Vermögende Investoren haben ihre Beteiligungen in Private-Equity-Fonds im ersten Quartal des Jahres deutlich reduziert. Deutet dies auf wachsende Sorgen im Bereich der privaten Kapitalanlagen hin?
Mit KKR und Ares zogen gleich zwei Branchenriesen weniger Kapital in ihre Evergreen-Private-Equity-Fonds an. Eine FT-Analyse der Investmentbank RA Stanger belegte diesen Trend und zeigt, dass die Zusagen für solche Fonds gegenüber dem vierten Quartal 2025 um 2 Prozent abnahmen. Im Jahresvergleich stiegen diese zwar um 2 Prozent, was jedoch einen starken Kontrast zu den 55 Prozent aus dem vergangenen Jahr darstellt.
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Sorgen über Bewertungen und Kreditqualität
Im "Private Credit"-Segment zeigt sich der stärkste Rückgang. Hier sank das Fundraising sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem vergangenen Quartal um 30 Prozent. Eine Erklärung liefern die Entscheidungen von Blue Owl und einigen anderen, Rücknahmen bei ihren ersten Retail-Fonds dauerhaft auszusetzen, sowie Abschreibungen bei anderen Unternehmen.
Dadurch zeigt sich, dass in solchen Private-Credit-Fonds die Liquidität ein Problem darstellen kann. Möchte viele Anleger gleichzeitig aussteigen, muss der Fonds entweder Vermögenswerte verkaufen oder Auszahlungen begrenzen. Dieses Warnsignal haben sich die Branchenriesen genauer angesehen und entsprechend reagiert.
"Der Kapitalabfluss aus Private Credit führt zu einem allgemeinen Rückgang des Fundraisings für alternative Anlagen, das sich für 2026 derzeit auf 180 Milliarden US-Dollar beläuft, verglichen mit 211 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025", sagte RA-Stanger-Chef Kevin Gannon.
Konservative Anlagen werden interessanter
Die Sorgen im Software-Sektor wachsen. Aus diesem Grund holen vermehrt Anleger ihr Geld aus hauptsächlich in die Bereiche investierten Fonds zurück. EQT-Manager Gustav Segerberg sagte den Aktionären, dass das Unternehmen über 1 Milliarde Euro mehr eingesammelt hätte, wenn es die Probleme im Private-Credit-Bereich nicht gegeben hätte.
Interessant ist jedoch auch eine weitere Entwicklung: Infrastruktur- und Immobilienvehikel entwickeln sich derzeit gegen den Trend. In Evergreen-Immobilienfonds stiegen die vierteljährlichen Mittelzuflüsse im Jahresvergleich um 25 Prozent. Nach wie vor besitzen Großinvestoren hohe Anteile im KI- und Chip-Sektor. Dennoch ist vereinzelt bereits von einer Blasenbildung die Rede. Dementsprechend könnte sich auch das zweite Quartal in eine ähnliche Richtung entwickeln, sollten Anleger weitere Mittel aus den entsprechenden Fonds abziehen.
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Häufig gestellte Fragen
Warum haben wohlhabende Anleger ihre Private-Equity-Investments reduziert?
Vor allem Sorgen über hohe Bewertungen und die Kreditqualität im Bereich der privaten Kapitalanlagen dürften dabei eine Rolle spielen.
Was belastet den Bereich Private Credit derzeit besonders?
Vor allem der Kapitalabfluss, sinkendes Fundraising und Unsicherheiten rund um einzelne Fonds drücken auf die Stimmung.
Welche Segmente entwickeln sich aktuell gegen den Trend positiv?
Vor allem Infrastruktur- und Immobilienvehikel verzeichnen weiterhin solide Zuflüsse.
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