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So geht der Fondsverkauf

So geht der Fondsverkauf
21.01.2018 14:00:00

Entnahmepläne: Sie haben mit ETFs oder Fonds ein nettes Sümmchen angespart? Dann lassen sich sehr flexibel Studiengeld, Rente & Co aufbessern. Aber man sollte die Kosten im Blick haben. Von Brigitte Watermann

Das Kind zieht es zum Studium? Die gesetzliche Rente fällt nicht so richtig prickelnd aus? Wie gut, wenn man als Börsianer vorgesorgt und mit Wertpapieren ein finanzielles Polster aufgebaut hat. Denn daraus kann man sich selbst ein regelmäßiges Zusatzeinkommen auszahlen. Von solchen Entnahme- oder Auszahlplänen ist seltener zu lesen ist als von Sparplänen mit Fonds oder ETFs, obwohl sie durchaus relevant sind. Das liegt auch daran, dass Entnahmepläne längst nicht so viele Banken im Angebot haben wie Sparpläne.



Zugleich ist die Nachfrage der Kunden laut Anbieter eher gering. Die Mehrheit der Finanzhäuser rechnet aber mit steigendem Interesse. Zu welchen Konditionen bekannte Broker und Filialbanken das Nischenprodukt anbieten, zeigt die Tabelle unten. Darin aufgeführt sind auch die Fondsbanken Ebase und FIL Fondsbank.


Das Prinzip der Entnahmepläne ist einfach: Es handelt sich eigentlich um umgekehrte Sparpläne. Sind sie einmal abgeschlossen, verkauft der Anleger regelmäßig Fonds oder ETFs aus dem Bestand - meist für eine bestimmte Summe pro Monat. Das Kapital dafür kann anfangs auf einen Schlag eingezahlt werden. Oder man wandelt einen Sparplan in einen Entnahmeplan um. Die Vorteile liegen auf der Hand: "Mit Entnahmeplänen nutzen Anleger die langfristigen Chancen des Kapitalmarkts und bleiben gleichzeitig flexibel", sagt Jens Wöhler, Vorstandsmitglied bei S-Broker.

Im Idealfall mehr Geld als vorher



Je nach Höhe des Kapitals zu Beginn, der Rendite auf den verbleibenden Fondsbestand während der Laufzeit und der Höhe der Entnahmerate ist es sogar möglich, dass das Kapital nicht nur erhalten bleibt, sondern noch zulegt: Angenommen, man hat 200 000 Euro und möchte monatlich 300 Euro entnehmen. Bei einer Rendite in Höhe von vier Prozent pro Jahr beläuft sich das Kapital dann nach 20 Jahren Laufzeit sogar auf knapp 320 000 Euro. Zum Vergleich: Zuletzt waren mit Sparplänen auf deutsche Aktienfonds auf 20-Jahres-Sicht sogar 6,5 Prozent Rendite pro Jahr drin - nach Kosten.

Der Nachteil: Bei sehr langer Börsenflaute und hohen Entnahmen kann das Kapital aber auch weniger lang reichen als erhofft. Das eigene Langlebigkeitsrisiko, das Versicherungen durch ihre garantierten Zahlungen bis ans Lebensende abdecken, lässt sich über Entnahmepläne nicht absichern. Es empfiehlt sich daher, ungefähr einmal jährlich zu prüfen, ob die gewählte Entnahmerate noch zu den eigenen Zielen passt.

Gut zu wissen: Auszahlungen aus aktiv gemanagten Fonds kosten meist nichts, da die Rückgabe an die Fondsgesellschaft kostenlos erfolgt; bei ETFs werden Gebühren fällig, die unterschiedlich hoch ausfallen. Hier gilt es, genau auf die Kosten zu achten - eventuell lohnt es sich, seltener, dafür aber mehr auf einmal zu entnehmen. Auch etwaige Depotgebühren sollte man im Blick halten. Und: Realisierte Kursgewinne bei Entnahmeplänen unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungsteuer.


Bildquelle: BÖRSE ONLINE

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