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Der Ärger mit den Teilausführungen - was die Onlinebroker verlangen

Der Ärger mit den Teilausführungen - was die Onlinebroker verlangen

WKN: 542800 ISIN: DE0005428007 comdirect bank AG

12,72 EUR
0,20 EUR 1,60 %
17.10.2019 - 16:57
17.08.2019 07:55:00

Teilausführungen von Aktienkäufen und -verkäufen können ärgerlich sein, weil sie oft die Summe der Orderkosten in die Höhe treiben. Was Onlinebroker hierfür an verschiedenen Börsen berechnen, beleuchtet die siebte Folge der BÖRSE ONLINE-Serie. Von Stephan Haberer

Wer immer nur DAX-Titel auf der elektronischen Börse Xetra handelt, der bekommt es in seinem gesamten Dasein als Börsianer womöglich nie mit einer Teilausführung zu tun. Denn diese Titel werden hier so oft gehandelt, dass praktisch immer alle Order komplett ausgeführt werden können - wenn denn der Preis stimmt. Zumal es für diese Titel meist einen oder mehrere sogenannte Market Maker gibt, die immer dann einspringen, wenn mal nicht exakt die Anzahl an Aktien zur Verfügung steht, die geordert wurde, oder nicht exakt so viele Aktien von anderen Anlegern abgenommen werden, wie verkauft werden sollen. Das Risiko für die Market Maker ist dabei recht begrenzt, da auf Xetra ständig jemand mit DAX-­Aktien handelt.

Anders sieht es aus, wenn mit Titeln gehandelt wird, die nicht so liquide sind. Wer also auf Papiere setzt, bei denen kaum Handel stattfindet, kann es recht häufig erleben, dass seine Order nicht "an einem Stück" ausgeführt wird, sondern nur in mehreren Tranchen, sogenannten Teil­ausführungen. Im schlimmsten Fall bekommt der Anleger überhaupt nicht so viele Aktien wie gewünscht, oder er bleibt auf einigen Papieren sitzen, weil es dafür keine Abnehmer gibt. Was in beiden Fällen auch damit zu tun hat, dass es für exotische Papiere, die kaum gehandelt werden, meist keine Market Maker gibt.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn man nicht die eigentlich gewünschte Anzahl von Wertpapieren bekommen oder losschlagen kann. Mindestens ebenso ärgerlich ist jedoch, wenn man zwar die gewünschte Anzahl traden kann, dafür aber deutlich höhere Orderkosten zahlen muss als eigentlich veranschlagt. Am ärgerlichsten ist es allerdings, wenn beides zusammenkommt: nicht die gewünschte Stückzahl und dann auch noch höhere Orderkosten ...

Zumindest dieser "Worst Case" kann beim Sparkassen-Broker und bei der ING nicht vorkommen. Diese beiden Institute verlangen für Teilausführungen grundsätzlich gar nichts. Egal, an welcher Börse sie vorkommen.

Die anderen zwölf von BÖRSE ONLINE befragten Onlinebroker sind da weniger großzügig. So rechnet die Postbank grundsätzlich jede Teilausführung wie eine normale Order ab. Lediglich auf Xetra, Tradegate Exchange und Gettex können Teilausführungen kostenlos sein, allerdings nur dann, wenn im Rahmen eines "Best-Execution"-Auftrags der Anleger diese Börse nicht aktiv gewählt, sondern sie vielmehr vom Broker ausgewählt worden ist.

Ebenfalls recht kun­denunfreundlich handhabt die Targobank Teilausführungen. Bei ihr sind sie nur dann kostenlos, wenn sie am gleichen Tag und zum gleichen Kurs ausgeführt werden. Standard bei den übrigen Brokern ist dagegen, dass alle Teilausführungen, die am selben Tag stattfinden, ohne zusätzliche Kosten abgewickelt werden, ganz gleich, ob der Kurs derselbe ist. Bei Comdirect, Degiro, DKB - Deutsche Kreditbank, Flatex, Deutsche-Bank-Ableger Maxblue, Merkur Bank und NIBC Direct ist das im Falle von Orders auf allen in der Tabelle gelisteten Börsenplätzen der Fall, sofern dort über den jeweiligen Broker auch getradet werden kann.

Grundsätzlich ähnlich behandelt auch 1822 direkt, die Onlinetochter der Frankfurter Sparkasse, Teilausführungen. Jedoch sind bei diesem Broker Teilausführungen an der Börse Stuttgart inklusive Euwax immer kostenlos. An allen anderen Börsenplätzen unserer Übersicht gilt bei der 1822 direkt jedoch ebenfalls: kostenlos nur bei taggleicher Ausführung.

Für Kunden der Onvista Bank wiederum sind taggleiche Teilausführungen auf Xetra, an der Börse Frankfurt inklusive Zertifikatebörse Frankfurt, an der Londoner und der New Yorker Börse nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden. Bei Tradegate- und Gettex-Orders kann es laut Aussage der Onvista Bank aus technischen Gründen erst gar nicht zu Teilausführungen kommen. An der Euwax und allen deutschen Regionalbörsen (außer der Börse Frankfurt) wird dagegen jede Teilausführung von Onvista wie eine normale Order abgerechnet.

Am unübersichtlichsten sind die Regelungen bei der Consorsbank: Teilausführungen auf Tradegate Exchange und Gettex sind immer kostenlos, an den Börsen in London und New York werden sie immer wie eine normale Order abgerechnet. Bei Teilausführungen auf Xetra und Euwax, an der Frankfurter Zertifikatebörse sowie an allen deutschen Regionalbörsen entfallen ab der zweiten Teilausführung Grundgebühr und Mindestprovision, es wird jedoch für jede Teilausführung eine Börsenplatzgebühr fällig, die zwischen 1,50 Euro (Xetra) und 2,50 Euro schwankt.

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