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Fonds für Problemfälle

Fonds für Problemfälle
14.11.2019 18:00:00

MFS Contrarian Value: Der weltweit anlegende Aktienfonds investiert in 40 bis 50 Titel mit operativen Problemen oder in schwierigen Übergangsphasen. Von Jörn Kränicke

Die letzten Jahre waren sowohl für ­Valueanleger als auch Freunde des Contrarian Stil nicht ganz einfach. Denn Anleger setzen seit Jahren vor allem auf Wachstumswerte und sind kaum auf der Suche nach Schnäppchen. Nun lanciert die altehrwürdige Bostoner Fondsgesellschaft ihre globale Contrarian-Value-Strategie in Europa. In den USA gibt es den von Anne Christine Farstad gemanagten Fonds bereits seit 2016. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf ­Titeln mit operativen Problemen oder in schwierigen Übergangsphasen. Die Pro­bleme können dabei von strukturellen Gründen oder einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Geschäftsmodells herrühren. Farstad kauft solche Aktien aber nur, wenn sie einen Bewertungsabschlag ­gegenüber ihrem inneren Wert, also eine ­Sicherheitsmarge, aufweisen. "Darüber ­hinaus müssen die Bilanzen solide sein, um ausreichend Zeit zu erhalten, damit sich unsere Investmenteinschätzungen auszahlen können", sagt sie. Das Portfolio des Fonds ist konzentriert und besteht üblicherweise aus weniger als 50 Einzelwerten. Aktuell hat Farstad 41 aussichtsreiche Werte selektiert. Dies sind überwiegend Deep-Value-Titel, Firmen im Restrukturierungsprozess sowie Qualitätsaktien von Unternehmen mit vorübergehenden Schwierigkeiten.

Die Titel­selektion von Farstad ist sehr aktiv. Die ­Active-Share-Quote gegenüber dem MSCI World Value Index beträgt 94 Prozent. Dies liegt daran, dass die Expertin gerade auf regionaler Ebene extrem stark vom Index abweicht. Europa ex UK gewichtet sie mit gut 47 Prozent. Im Index sind es nur 12,8 Prozent. Die USA sind statt mit 67 Prozent nur mit gut 26 Prozent gewichtet. Farstad darf mit dem Fonds auch bis zu zehn Prozent in Anleihen investieren, die kein Investment Grade Rating aufweisen. Zudem kann sie bis 20 Prozent Cash halten. Je nach Marktumfeld sind auch Short-Positionen von maximal fünf Prozent erlaubt. Diese würde sie jedoch nicht zur Absicherung einsetzen, sondern bei Titeln mit kaputten Geschäftsmodellen oder bei denen Betrug im Raum steht.

Fazit: Die Ergebnisse der US-Version sind bislang überzeugend. Zudem spricht der sehr aktive Ansatz für den Fonds.

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Bildquelle: Peshkov/Fotolia, BÖRSE ONLINE

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