STEUERN

Firmenwagen: Die Dienstkarosse richtig genießen - Steuern in Grenzen halten

Firmenwagen: Die Dienstkarosse richtig genießen - Steuern in Grenzen halten

WKN: 931020 ISIN: US7135693098 Per-Se Technologies Inc.

16.06.2019 06:10:00

Wer den fahrbaren Untersatz, den der Chef stellt, auch privat nutzt, muss diesen Teil des Vergnügens versteuern. Clevere halten die Steuern aber in Grenzen. Von Michael Schreiber, Euro am Sonntag

Es gibt Schlimmeres, als vom Chef einen Firmenwagen spendiert zu bekommen. Die meisten Begünstigten dürfen ihn auch privat und für den täglichen Arbeitsweg nutzen und sparen sich so die teure Anschaffung und den Unterhalt eines eigenen Wagens. Manche Arbeitnehmer übernehmen sogar freiwillig Sprit- und Reparaturkosten, um überhaupt einen Firmenwagen zu ergattern. Doch Vorsicht: Durch die private Nutzung des Dienstwagens entsteht ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil, der entweder pauschal nach der sogenannten Ein-Prozent-Methode oder auf Basis eines Fahrtenbuchs ermittelt werden kann. Wichtig dabei zu wissen: Nur zum Jahresbeginn kann man gemeinsam mit der Firma eine der beiden Methoden wählen. Ein späterer Wechsel im Jahr ist nicht möglich, urteilte der Bundesfinanzhof (BFH, Az. VI R 35/12).

Chefs bevorzugen meist die Ein-Prozent-Regelung, weil die Lohnbuchhaltung damit weniger Arbeit hat. Aber: Wer für alle Fälle trotzdem ein Fahrtenbuch führt, kann in seiner Steuererklärung nachträglich zur Fahrtenbuch­regelung wechseln. Welche Methode günstiger ist, hängt vom Wert des Autos und von der Kilometerleistung ab. Faust­regel: Wer viel privat fährt, kommt mit der Pauschalversteuerung günstiger weg. Wird der Wagen überwiegend beruflich genutzt, lohnt das Fahrtenbuch.

Pauschalsteuer - für Bequeme


Bei der Pauschalversteuerung schlägt der Arbeitgeber für die private Nutzung jeden Monat ein Prozent vom Bruttolistenpreis des Autos auf das Gehalt auf. Gut zu wissen ist dabei: Seit Jahresanfang fördert die Bundesregierung verstärkt Firmenwagen mit Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieben und Neuzulassung zwischen Anfang 2019 und Ende 2021. Sie sind aus Sicht des Gesetzgebers weniger umweltschädlich als Autos mit Verbrennungsmotor.

Kaufen, lesen, profitieren!

Aktuelle Informationen, gründliche Recherchen, konkrete Empfehlungen: €uro am Sonntag weiß, wie die Finanzwelt funktioniert.

Zu unseren Angeboten

Um E-Autos und Co attraktiver zu machen, wird beim Versteuern der privaten Nutzung nur noch der halbe Listenpreis des Fahrzeugs angesetzt. Für vor 2019 angeschaffte oder geleaste Fahrzeuge darf man die Anschaffungskosten für das Batteriesystem aus dem Listenpreis herausrechnen. Das sind bis zu 7500 Euro, sofern das Auto 2018 angeschafft wurde. Diese Regelung gilt seit Anfang 2018 auch für Brennstoffzellenfahrzeuge (BMF vom 24.1.2018, Az. IV C 6 - S 2177/13/10002). Übrigens: Der Ladestrom vom Chef ist steuerfrei.

Für Fahrten zwischen Wohnung und Job kommen monatlich je Entfernungskilometer 0,03 Prozent (0,015 Prozent für neue Elektro- und Hybridautos ab 2019) des Listenpreises hinzu. Wenigfahrer, die monatlich maximal 15 Tage in die Firma müssen, können den geldwerten Vorteil mit 0,002 Prozent des Listenpreises versteuern, wenn sie ihrem Chef jeden Monat datumsgenaue Aufzeichnungen über die tatsächlichen Fahrten vorlegen (BMF-Schreiben vom 4.4.2018, Az. IV C 5 - S 2334/18/10001).

Haben Sie die Ein-Prozent-Methode gewählt, übernehmen Sie in Ihrer Steuererklärung einfach nur den vom Arbeitgeber bescheinigten Arbeitslohn in die Anlage N. Zum Ausgleich für das Versteuern des geldwerten Vorteils machen Sie bei den Werbungskosten die Entfernungspauschale geltend. Das Finanzamt versteuert immer den vollen Monatsbetrag, auch wenn das Auto nachweislich nur an wenigen Tagen für die private Nutzung in Betracht kam (FG Baden-Württemberg, Az. 6 K 2540/14).

Auch bei gebrauchten Dienstwagen gilt der Listenpreis für Neufahrzeuge. Kosten für Sonderausstattung und ­Extras werden aufgeschlagen, wenn das Fahrzeug bei der Erstzulassung damit ausgestattet war. Nachträglich eingebaute Extras fallen steuerlich nicht ins Gewicht (BFH, Az. VI R 12/09). Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs können Arbeitnehmer eine Minderung des versteuerten geldwerten Vorteils um selbst getragene Einzelausgaben verlangen (BFH, Az. VI R 2/15). Tipp: Selbst bezahlte Spritkosten weisen Sie mit Tankquittungen oder Kontoauszügen nach. Notfalls schätzen Sie den Benzinverbrauch anhand der Verbrauchsangaben des Herstellers.

Auf Seite 2: Keine Privatnutzung, keine Steuer


Seite: 1 | 2 | 3
Inhalt wird geladen
Zur aktuellen Ausgabe

Weitere Links:


Bildquelle: Gina Sanders/Fotolia

Nachrichten zu Per-Se Technologies Inc.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen

Aktienempfehlungen zu Per-Se Technologies Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell