Elliott Investments mischt Unternehmen am liebsten als aktivistischer Investor auf. Aber Chef und Mitgründer Paul Singer geht auch gerne mal größere Wetten gegen den Markt ein, wie das jüngste 13F-Filing zeigt.
Der aktivistische Investor Paul Singer und sein Investment-Vehikel Elliott Investment Management haben im 4. Quartal 2025 ihren Wetteinsatz gegen den Energie- und Konsumgütersektor massiv erhöht. Wie aus dem neuesten 13F-Filing hervorgeht, verdoppelte Singer die Zahl seiner Puts auf den State Street Energy Select Sector ETF (Kürzel: XLE) von acht auf 16 Millionen Stück im Gesamtwert von nun 715,4 Millionen Dollar. Dieser ETF enthält vor allem Titel aus dem Ölsektor. Die mit Abstand größte Position ist Exxon Mobil, das zuletzt 29,8 Prozent ausmachte, vor Chevron (17,6 Prozent) und Conoco Philips (6,7 Prozent).
Puts auf einen weiteren ETF - und zwei Fonds fliegen raus
Zudem erhöhte Elliott seine Put-Position auf einen Consumer Staples ETF von State Street (Kürzel: XLP) um ein Drittel: Die nun 20 Millionen Puts waren per 31. Dezember 1,55 Milliarden Dollar wert. Größte Position in diesem ETF sind Walmart mit zuletzt 11,7 Prozent, gefolgt von Costco (9,3 Prozent) und Procter & Gamble (7,7 Prozent).
Für den Russell 1000-Index scheint Singer insgesamt pessimistisch gestimmt zu sein: Elliott verkaufte alle Anteile im Wert von 429 Millionen Dollar. Auch der Technologie-Flagship-Fonds Invesco QQQ flog raus – und damit auch dessen Top-Holdings Nvidia, Apple oder Microsoft. Die Position in Nvidia selbst sank um 31 Prozent auf drei Millionen Stücke im Wert von knapp 560 Millionen Dollar.
Ausstieg aus Silber
Auch mit einem weiteren Anstieg des Silberpreises scheint Singer schon Ende 2025 nicht mehr gerechnet zu haben: Elliott verkaufte seine gesamte Position an Wheaton Precious Metals im Wert von 72,7 Millionen Dollar. Schlechtes Timing, wie sich im Nachhinein zeigt, denn danach stieg der Wheaton-Kurs weiter: Seit dem 1. Januar beträgt der Kursgewinn nun schon 23 Prozent.
Die größten Neuzugänge im Portfolio sind ein Anteil an der HDFC Bank im Wert von 7,9 Millionen Dollar und an der FS KKR Corp. im Wert von 3,9 Millionen Dollar.
Die nächste Schlacht: Norwegian Cruise Line
Dagegen taucht Norwegian Cruise Line in dem Dokument noch gar nicht auf: Elliott Investment Management hatte dem Aufsichtsrat des Kreuzfahrtschiff-Riesen in dieser Woche einen Brandbrief geschrieben, in dem der Investor dem Management – wie üblich – strategische Fehlentscheidungen und eine schwache Performance vorwirft und auf Veränderungen drängt. Das bisherige Management sei für „eine Dekade von Fehlurteilen“ verantwortlich. Man halte eine Beteiligung von mehr als zehn Prozent, teilte Elliott mit. Diese wurde aber offenbar erst nach dem 31. Dezember 2025 aufgebaut.
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