Gehebelte ETFs: Doppelte Kraft voraus - Das sollten Anleger wissen - 29.11.19 - BÖRSE ONLINE
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Gehebelte ETFs: Doppelte Kraft voraus - Das sollten Anleger wissen

Gehebelte ETFs: Doppelte Kraft voraus - Das sollten Anleger wissen
29.11.2019 01:40:00

Mit speziellen Indexfonds können Anleger mit zweifacher Stärke am Auf und Ab des Marktes teilhaben. Welche Chancen winken, welche Gefahren lauern - und warum zehn mal zwei nicht unbedingt 20 ist. von Christoph Platt, €uro am Sonntag

Für Nautikkenner ist die Sache klar: Wenn ein Schiff Höchstgeschwindigkeit fahren soll, dann gilt das Kommando "Volle Kraft voraus!". Mehr als eine vollständige Auslastung der Maschinen ist eben nicht möglich. Der Finanzbranche ist das zu wenig. Sie hat Produkte auf den Markt gebracht, die mehr leisten als volle Kraft. Sie vervielfachen die Rendite des zugrunde liegenden Investments und lassen den Anleger zweifach, dreifach oder sogar noch stärker an der ursprünglichen Kursentwicklung teilhaben. Derartige Produkte arbeiten mit einem Hebel. Dieser sorgt dafür, dass die Kursausschläge sich verstärken - sei es nun aufwärts oder aber abwärts.

Auf Englisch werden diese Produkte häufig mit dem Zusatz "leveraged" oder kurz "lev" versehen, der auf die Hebelwirkung hinweist. Diesen Zusatz trägt beispielsweise der LevDAX, der be­kannteste gehebelte Index in Deutschland. Er vollzieht die Bewegung des DAX mit zweifacher Intensität nach. Geht der deutsche Leitindex um ein ­Prozent nach oben, dann steigt der Lev­DAX um zwei Prozent - und umgekehrt. Mit dem Lev­DAX ist der Anleger dem Auf und Ab des DAX also besonders stark ausgesetzt.

Will man gehebelt auf Indizes setzen, gibt es mehrere Möglichkeiten, darunter ETFs (Exchange Traded Funds) und andere ETPs (Exchange Traded Products) sowie Zertifikate. Für Anlageprofis kommen CFDs (Contracts for Difference), Futures und Optionen dazu.

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Für Privatanleger sind vor allem ETFs geeignet. Sie verfügen über einen eingebauten Schutz, der nicht vor heftigen Kursbewegungen bewahrt, aber das Anbieterrisiko eliminiert: ETFs sind Sondervermögen. Das heißt, dass das von Anlegern eingezahlte Geld vom Kapital des Anbieters getrennt ist. Im Falle einer Pleite der Gesellschaft ist es sicher, weil es nicht in die Insolvenzmasse fällt.

Dass sich ETFs mit Hebelwirkung vor allem an Privatanleger wenden, zeigt auch die Vorgabe der EU-Richtlinie UCITS: ETFs dürfen maximal mit dem Faktor zwei gehebelt sein. Extremere Multiplikatoren sind anderen Wertpapierarten vorbehalten. Diese Beschränkung dient dem Schutz der Anleger. Denn Hebelprodukte sind eine knifflige Angelegenheit. Noch leicht nachzuvollziehen ist, dass ein Investment mit dem Faktor 2 doppelte Chancen ermöglicht und doppelte Risiken birgt. Doch darüber hinaus sorgt die Konstruktion von Hebelprodukten dafür, dass sich mittel- bis langfristig deutliche Verzerrungen ergeben können.

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Bildquelle: Finanzen Verlag

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