Krypto 1x1: Drei Kennzahlen zur Bitcoin-Bewertung - wie sich daraus Preise von 535.000 Dollar ergeben - 01.04.21 - BÖRSE ONLINE
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Krypto 1x1: Drei Kennzahlen zur Bitcoin-Bewertung - wie sich daraus Preise von 535.000 Dollar ergeben

Krypto 1x1: Drei Kennzahlen zur Bitcoin-Bewertung - wie sich daraus Preise von 535.000 Dollar ergeben
01.04.2021 07:08:00

Lohnt es sich noch in den Markt einzusteigen, fragen sich viele an Kryptowährungen interessierte Investoren. Laut dem Krypto-Asset Manager 21Shares helfen drei Kennzahlen dabei, das langfristige Wertschöpfungspotential von Bitcoin einzuschätzen. BÖRSE ONLINE berichtet. Von Jürgen Büttner

Viele Bitcoin-Besitzer, aber auch Nicht-Besitzer fragen sich, was der wahre Wert der größten Kryptowährung ist und wie sich dieser berechnen lässt. Manche Marktteilnehmer vertreten dabei den Standpunkt, dass sich der innere Wert nicht bestimmen lässt. Eine andere Ansicht vertreten die Analysten von 21Shares. Laut einem aktuellen Research-Bericht des Schweizer Krypto-Asset Managers gibt es im Wesentlichen drei Bewertungsmethoden, die wir nachfolgend vorstellen.

1. Marktanteil (Market Sizing)


Laut 21Shares hat Bitcoin viele Ähnlichkeiten mit Gold, weshalb Bitcoin auch als "digitales Gold" bezeichnet wird. Den Marktanteil (Market Sizing) bzw. den gesamten potenziellen Markt von Bitcoin (total addressable market) errechnet man, in dem man Bitcoin der Marktkapitalisierung von Gold gegenüberstellt: Wenn Bitcoin den Marktwert von Gold erreicht, wird jeder Bitcoin ungefähr 535.000 Dollar (etwa 454.000 Euro) wert sein. Dieser Wert ergibt sich durch eine Teilung des Wertes des gesamten auf dem Markt verfügbaren Goldes (10 Billionen Dollar) durch die Zahl der in Zirkulation befindlichen Bitcoins (18,6 Millionen).

Bei einem Marktwert wie Gold sind Bitcoin-Preise von 535.000 Dollar drin


Die Analysten von 21Shares sind überzeugt, dass Bitcoin das Potential hat, den Wert von Gold zu übertreffen. Dafür gibt es aus ihrer Sicht gute Gründe. So sei die digitale Währung leichter aufzubewahren und zu transportieren (Bitcoin im Wert von Milliarden Dollar können auf einem USB-Stick gespeichert werden), was vor allem in einer Zeit von Social Distancing und geschlossenen Grenzen große Vorteile bringe. Die Bitcoin-Blockchain sei zudem durch ihren Manipulationsschutz, ihre Quelloffenheit und die Möglichkeit der universellen Verifizierung technisch absolut auf der Höhe der Zeit.

Im Gegensatz zu Gold verfüge Bitcoin über einen vorhersehbaren Vorrat von 21 Millionen Einheiten, der in etwa 119 Jahren aufgebraucht sein werde, und der seit der Einführung von Bitcoin alle vier Jahre um die Hälfte abnehme. Berücksichtige man noch, dass der Bitcoin-Technologie bemerkenswerte Innovationen wie Lightning Network und Stacks zu verdanken seien, und selbst die Human Rights Foundation die Vorteile eines zensurresistenten Geldsystems zum Schutz der Menschenrechte erkannt habe, lasse sich argumentieren, dass Bitcoin besser sei als Gold.

Die Vorteile von Gold haben für 21 Shares in erster Linie mit seiner deutlich längeren Geschichte als Wertanlage zu tun, die sich in einem tausende Jahre langen Testlauf bewährt habe. Gold weise eine deutlich höhere Liquidität auf und sei weniger volatil als Bitcoin. Bitcoin hingegen sei ein junges, aufstrebendes Wertaufbewahrungsmittel, das seit seiner Einführung um mehr als fünf Milliarden Prozent gestiegen sei.

Bitcoin und Gold im Vergleich


2. Nicht realisierter Nettogewinn und -verlust


Die zweite Bewertungsmethode trägt den einprägsamen Namen "nicht realisierter Gewinn und Verlust" (Net Unrealized Profit and Loss, NUPL). Das Schöne an der Bitcoin-Blockchain ist laut 21Shares, dass alle Transaktionen (obwohl diese unter Pseudonymen stattfinden) transparent einsehbar sind und man dadurch mögliche Einblicke über die Psychologie von Bitcoin-Investoren erhalten könne. Das NUPL-Verhältnis misst einfach ausgedrückt die Gewinn- und Verlustrechnung von Bitcoin-Investoren.

Diese Kennzahl hat sich als hilfreich erwiesen, um die Stimmung der Investoren zu bewerten und die Höchst- und Tiefststände des Bitcoin-Preises in den letzten zehn Jahren zu identifizieren. Der vorhandene Messwert der Marktkapitalisierung ist insofern unzureichend zur Messung der Investorenstimmung, weil er unterschiedliche Zeitpunkte miteinbezieht, zu denen Bitcoin gehandelt wurde, so 21Shares. Das Instrument der realisierten Kapitalisierung (realized capitalization) hingegen misst die aggregierte Kostenbasis jedes noch nicht verkauften Bitcoin.

Das ist deshalb entscheidend, weil nicht alle Bitcoins die gleiche Kostenbasis haben: aufgrund des starken Anstiegs des Kurses der letzten Jahre könnten zwei Bitcoins im Januar 2017 zu einem Preis von je 1.000 Dollar gehandelt worden sein, wohingegen sie im März 2021 einen Gegenwert von je 53.000 Dollar haben. Die Formel für das NUPL-Verhältnis lautet: Realisierte Cap (realisierte Kapitalisierung) minus Market Cap (Marktkapitalisierung) geteilt durch Market Cap.

21Shares erinnert daran, dass Investieren auch das Studium dessen ist, wie sich Menschen im Umgang mit Geld verhalten. Das Niveau des NUPL-Verhältnisses kategorisiert die Stimmung der Investoren in fünf Bereiche (siehe Grafik): Der rote Bereich steht für Kapitulation, Orange für Hoffnung oder Angst, Gelb für Optimismus oder Angst, Grün für Glaube oder Leugnung und Blau für Euphorie oder Gier.

Die Entwicklung des NUPL-Kurses seit 2011


Als konkretes Beispiel verweist 21Shares auf Mitte März 2020, als aufgrund der Covid-19-Pandemie der Preis von 7.000 auf 4.000 Dollar abstürzte, um eine Woche wieder über 6.000 Dollar zu springen. Die nächste Grafik veranschaulicht den Einfluss der Pandemie auf das Investorenverhalten: die kurzfristigen Händler kapitulierten und verkauften (Kapitulation), während langfristige Investoren Hoffnung schöpften, Bitcoin zu einem vergünstigten Preis kaufen zu können (Hoffnung).

3. Der Technologie-Lebenszyklus


Die dritte Bewertungsmethode nimmt den Lebenszyklus der Bitcoin-Technologie in den Fokus und stützt sich auf das soziologische Modell der (technologischen) Adaption nach Everett M. Rodgers. Das Modell unterscheidet zwischen unterschiedlichen Phasen der Akzeptanz einer innovativen Technologie, und zeigt, dass Kryptowährungen erst in den Kinderschuhen stecken.

Laut Daten der Cambridge-Universität gibt es weltweit etwas mehr als 100 Millionen Krypto-Nutzer. Das sind 2,5 Prozent aller Internetnutzer (4,6 Milliarden Menschen), die man als mögliche Nutzer von Bitcoin empfänglich wären, da man eine Internetverbindung benötigt, um auf Kryptoassets zugreifen zu können.

Das Technologieadaptions-Modell beschreibt, in welchem Ausmaß neuartige Entwicklungen von verschiedenen gesellschaftlichen Kohorten akzeptiert werden und unterscheidet dabei nach demografischen und psychologischen Merkmalen. Wie die unten abgebildete Glockenkurve zeigt, werden Erstnutzer neuer Innovationen als "Innovatoren" bezeichnet, gefolgt von den "Early Adopters". Danach folgt eine "frühe" und eine "späte" Mehrheit, die ab einer gewissen Praxisreife und Vollständigkeit mitmischt. Als letztes folgt die Gruppe der "Nachzügler".

Dass erst 2,5 Prozent aller Internetnutzer Kryptoassets nutzen, zeigt laut 21Shares, dass wir uns erst in der "Innovatoren"-Phase befinden und Kryptoassets somit noch lange vom Mainstream entfernt sind. Das bedeute allerdings nicht, dass Kryptowährungen nicht "ankommen", wie Investments bedeutender Marktteilnehmer wie Paul Tudor Jones, Ruffer, und die Universitäten Yale und Harvard eindrucksvoll bewiesen.

Bitcoin-Stand im Technologieadaptions-Modell


Die Annahme, dass man als möglicher Investor 12 Jahre nach der Schaffung der Bitcoin zu spät dran ist, sei also weit gefehlt. Aus der Sicht von 21Shares ist klar, dass Kryptowährungen erst am Anfang ihres Adaptions-Lebenszyklus stehen. Gewissheit hierüber schafft der Vergleich mit einer anderen innovativen Technologie: dem Internet. 1997 waren gerade einmal 100 Millionen Menschen online, so viele, wie 2021 Kryptowährungen nutzen. Der Werdegang des Internets zeige eindrucksvoll, wohin die Reise noch gehen könnte.

Adaptionskurven-Vergleich von Bitcoin und Internet


Eine weitere interessante Perspektive eröffne der Blick auf den Markt der Vermögensverwaltung. So investierten Vermögensverwalter laut einer Umfrage unter 620 Finanzberatern und Bankiers, die mehr als drei Billionen US-Dollar an Privatkundenvermögen verwalten, ein Prozent des Privatkunden-Portfolios in Krypto-Assets. Drei Prozent der Portfolios liegen aktuell in Gold investiert, und Bitcoin könnte diesen Anteil nach Ansicht von 21Shares auf lange Sicht übertreffen.

Beachte man, dass im globalen Vermögensverwaltungsmarkt nach Angaben der Boston Consulting Group ein Vermögen von 89 Billionen Dollar liegt und aktuell nur 2,5 Prozent des gesamten Krypto-Marktes aus institutionellen Investitionsinstrumenten bestehen, werde eines klar: Im Krypto-Markt steckt in Sachen Vermögensverwaltung gewaltiges Potenzial!

Asset-Allokation von Individuen mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar



Bildquelle: BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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