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INTERVIEW

Kurseinbruch bei Bitcoin: Wie geht es bei Kryptowährungen weiter, Herr Valek?

Kurseinbruch bei Bitcoin: Wie geht es bei Kryptowährungen weiter, Herr Valek?
08.02.2018 04:09:00

Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist am Dienstag eingebrochen. Bei der Kryptobörse Bitstamp stand die Cyber-Devise zeitweise unter der Marke von 12.000 US-Dollar, ein Minus von rund 18 Prozent. Mark Valek (rechts, mit Demelza Hays) vom Liechtensteiner Vermögensverwalter Incrementum über die Gründe für den Rückgang, die Regulierung und die Aussichten für Bitcoin und alternative Kryptowährungen wie Ripple, sogenannte "Altcoins". Von Floriana Hofmann

Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin ist am Dienstagmorgen um zeitweise 18 Prozent eingebrochen. Was steckt dahinter?


Kryptowährungen sind die wohl volatilste Anlageklasse überhaupt. Man sollte sich nicht über Kursschwankungen in diesem Ausmaß wundern. Wenn Kurse exorbitant steigen können, fallen sie auch entsprechend schneller, sobald der Markt umdreht. Man kann sicherlich Begründungen für die aktuelle Kurskorrektur suchen und finden. In den Medien wird vor allem auf das Vorgehen Chinas und Südkoreas gegen Miner und Spekulanten verwiesen. Aus markttechnischer Sicht ist eine Bereinigung einfach überfällig gewesen. In den letzten Monaten haben sich die Dinge überschlagen und eine Abkühlung der Kurse, sowie der spekulierenden Gemüter, ist wohl für den Markt durchaus etwas Gesundes.


Der Bitcoin hat viele Fans in Südkorea. Die Regierung denkt offenbar über ein komplettes Verbot der Kryptowährung nach. Was würde das für den Bitcoin bedeuten?


Südkorea ist in der Tat ein wichtiger Handelsplatz, wenn es um Kryptowährungen geht. Zuletzt gab es widersprüchliche Nachrichten, was die dortigen Regulierungen angeht. Ein komplettes Verbot von Währungen ist wohl in der Praxis nicht ganz so einfach. Der Flaschenhals sind oftmals die Börsen. Es ist jedoch für ein einzelnes Land unmöglich, alle Börsen zu regulieren. Einige wichtige Börsen sind zuletzt Richtung Japan ausgewichen, da dort eine freundlichere Regulierung herrscht.


Auch in China droht eine strengere Regulierung. Wie würde sich das auf den Bitcoin-Handel auswirken?


Wir haben in unserem "Crypto Research Report" (mit Demelza Hays, links im Bild) dargelegt, dass die beiden größten Risikofaktoren für Kryptowährungen rechtlicher und technologischer Natur sind. Bislang haben die Regulierungen, welche in China in den vergangenen Jahren schon eingeführt worden sind, dem Kursverlauf nicht nachhaltig schaden können. Um verstehen zu können, was hinter dem Kampf gegen Kryptowährungen steht, ist es wichtig, dass man die Bedeutung des Geldmonopols des Staates versteht: Ein ungedecktes Geldsystem ermöglicht permanente Verschuldung, welche durch Geldmengenausweitung finanziert wird. Dieses, seit der Aufhebung der Golddeckung 1971 überall vorherrschende, System gibt den Staaten extrem viel Macht, sofern die Geldschöpfung nicht von einer wirklich unabhängigen Notenbank eingeschränkt wird. Daher werden Staaten weiter versuchen, konkurrierenden Währungen das Leben schwer zu machen.

Bundesbank-Vorstandsmitglied Joachim Wuermeling sprach kürzlich von einer möglichen Regulierung in Deutschland, etwa im Verbraucherschutz oder in Steuerfragen. Wie würde sich das für deutsche Besitzer von Bitcoin auswirken?


Auch wenn man meinen könnte, dass in China die Uhren unterschiedlich ticken als in Deutschland: Wenn es ums Geldmonopol geht, gibt es Gemeinsamkeiten. Beide Staaten möchten dieses tunlichst behalten. Der Staat hat natürlich die Macht, den Haltern alternativer Währungen das Leben schwer zu machen. Wie weit er dabei gehen kann, hängt letztlich vom Volk ab. Wie Wuermeling zuletzt richtig bemerkt hat, liegt es bei Kryptowährungen nicht in der Macht einzelner Nationalstaaten, das Phänomen verhindern zu können. Die internationale Kooperation der Regulatoren wird wohl voranschreiten, um das Geldmonopol etwas zu verlängern. Was Staaten wahrscheinlich versuchen werden, ist die Rechtsunsicherheit bei Kryptowährungen zu bereinigen sowie die Gewinne "angemessen" zu besteuern. Beides wird die Community zuerst nicht begeistern. Aber auf lange Sicht ist es sicherlich von Vorteil, wenn man sich als Anleger nicht im rechtsunsicheren Raum bewegt. Gerade viele Krypto-assets der dritten Generation verhalten sich viel weniger wie Währungen als etwa Bitcoin - sondern eher als Wertpapiere. Dass der Regulator da aufmerksam und tätig wird, ist selbstverständlich.

Auf Seite 2: Kommt jetzt der Crash?



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Bildquelle: Incrementum AG

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