Fest- und Tagesgeld bringen seit Ausbruch des Irankriegs wieder mehr Zinsen. Doch auch die Inflation zog an. Viele Sparer machen daher real Verlust, wenn sie ihr Geld auf niedrig verzinsten Konten liegenlassen. So finden Anleger Angebote mit höherem Zins, deutscher Einlagensicherung und der passenden Laufzeit.
Seit Beginn des Irankriegs sind die Festgeldzinsen deutlich gestiegen – so stark wie seit 2023 nicht mehr, berichtet das Vergleichsportal Verivox. Besonders sichtbar ist das bei einer Laufzeit von zwei Jahren: Dafür zahlen die Banken im Schnitt aktuell 2,25 Prozent per annum, zuvor waren es 2,07 Prozent. Auch die Zinsen für eine Laufzeit von fünf Jahren sind gestiegen; im Schnitt auf 2,37 Prozent p.a.. Für zehn Jahre liegt der Durchschnittszins bei 2,68 Prozent. Die Auswertung von Verivox erfolgte am 29.4.2026.
Beim Tagesgeld in der Breite wenig Bewegung
Auch bei den Tagesgeldkonten zeigt sich eine leichte Aufwärtstendenz, aber insgesamt bleibt das Niveau mager: Bestandskunden erhalten bei den bundesweit tätigen Banken im Schnitt nur 1,32 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld. Sparkassen zahlen laut Verivox im Schnitt sogar nur 0,38 Prozent, regionale Genossenschaftsbanken etwa 0,43 Prozent.
Realzinsen sind negativ
Der Haken für Sparer: Die Inflation liegt in Deutschland aktuell bei 2,9 Prozent. Damit rutschen die Realzinsen vieler klassischer Sparanlagen ins Minus. Nach Berechnungen von Verivox auf Basis der genannten Durchschnittszinsen verlieren Festgeld-Sparer dadurch im Schnitt 0,65 Prozent Kaufkraft (Laufzeit 2 Jahre) bis 0,22 Prozent (10 Jahre). Das bedeutet unter dem Strich: Trotz höherer Nominalzinsen sinkt die Kaufkraft des eigenen Guthabens, solange der Zinssatz unter der Teuerung bleibt.
So holen Privatanleger mehr heraus
Wer Wert auf möglichst hohe Zinsen legt, muss vergleichen. Denn an der Spitze der Zinsvergleiche gibt es deutlich bessere Konditionen: Verivox nennt bis zu 3,2 Prozent für zwei Jahre und sogar bis zu 3,0 Prozent für ein Jahr Festgeld. Beide Angebote, die von der tschechischen J&T Direktbank stammen, finden Sie auch hier im Festgeld-Vergleich von BÖRSE ONLINE.
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So finden Sie das Top-Angebot für Ihr Geld:
1. Passende Laufzeit wählen: Wer Planungssicherheit will, setzt auf Festgeld. Wer flexibel bleiben möchte, nutzt Tagesgeld – muss aber oft mit weniger Zins leben. Schon bei einem Jahr Laufzeit schneidet Festgeld meist besser ab als die Tagesgeld-Konditionen – denn die gelten nur für wenige Monate.
2. Aktionszinsen richtig einordnen: Beim Tagesgeld sind Top-Zinsen häufig Neukunden-Angebote und zeitlich befristet. Danach fällt man oft auf deutlich niedrigere Bestandskundenzinsen zurück. Festgeldangebote gelten in der Regel für alle Kunden; auch die, die schon bei der Bank sind.
3. Deutsche Einlagensicherung beachten. Grundsätzlich sind innerhalb der EU alle Spareinlagen bis zu 100.000 Euro staatlich abgesichert. Wer aber ausdrücklich eine deutsche Einlagensicherung möchte, sollte gezielt nach Banken mit Sitz in Deutschland filtern und nicht nur auf den Spitzenzins schauen.
Blick nach vorn: Die Zinsen könnten weiter steigen
Verivox sieht für die Zinsen noch Spielraum nach oben: Bleibt der Preisdruck hoch, werden weitere Leitzinserhöhungen wahrscheinlicher. Auch Volkswirte rechnen mittlerweile damit. Dann würden auch die Sparzinsen tendenziell zulegen, beim Tagesgeld womöglich wieder stärker.
Das sollte für Sie dennoch keine Ausrede sein, nicht zumindest einen Teil Ihres Geldes zu den aktuellen, höheren Konditionen anzulegen. Denn auch nach dem nächsten EZB-Entscheid werden die Zinsen nicht schlagartig, sondern allenfalls um wenige Zehntel steigen. Und jeder Monat, den Sie abwarten, ist ein Monat ohne Zinsen.
Aktuelle Konditionen, Laufzeiten und Anbieter mit deutscher Einlagensicherung finden Sie im Festgeld-Vergleich von BÖRSE ONLINE.