SIEBEN-TAGE-FRIST

Einlagensicherung: Schneller ran ans Geld

Einlagensicherung: Schneller ran ans Geld

WKN: 931020 ISIN: US7135693098 Per-Se Technologies Inc.

13.06.2016 07:28:00

Ab 1. Juni erhalten Bankkunden in Deutschland im Pleitefall ihr Erspartes schneller zurück als bislang. So funktionieren die Neuerungen bei der Einlagensicherung. Von Brigitte Watermann

Das Ersparte lieber zu Hause verstecken oder gar im Garten verbuddeln, als es einer Bank anvertrauen? So mancher Bürger im krisengeplagten Griechenland oder in Zypern hat diesen drastischen Schritt schon unternommen. Denn das Vertrauen in die dortigen Banken ist tief erschüttert. In Deutschland dagegen dürften bislang die allerwenigsten zum Spaten gegriffen haben. Damit das so bleibt, gibt es unter anderem das ausgeklügelte System der Einlagensicherung. Zum 1. Juni 2016 tritt eine weitere, für Verbraucher wichtige Änderung in Kraft.

Die Entschädigungsfrist bei der gesetzlichen Einlagensicherung verkürzt sich im Fall einer Bankpleite von 20 auf nur noch sieben Arbeitstage. Damit wird in Deutschland schon jetzt die Vorgabe der EU-Einlagensicherungsrichtlinie vollständig umgesetzt, für die man sich bis 2024 Zeit hätte lassen können. Die Richtlinie greift seit dem 3. Juli 2015 und hatte für die Einlagensicherung in Deutschland und Europa verbesserte Spielregeln aufgestellt. Inzwischen will die EU-Kommission den Sparerschutz weiter harmonisieren und plant mittelfristig einen EU-weiten Sicherungstopf. Aus Deutschland erhält sie deshalb allerdings massiven Gegenwind.

Ob Kunde einer Privatbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank: Alle Einleger in Deutschland haben seither einen Rechtsanspruch auf Entschädigung ihrer Einlagen bis 100 000 Euro pro Kunde und Bank; für Ehepaare mit Gemeinschaftskonto sind es folglich 200 000 Euro. Wer wegen eines besonderen Lebensereignisses - etwa dem Verkauf der selbstgenutzten Immobilie oder der Auszahlung einer Lebensversicherung - zeitweise mehr Geld auf einem Konto hat, genießt noch höheren Schutz: Einlagen von maximal 500 000 Euro bis sechs Monate nach Einzahlung sind gesetzlich geschützt.

Gesichert sind Guthaben auf Giro-, Spar-, Tages- und Termingeldkonten - Zertifikate und andere Schuldverschreibungen fallen nicht darunter. Auch Einlagenzinsen, die zwar aufgelaufen, aber noch nicht gutgeschrieben wurden, zählen dazu. Inzwischen greift die gesetzliche Sicherung unabhängig von der Kontowährung und nicht mehr nur für den Euro oder andere EU-Währungen. Allerdings gibt es im Pleitefall das Geld in Euro zurück.

Gut zu wissen: Bankkunden erhalten ihr Geld grundsätzlich automatisch erstattet. Nur wer bis 500 000 Euro retour möchte, muss noch einen Antrag auf Entschädigung stellen und bestimmte Nachweise erbringen. Kunden von hiesigen Zweigstellen von Banken aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (dazu zählen die EU-Mitgliedsstaaten plus Island, Liechtenstein und Norwegen) bekommen die Entschädigung von der zuständigen deutschen Einlagensicherung und müssen sich nicht mehr an die ausländische Behörde wenden, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Wer etwa von der Pleite der isländischen Kaupthing Bank anno 2008 betroffen war, weiß davon ein Lied zu singen und die Änderung zu schätzen.

Auf Seite 2: Höherer freiwilliger Schutz



Seite: 1 | 2

Nachrichten zu Per-Se Technologies Inc.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen

Aktienempfehlungen zu Per-Se Technologies Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
pagehit