EURO AM SONNTAG-TITEL

Aktienmärkte mit Potenzial: Top-Gewinne mit Indexfonds

Aktienmärkte mit Potenzial: Top-Gewinne mit Indexfonds

WKN: A116ZE ISIN: US31832R1095 Firma Holdings Corp

0,01 USD
0,00 USD 11,08 %
04.10.2019 - 17:20
09.04.2019 03:30:00

Unterbewertete Börsen verheißen langfristig hohe Gewinne. Viele dieser Regionen lassen sich über ETFs ins Depot holen. Von Christoph Platt und Andreas Hohenadl, Euro am Sonntag



Unerforschte Gebiete sind auf der Erde heutzutage rar. Auf den Landkarten gibt es nur noch wenige weiße Flecken - jedenfalls für Geografen. Für Investoren ist die Situation etwas anders. Sie müssen sich damit zufriedengeben, dass noch nicht alle Gebiete weltweit erschlossen sind.



Wer als Anleger in die Aktienmärkte einzelner Länder investieren will, hat es heute aber deutlich einfacher als vor 20 Jahren. Mit dem Siegeszug passiver Indexfonds wurden zunehmend mehr Regionen erschlossen. Mittlerweile sind nicht nur die großen Märkte wie die USA, Japan oder Deutschland per ETF zugänglich, sondern auch kleinere wie Mexiko, Mazedonien oder Malaysia.


Die Börsen von mehr als 40 Staaten können direkt via Indexfonds angesteuert werden, dazu kommen rund 25 Nationen, die in breiteren Regionen-ETFs enthalten sind. Für einzelne Länder­investments haben Anleger heute die Wahl aus mehr als 400 passiven Fonds.

Kaufen, lesen, profitieren!

Aktuelle Informationen, gründliche Recherchen, konkrete Empfehlungen: €uro am Sonntag weiß, wie die Finanzwelt funktioniert.

Zu unseren Angeboten


Die Vielfalt der Produkte erlaubt es, sehr flexibel zu investieren und ziel­genau Märkte anzusteuern. Doch mit ­einer großen Auswahl gehen auch Probleme einher. Wenn vieles möglich ist, kann die Orientierung schwerfallen. Brasilien oder Bangladesch? Schweiz oder Südafrika? Kroatien oder Kanada? Welche Regionen sind lukrativ?

€uro am Sonntag gibt Ihnen einen Wegweiser an die Hand, welche Länder das Ziel Ihrer Investments sein sollten. Grundlage dieser "Reiseempfehlung" ist die aktuelle Bewertung der Märkte. Börsen, an denen die Anleger bereit sind, viel Geld für die Leistung eines Konzerns zu bezahlen, sind überteuert und deshalb eher zu meiden. Märkte, bei denen Anleger viel für ihr Geld bekommen, sind günstig und ergo zu bevorzugen.

Prinzipiell ist es sinnvoll, sein Kapital breit zu streuen. Nur so lässt sich die Abhängigkeit von einzelnen Investments reduzieren, das Risiko auf viele Schultern verteilen. Trotzdem dürfen Neigungen erkennbar sein, indem ausgewählte Regionen beigemischt werden.

Um die Attraktivität eines Aktienmarkts zu bestimmen, ist der Blick auf seine Bewertung eine gängige Methode. Mehrere Kennzahlen geben darüber Auskunft. Die meisten davon setzen den Kurs einer Aktie in Relation zu den Firmenkennzahlen, etwa zum Gewinn, zum Cashflow oder zum Buchwert. Ein Börsenplatz, dessen Aktien im historischen Vergleich teuer sind, ist infolge dieser Übertreibung risikobehafteter als einer, dessen Aktien im Durchschnitt billig sind.

Die Vermögensverwaltung Star Capital untersucht seit 2003, welche Märkte teuer und welche preiswert sind, um ­daraus Rückschlüsse auf die künftige Performance zu ziehen. Etliche Bewertungskennzahlen fließen in ihre Analysen ein, doch zwei ragen heraus: das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Die erste Kennziffer ist benannt nach ihrem Erfinder Robert Shiller. Der Nobelpreisträger entwickelte eine Kennzahl, bei der das oft genutzte Verhältnis zwischen Aktienkurs und Unternehmensgewinn (KGV) über einen Zeitraum von zehn Jahren geglättet und inflationsbereinigt wird. So wird vermieden, dass sich kurzfristige Schwankungen beim Gewinn stark auswirken und das Bild von der Bewertung eines Unternehmens verzerren. Die Kennzahl wird auch CAPE genannt, was für cy­clically adjusted price-earnings-ratio steht - auf Deutsch: zyklusbereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Die zweite Kennziffer setzt den Buchwert eines Unternehmens, also das gesamte Firmenvermögen, ins Verhältnis zum Aktienkurs. Eine Firma mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von eins ist an der Börse genauso teuer wie der Wert aller materiellen und finanziellen Unternehmensgüter. Normalerweise notiert eine Aktie höher als der Buchwert, weil Leistungen erbracht werden, die das Unternehmen wertvoller machen als die Summe seiner Güter.

"Kurs-Buchwert-Verhältnis und CAPE haben sich als diejenigen Indikatoren herauskristallisiert, welche die stärkste Prognosekraft haben", erklärt Norbert Keimling, Chefanalyst von Star Capital. Die Analysen der Vermögensverwaltung zielen vor allem darauf ab, die langfristige Entwicklung ausgewählter Aktienmärkte abschätzen zu können. "Wir prognostizieren anhand der aktuellen Bewertung und der historischen Daten die mittlere jährliche Rendite der kommenden 15 Jahre", erklärt er. ­Momentan sagt das Modell für diesen Zeitraum für die teuersten Märkte Durchschnittsrenditen von drei bis fünf Prozent voraus, für die günstigsten erwartet es jährliche Zuwächse um mehr als neun Prozent.

Beim Blick auf die 40 wichtigsten Märkte weltweit zeigt sich, dass es zurzeit große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. Die Börsen einiger Staaten sind sehr niedrig bewertet, andere sehr hoch. Besonders teuer sind etwa Indien, Dänemark und die USA. Auffallend günstig sind Russland, die Türkei und China. Auf den folgenden Seiten stellt €uro am Sonntag die billigsten Märkte aus verschiedenen ­Regionen vor und empfiehlt passende ETFs. Zusätzlich erfahren Anleger, wie die bedeutendsten Märkte einer Region einzuschätzen sind.

Außer deutlichen Bewertungsunterschieden offenbart die Analyse noch etwas anderes: "Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass wir uns momentan in einem neutralen Umfeld befinden", sagt Keimling. Weder präsentierten sich die Aktienmärkte in ihrer Gesamtheit als überteuert wie 2007 noch als preiswert wie 2009. Eine weltweite Übertreibung ist also nicht zu erkennen.

Die Analysen von Star Capital geben Hinweise, welche Märkte infolge ihrer Unterbewertung auf lange Sicht wahrscheinlich eine hohe Rendite abwerfen werden. Zwingend ist diese Entwicklung aber nicht. "Teure Märkte können weiter steigen, preiswerte sich schwach entwickeln", gibt Keimling zu bedenken. Die historischen Daten sprächen aber für einen Zusammenhang zwischen günstiger Bewertung und langfristig guter Aktienmarktperformance.

Auf Seite 2: Die einzelnen Regionen im Blick

Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5
Inhalt wird geladen
Zur aktuellen Ausgabe

Weitere Links:


Bildquelle: iStock, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

ETF-Finder

Fondsname:
Fondsgesellschaft:
Fondsart:
Jahresperformance:
Währung:
Gesamtkostenquote:
Benchmark:
Volumen:
Mindestalter:
Sortieren nach:

Nachrichten

  • Nachrichten zu ETFs
  • Alle Nachrichten
pagehit