"Wir gehen zuversichtlich in die Berufung", reagierte ein Sprecher Jagdfelds auf die Entscheidung der Zivilkammer des Dortmunder Landgerichts. Das Gericht hatte am Vormittag verkündet, es sehe keinen direkten Zusammenhang zwischen der in Dortmund ansässigen Versicherung Signal Iduna und der von Jagdfeld geltend gemachten Rufschädigung. Daher wies es seine Klage als unbegründet zurück.

Der mittlerweile 73-jährige Geschäftsmann wehrte sich in dem aufwändigen Verfahren gegen Vorwürfe, die ihm der längst verstorbene Sprecher einer Schutzgemeinschaft von Anlegern des geschlossenen Hotel-Adlon-Fonds Fundus Fonds Nr. 31 im Jahr 2011 gemacht haben soll. Diese Vorwürfe hätten seinen Ruf so sehr geschädigt, dass ihm deswegen ein horrender Schaden entstanden sei. Als Prozessgegner wählte er die Versicherung, weil die Vorwürfe mit ihrer Billigung geäußert worden seien. Als Privatmann verlangte Jagdfeld daher von der Signal Iduna rund eine Milliarde Schadenersatz. Der Fonds, mit dem rund 4400 Privatanleger in das Berliner Luxushotel Adlon am Brandenburger Tor investiert sind, verlangte 720000 Euro. Mit dem Urteilsspruch gehen beide leer aus.

Parallelen zum spektakulären Prozess von Leo Kirch gegen die Deutsche Bank


Das allerdings erst mal nur vorläufig. Die Jagdfeld-Partei gibt sich kämpferisch. "Das Urteil wird in der zweiten Instanz keinen Bestand haben", heißt es in einer Erklärung des Unternehmers aus Aachen. Und weiter: "Auch der Prozess von Leo Kirch gegen die Deutsche Bank, zu dem viele Parallelen bestehen, hat gezeigt, dass große Schadenersatzprozesse gegen große Finanzkonzerne über mehrere Instanzen gehen müssen, um am Ende erfolgreich zu sein." In der Tat musste die Deutsche Bank in dem Anfang 2014 abgeschlossenen Verfahren am Ende 927 Millionen Euro Schadenersatz zahlen, die allerdings nicht mehr an Leo Kirch persönlich, sondern an seine Erben gingen.

In dem Verfahren Jagdfeld gegen die Signal Iduna hatten seit Prozessbeginn im Januar 2018 unter anderem hochrangige Vertreter der Versicherung aussagen müssen, darunter der heutige Vorstandsvorsitzende Ulrich Leitermann. Einen zwischenzeitlich vom Gericht unterbreiteten Vergleichsvorschlag, nach dem die Versicherung 20 Millionen Euro an Jagdfeld hätte zahlen sollen, hatte die Signal Iduna abgelehnt. Die Assekuranz hatte bereits im Vorfeld des Prozesses erklärt: "Herr Jagdfeld wird keinen Cent Schadenersatz von der Signal Iduna erhalten." Bislang sieht es so aus, als könnte es genau so kommen.