Tag nur einen Umsatz von 81 000 Dollar. Allerdings: Man kann diese Entwicklung auch kritisch sehen. Denn ob bei den enormen Marktturbulenzen, die beim Bitcoin immer wieder zu beobachten sind, das Risikomanagement bei Binance auch greift, muss sich erst noch zeigen. Auch die damit gestiegenen Möglichkeiten zur Marktmanipulation sind nicht von der Hand zu weisen.

Altcoins mit Outperformance


Die bessere Kursentwicklung der meisten großen Altcoins gegenüber dem Bitcoin setzt sich fort. Dieser Trend ist seit Mitte September zu beobachten. So konnten die in der vergangenen Woche vorgestellten XRP, die Kryptowährung von Ripple, um neun Prozent zulegen, während der Bitcoin gleichzeitig fünf Prozent abgab. Trotzdem erscheint ein Coin-Picking, also eine Investition in ausgewählte Altcoins, derzeit nur in geringem Ausmaß sinnvoll. Denn bei einem fallenden Bitcoin werden auch die Altcoins in Mitleidenschaft gezogen. Da nützt es dann wenig, wenn sie im Abschwung ihre Outperformance beibehalten.