Donald Trump hat für den Mittwochabend (US-Zeit) eine Rede an die Nation angekündigt. Beendet der US-Präsident dann den Krieg? Die Börsianer rechnen fest damit.
Seit Anfang der Woche verdichten sich die Anzeichen, dass US-Präsident Donald Trump einen Ausweg aus dem Iran-Krieg sucht – und dafür womöglich auch auf einige seiner ursprünglich formulierten Kriegsziele verzichtet.
Trump kündigt Rede zu Iran an
In der Nacht zum Mittwoch kündigte das Weiße Haus nun eine „Rede an die Nation“ an, in der Trump ein wichtiges Update zur Lage geben werde. Der US-Präsident werde die Rede am Mittwochabend um 21 Uhr Ostküstenzeit halten, das entspricht 3.00 Uhr früh in Deutschland.
US-Abzug in wenigen Wochen möglich
Trump erklärte am Dienstagabend vor Reportern, dass die USA ihre Militärpräsenz möglicherweise in „zwei oder drei Wochen“ beenden könnten. „We’ll be leaving very soon“, sagte Trump wörtlich. Es gebe aus seiner Sicht „keinen Grund“, den Einsatz länger fortzuführen. Der Präsident deutete zudem an, dass ein formelles Abkommen mit dem Iran nicht zwingend notwendig sei, um den Konflikt zu beenden. Man könne den Einsatz auch ohne Vereinbarung als Erfolg abschließen.
Trump sieht Ziele erreicht
Trump argumentierte, dass die militärischen Operationen der USA und Israels die Fähigkeiten des Iran stark geschwächt hätten. Sollte das Land über längere Zeit keine nuklearen Kapazitäten mehr entwickeln können, würden die USA unabhängig von einem Abkommen abziehen. „Der Iran muss kein Abkommen schließen“, sagte Trump. „Es ist ein neues Regime. Sie sind viel zugänglicher.“ Teheran sei aber seiner Ansicht nach an Verhandlungen interessiert.
Ansprache bewegt die Märkte
Sollte Trump in der Nacht tatsächlich ein Ende des Kriegs verkünden, würde das an den Börsen weltweit zu einem Kursfeuerwerk führen. Einen ersten Vorgeschmack darauf gibt bereits der Mittwoch: In Japan legte der Nikkei um 5,24 Prozent zu, der Kospi in Seoul sprang sogar um 8,44 Prozent. Südkorea ist ganz besonders von Gas- und Ölimporten aus dem Persischen Golf abhängig. Auch der Hang Seng Index in Hongkong machte Boden gut und gewann 2,04 Prozent.
In Deutschland steht der DAX um 10.33 Uhr 2,27 Prozent im Plus bei 23.194 Punkten, der EuroStoxx 50 steigt um 2,47 Prozent. Im Vergleich dazu bewegten sich die US-Futures am Dienstagabend nachbörslich noch kaum: Sie stehen gerade mal 0,5 Prozent im Plus.
Größte Gewinner im DAX sind die Aktien von Siemens Energy mit einem Kursplus von 6,4 Prozent, vor der Commerzbank und der Deutschen Bank mit 4,7 und 4,5 Prozent. Am Indexende verlieren – trotz sinkender Ölpreise – die Aktien der BASF 1,91 Prozent. Im MDAX, der insgesamt 2,5 Prozent im Plus notiert, legen Salzgitter an der Spitze um 8,6 Prozent zu.
Was passiert, wenn die USA wirklich abziehen?
Ein schneller Rückzug der US-Truppen könnte Risiken für den Ölmarkt reduzieren und geopolitische Spannungen abschwächen. Gleichzeitig bleibt unklar, ob die Lage tatsächlich stabil genug für einen vollständigen Abzug ist. Der Ölpreis war am Vormittag zeitweise unter 100 Dollar gefallen. Um 10.33 notiert das Barrel Brent allerdings nun wieder bei etwa 102 Dollar.
Wenn Trump heute Nacht „liefert“ dürfte sich die Kursrally am Donnerstag vollends entladen. Grüne Vorzeichen am Gründonnerstag – irgendwie passend.
Es bleiben allerdings Fagen offen: Beendet mit den USA auch Israel seine Angriffe auf den Iran? Und halten die Mullahs still, wenn Trump abzieht? Kommt die Golfregion dann wirklich zur Ruhe?
Solange das unklar bleibt, wird Öl nicht nachhaltig unter 100 Dollar fallen. Das Kursfeuerwerk wäre dann verfrüht. Hoffen wir, dass es anders kommt.
So notiert der DAX +++ So steht der Nikkei +++So notiert Gold +++ So notiert Öl (Brent)
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