US-Konzerne dominieren zwar weiter die Weltbörsen. Doch wer auf laufende Erträge und solide Ausschüttungen setzt, sollte Europa nicht unterschätzen. Denn ein großer Teil der Gesamtrendite kommt diesseits des Atlantiks aus Dividenden – deutlich stärker als in den USA.

Ende 2025 saßen 60 der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt in Nordamerika, nur 17 in Europa. Noch klarer fällt der Unterschied bei der Marktkapitalisierung aus: 76 Prozent entfielen auf nordamerikanische Konzerne, gerade einmal acht Prozent auf europäische Unternehmen. Doch Größe ist nicht alles.

Denn während vor allem die großen US-Techkonzerne bei Ausschüttungen eher zurückhaltend sind, liefern europäische Firmen seit Jahren eine deutlich höhere Dividendendichte. Nach Daten von Franklin Templeton entfielen in den vergangenen zehn Jahren beim MSCI Europe rund 41 Prozent der Gesamtrendite auf reinvestierte Dividenden. In den USA lag dieser Beitrag nur bei 15 Prozent.

Besonders in Sektoren wie Finanzen, Kommunikationsdiensten, Gesundheitswesen und Energie finden Anleger in Europa zahlreiche Unternehmen mit stabilen oder steigenden Ausschüttungen. Genau auf solche Qualitäts-Dividendenzahler setzt auch ein Europa-ETF, der auf 51 ausgewählte Titel fokussiert ist und die Dividenden quartalsweise ausschüttet. Für 2026 wird eine Ausschüttungsrendite von 3,8 Prozent erwartet.

Spannend dabei: In das Portfolio schaffen es nicht einfach nur Hochdividendenwerte. Entscheidend sind auch Qualitätsmerkmale wie Eigenkapitalrendite, Ertragsstabilität, Cashflow-Qualität und ein kontrollierter Verschuldungsgrad. So sollen Unternehmen aussortiert werden, die ihre Dividenden womöglich auf Pump finanzieren.

In den vergangenen drei Monaten legte der Fonds um 5,3 Prozent zu, auf Jahressicht sogar um 14,7 Prozent. Wie Branchen, Länder und Top-Positionen gewichtet sind und um welchen ETF es sich genau handelt, lesen Sie in der neuen Euro am Sonntag.

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