Kein Mensch ist wie der andere. Da gibt es welche, die im Beruf völlig aufgehen, anderen reicht auch ein Teilzeitjob - Hauptsache, man hat genügend Freizeit. Andere sind absolute Familienmenschen, wieder andere sind am liebsten ständig allein. Ähnlich ist es bei Anlegern. Da gibt es Trader, die ständig handeln, Investoren, die auf langfristige Buy-and-Hold-Strategien setzen, und Anleger, die auf automatisierte Sparpläne schwören. Dem einen reichen deutsche Standardaktien, der andere "macht" in Optionsscheinen oder Zertifikaten, wieder andere traden gern direkt in den USA.

Und genau so, wie ein "Arbeitstier" nur selten mit einem Partner glücklich wird, der ständig chillen muss, wird ein Börsianer nicht glücklich, wenn "sein" Onlinebroker ihm nicht das bietet, worauf er steht. Oder wenn das Angebot viel zu teuer ist.

Heißt: Nicht jeder Broker ist der passende Börsenpartner für alle Trader. Denn jeder Broker setzt einen etwas anderen Fokus. So haben etwa die neuen Zero- oder Smartphone-Broker ein recht begrenztes Angebot. Da nutzt es nichts, wenn man zwar für lau traden kann, aber nicht die Wertpapiere, die man traden will. Bei klassischen Onlinebrokern ist das Angebot deutlich umfangreicher, dafür aber auch teurer. Trader haben also die Wahl: klassischer Onlinebroker oder Zero-Broker? Beides hat seine Berechtigung, ist aber nicht wirklich miteinander vergleichbar. Daher sollte jeder Börsianer überlegen, welcher Broker am besten zum eigenen Tradingverhalten passt.

Um hier Hilfestellung zu geben, betrachtet die Redaktion von €uro am Sonntag in dieser und der nächsten Ausgabe die Kosten klassischer Onlinebroker. In ein paar Wochen steht dann ein eigener Test der Neo-Broker an.

Aber erst einmal zu den Klassikern. Diese sind in der Regel für solche Börsianer besser geeignet, die ab und an direkt an ausländischen Börsen agieren, die auch auf exotischere Aktien, Fonds und ETFs setzen oder die eine größere Auswahl an Handelsplätzen haben wollen.

Große Unterschiede

Doch auch diese Trader sollten nun nicht einfach unbesehen bei irgendeinem klassischen Onlinebroker ein Depot eröffnen - zu groß sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern. Und leicht kann solch unüberlegtes Handeln dazu führen, dass man deutlich mehr fürs Depot oder seine Wertpapierorder bezahlen muss, als tatsächlich notwendig wäre. Denn jeder noch so kleine Kostenblock, der sich vermeiden lässt, kann langfristig die Rendite deutlich steigern.

Das wiederum hat große Auswirkungen auf die Wahl des Onlinebrokers: Denn kein Anbieter ist wie der andere. Jeder zielt mit seinem Angebot auf eine andere Klientel. Während manche Onlinebroker sich auf einige wenige Börsensegmente spezialisiert haben, offerieren die Generalisten deutlich mehr Tradingmöglichkeiten. Als Faustregel gilt: Spezialisten sind bei dem, was sie bieten, meist günstiger als Generalisten. Dafür ist bei Generalisten so manche Dienstleistung kostenlos, die bei Spezialisten extra kostet - oder gar nicht erhältlich ist.

Um bei der Suche nach dem passenden Onlinebroker Hilfestellung zu geben, hat €uro am Sonntag eine schriftliche Umfrage zu Kosten des Onlinetradings bei insgesamt 21 klassischen Onlinebrokern durchgeführt. Davon haben 18 die Umfrage beantwortet: Zehn Generalisten und acht Spezialisten (zu Letzteren mehr in der kommenden Ausgabe) nahmen daran teil. Mit der Befragung wurde ermittelt, wie viel unterschiedliche Anlegertypen fürs Traden bei den befragten Brokern jeweils zahlen müssen.

Untersuchungs-Design

Eigens dafür hat €uro am Sonntag fünf Musterkunden - den "Aktiven Trader", den "Normalen Trader", den "Sparplaner", den "Direkttrader" und den "Investor" - entwickelt, die an der Börse völlig unterschiedlich agieren. Jeder verfolgt eine andere Strategie, hat deshalb auch ganz eigene Bedürfnisse (Details siehe unten "Musterkunden"). Für jeden Musterkunden wurde exakt errechnet, was sein Tradingverhalten bei den einzelnen Brokern kosten würde (siehe große Tabelle ganz unten). Dabei wurde auch berücksichtigt, wie viel Zinsen die Anbieter für täglich verfügbares Geld auf hauseigenen Eurokonten zahlen - oder ob noch Strafzinsen fällig werden.

Beim "Aktiven Trader" wurde etwa noch eingepreist, was die Ausstellung eines Tax Vouchers für Schweizer Aktien kostet. Und welcher Betrag fällig wird, wenn man Eintritts- beziehungsweise Stimmrechtskarten für eine Hauptversammlung benötigt. Außerdem wurde bei direkten US-Orders die FX-Marge berücksichtigt, die dem Devisenkurs als Konvertierungsgebühr hinzugerechnet wird.

Grundsätzlich wurden bei jedem Deal die Fremdkosten eingerechnet, die Kunden bei den einzelnen Musterdeals in Rechnung gestellt werden. Denn unterm Strich soll das Traden möglichst wenig kosten. Da schmälert jede Gebühr, egal von wem, den Gewinn.

Übrigens: Qualität des Gesamtangebots und Service der Onlinebroker sind nicht Gegenstand dieses Beitrags. Das ist eine völlig andere Geschichte, die €uro am Sonntag jedes Jahr im Februar veröffentlicht. Hier geht es ausschließlich um Kosten und Gebühren.

Doch für welchen Musterkunden ist welcher Onlinebroker nun tatsächlich der günstigste? Um das herauszufinden, wurden für jeden Musterkunden Ranglisten mit den billigsten Anbietern ermittelt. Leitlinie war dabei das Motto "Je günstiger, desto besser". Konnte ein Broker nicht alle Trading-Wünsche des jeweiligen Musterkunden erfüllen, dann kam er bei diesem Musterkunden grundsätzlich nicht in die Wertung.

Allerdings gab es eine Ausnahme von dieser Regel: Sind die Ausstellung eines Tax Voucher für Schweizer Aktien oder die Umschreibung von Namensaktien im Aktionärsregister nicht möglich, führte das nicht zum Wertungsausschluss. Vielmehr wurden betroffenen Brokern dann einfach die Durchschnittskosten der Konkurrenz unterstellt, um sie nicht unangemessen zu bevorzugen.

Die Bewertung

Eines gleich vorweg: Bei den zehn Generalisten, um die es in dieser Ausgabe geht, hatten lediglich zwei Anbieter größere Aussetzer. So kann man bei der Postbank Aktien, Optionsscheine und Zertifikate nicht außerbörslich handeln. Und bei der Targobank ist an US-Börsen nur der Verkauf von Wertpapieren möglich. Ansonsten erfüllten die getesteten Generalisten alle Wünsche unserer fünf fiktiven Musterkunden.

Aktiver Trader

Die Ergebnisse im Einzelnen (siehe auch große Tabelle ganz unten): Der "Aktive Trader" kommt bei der DKB Deutsche Kreditbank mit Kosten von 365,88 Euro im Quartal am günstigsten weg. Auf Platz 2 Flatex, der diesem Musterkunden je Quartal mit 373,30 Euro gerade mal 7,42 Euro mehr in Rechnung stellt. Bronze geht an den Sparkassenbroker: Er verlangt vom "Aktiven Trader" 389,15 Euro im Quartal.

Übrigens: Auch in diesem Jahr wurde die Kostenbelastung in Bewertungen umgewandelt. So erhielt der Anbieter, bei dem unsere Musterkunden am günstigsten handeln konnten, die Auszeichnung "Preiswertester Onlinebroker". Die Broker auf den Plätzen 2 bis 5 wurden als "Top-Onlinebroker" ausgezeichnet (Details siehe Kasten unten).

Normaler Trader

Für den "Normalen Trader" ist die Consorsbank mit 51,70 Euro im Quartal am günstigsten, gefolgt vom S-Broker mit Kosten von 54,95 Euro im Quartal. Platz 3 geht hier an die ING Deutschland, dort muss der Musterkunde in drei Monaten 55,24 Euro zahlen. Übrigens: Hier lagen die Kosten so nahe beieinander, dass bis auf zwei Anbieter alle mindestens ein "sehr gut+" bekamen.

Sparplaner

Wer dagegen meist auf Sparpläne setzt, kommt als "Sparplaner" bei der ING Deutschland mit Kosten von 21,09 Euro im Vierteljahr am günstigsten weg. Der Nächstplatzierte, die Consorsbank, verlangt im Quartal mit 24,40 Euro nominal zwar nur 3,31 Euro mehr. Prozentual gesehen ist das immerhin ein Aufschlag von knapp 15,7 Prozent. Auf Platz ?3 kam hier Flatex mit Quartalskosten von 27,05 Euro - ein Plus von knapp 28,3 Prozent. Hier kam sogar noch der sechstplatzierte Teilnehmer auf eine Top-Bewertung.

Außerbörslicher Trader

Für den "Direkt-Trader", der ausschließlich außerbörslich handelt, sind Max Blue, der Onlinebroker der Deutschen Bank, und die Targobank am günstigsten. Er muss bei beiden Anbietern im Quartal mit Kosten von 160,20 Euro rechnen. Bei der ING Deutschland kommt es ihn mit 160,69 Euro im Quartal gerade mal 49 Cent teurer. Zudem kann er beim Handel mit ausgesuchten Emittenten die Kosten noch weiter drücken. Die meisten Broker bieten Rabatte auf die regulären Ordergebühren; jedoch stellen wir auf die Standardkonditionen ab. Grund: Sonderkonditionen gelten oft nur bis Jahresende. Es ist daher nicht gesichert, dass diese Rabatte auf Dauer eingeräumt werden.

Investor

Wer dagegen - wie Musterkunde "Investor" - recht selten an der Börse aktiv ist, dafür aber mit großen Ordervolumina, der ist wiederum bei der DKB Deutschen Kreditbank mit Kosten von jährlich 175,60 Euro am besten aufgehoben. Der Zweitplatzierte, die Targobank, folgt deutlich dahinter mit 255,60 Euro. Beim Drittplatzierten, der Consorsbank, summieren sich die Kosten auf 270,35 Euro. Dennoch gab es hier bis hinunter auf Platz 7 die Bewertung "sehr gut +".

Insgesamt acht der zehn hier dargestellten Generalisten haben es mindestens bei einem der fünf Musterkunden unter die Top Drei geschafft - was für ein sehr ausgewogenes Anbieterfeld spricht. Lediglich die Onlinetochter der Frankfurter Sparkasse, die 1822direkt, die Comdirect Bank sowie die Postbank schafften es bei keinem Musterkunden aufs Treppchen.

So wurde gewertet - Welche Vorgaben zu Erfüllen waren

Musterkunden Anhand von fünf Modellkunden (siehe weiter unten) wurde untersucht, wie hoch die Gebührenbelastung für Privatkunden beim Onlinebrokerage ist. Dabei wurden sowohl die Kosten berücksichtigt, die das jeweilige Institut erhebt, als auch anfallende fremde Gebühren, die den Kunden durchgereicht werden. Teilten Anbieter Fremdgebühren nicht mit, wurde die jeweils höchste von anderen Anbietern mitgeteilte Gebühr unterstellt. In den Zeilen "Gesamtgebühren je Quartal" (beim Modellkunden Investor "Gesamtgebühren je Jahr") werden alle Einzelposten der jeweiligen Modellkunden für den entsprechenden Zeitraum aufsummiert. Nutzbare Vergünstigungen, etwa aufgrund von Tradingverhalten, Cashbestand, Order- oder Depotvolumen, wurden berücksichtigt. Ebenso die bei dem jeweils unterstellten Guthaben auf dem Verrechnungskonto oder angeschlossenen Tagesgeldkonto erzielbare Zinsgutschrift. Neukundenrabatte, befristete Rabattaktionen sowie Sonderzinsen etwa für "frisches Geld", für Neukunden oder aus besonderem Anlass blieben ebenso unberücksichtigt wie rabattierte Ordergebühren im Derivatehandel mit einigen Emittenten (Stichwort: "Premium-Partner").

Trading-Verhalten Bei allen Modellkunden wurde unterstellt, dass ihre Aktivitäten - je zur Hälfte Käufe und Verkäufe - online abgewickelt wurden und auch die Kommunikation mit dem Broker online ablief. Bei den Kosten von Orders an US-Börsen wurde - neben Provisionen, Gebühren und (Fremd-)Kosten - auch die FX-Marge berücksichtigt, die bei US-Dollar-Geschäften des jeweiligen Brokers in den aktuellen Devisenkurs eingerechnet wird. Kam es bei einer Order laut Vorgaben zu Teilausführungen, wurde unterstellt, dass die Order in zwei gleichgroßen Tranchen tag- und kursgleich ausgeführt wurde (siehe unten Benotung ).

Die Musterkunden - ihr Sparpotenzial bei Generalisten gegenüber Filialbanken

Aktiver Trader

Sein durchschnittliches Depotvolumen beträgt 50.000 €. Zudem liegen 500 € Cash auf Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto. Er handelt jeweils über die samt Fremdkosten günstigste Börse. Deals je Quartal: 10 x DAX-Aktien für je 100 €, 6 x DAX-Aktien für je 200 €, 2 x DAX-Aktien für je 5.000 €. Bei 2 Deals werden Namensaktien gehandelt (1 Kauf, 1 Verkauf). Insgesamt kommt es bei den Deals zu 4 tag- und kursgleichen Teilausführungen. 4 x handelt er Optionsscheine über je 1.000 € in der günstigsten Variante, 4 x Zertifikate für je 1.500 € (ebenfalls so günstig wie möglich), 2 x handelt er Anleihen für je 4.000 € und 2 x US-Aktien (je 100 Stück) im Wert von je 5.000 US-Dollar direkt in den USA. Zudem setzt er je Quartal 5 neue Limits (davon 1 in den USA), 5 Limits passt er an (2 davon in den USA), 5 werden ausgeführt (davon 1 in den USA) und 5 weitere Limits laufen aus. 4 x im Jahr fließen ihm US-Dividenden von umgerechnet je 20 € zu. Er benötigt im Jahr 1 Tax Voucher wegen der Schweizer Quellensteuer. Zudem benötigt er 1 x jährlich 1 Eintrittskarte für 1 Hauptversammlung sowie 1 x eine Abstimmungskarte für eine inländische HV. Hinzu kommen 12 Kontobewegungen im Jahr, die Hälfte davon Geldeingänge.

Normaler Trader

Der "Normale Trader" besitzt ein 50.000 € schweres Depot. Weitere 5.000 € liegen auf Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto. Er tradet meist deutsche Aktien. Zudem wird monatlich ein Fonds- oder ETF-Sparplan (mit maximal möglichem Rabatt) über je 100 € ausgeführt - je nachdem, welche Variante weniger Kosten verursacht (Fonds mit regulär 5 % Agio). Er handelt Aktien über die bei seinem Broker inklusive Fremdkosten günstigste Börse. Die Aktiendeals je Quartal: 3 x DAX-Aktien für je 1.500 €, 2 x deutsche Nebenwerte für je 2.000 €. Zwei der gehandelten Aktien sind Namensaktien (1 Kauf, 1 Verkauf). Bei den Aktiendeals kommt es zu 2 tag- und kursgleichen Teilausführungen (1 x bei Kauf, 1 x bei Verkauf). Zudem handelt er 1 x im Quartal Anteile eines aktiv gemanagten Fonds im Wert von 2500 € via Börse oder via KAG, je nachdem, was ihn günstiger kommt. Er setzt je Quartal 2 neue Limits, eines passt er an, 2 werden ausgeführt, 2 Limitorders löscht er aktiv, eine weitere läuft aus. Eine Inlandsüberweisung im Quartal, einmal in drei Monaten fließt Geld auf sein Depot.

Sparplaner

Der "Sparplaner" setzt auf automatisierte Sparpläne. Sein Depot ist im Schnitt 30.000 € schwer. Zudem liegen weitere 3.000 € auf dem Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto. Er hat einen Fonds- oder ETF-Sparplan (globale Aktien; in der aktiven Variante: Fonds mit regulär 5 % Agio) über 100 € monatlich eingerichtet - je nachdem welche Variante günstiger ist. Dabei nutzt er jeweils den Maximalrabatt seines Brokers. Daneben bespart er einen ETF oder ETC monatlich ebenfalls mit 100 €, auch hier nutzt er den maximal möglichen Rabatt seines Anbieters. In einen weiteren Sparplan auf ETFs/ETCs fließen monatlich ebenfalls 100 €, jedoch zu regulären Konditionen (teuerste Variante). Sollten ETF/ETC-Sparpläne nicht möglich sein, weicht er auf Zertifikate-Sparpläne aus. Zudem handelt er zweimal im Quartal mit Aktien im Wert von 1.500 € über die bei seinem Broker günstigste Börse. Je Quartal setzt der Sparplaner ein neues Limit, eines passt er an, ein weiteres läuft aus. Jährlich fließt zweimal Geld aufs Verrechnungskonto, zweimal im Jahr überweist er Geld vom Konto runter.

Direkttrader

(außerbörslich)

Der "Direkthändler" handelt ausschließlich außerbörslich (also auch nicht via Tradegate Exchange, LS Exchange, Gettex oder Quotrix). Insgesamt tradet er 18 x im Quartal. Das Depotvolumen beträgt im Schnitt 40.000 € zuzüglich 4.000 € Cash auf Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto. Dabei liegt sein Tradingschwerpunkt auf deutschen Aktien. Daneben setzt der Direkthändler auf Optionsscheine und Zertifikate. Die Deals je Quartal: 6 x handelt er DAX-Aktien für je 1.000 €, 4 x handelt er DAX-Aktien im Wert von je 2.500 €. 4 x tradet er Nebenwerte aus dem MDAX mit einem Ordervolumen von 2.000 € je Trade. Bei vier dieser 14 Aktiendeals handelt es sich um Namensaktien - zwei Käufe, zwei Verkäufe. Zweimal im Quartal handelt er Zertifikate für je 1.500 € und Optionsscheine im Wert von je 1.000 € - jeweils zu den Standardkonditionen seines Brokers. Auf das Setzen von Limits verzichtet der Direkthändler. Zudem wird einmal im Quartal aus dem Inland Geld auf das Depotkonto überwiesen, einmal im Vierteljahr fließt welches auf andere Inlandskonten ab.

Investor

Der "Investor" hat ein Depot mit 250.000 € Volumen. Weitere 25.000 € Cash (10 Prozent des Depotwerts) liegen auf dem Verrechnungskonto oder einem zugehörigen Tagesgeldkonto. Der Investor handelt lediglich 8 x im Jahr - also nur 2 x im Quartal. Dabei beträgt sein Ordervolumen jedoch jeweils 15.000 €. Je 2 x im Jahr handelt er DAX-Werte, Nebenwerte, Zertifikate und Fonds über die bei seinem Broker inklusive Nebenkosten günstigste Börse. Beim Fondskauf ordert er direkt bei der KAG, sofern das - unter Berücksichtigung eines eventuell in jedem Fall gewährten Rabatts aufs reguläre Agio (5 %) - günstiger ist als der Kauf via Börse. Bei einem Aktienkauf handelt es sich um Namensaktien. Einmal verkauft er Namensaktien. Insgesamt kommt es bei den Aktiendeals im Volumen von je 15.000 € zu 2 tag- und kursgleichen Teilausführungen (je eine bei Kauf und bei Verkauf). Zudem setzt der Investor 1 Limit neu, 2 Limitorders ändert er, 1 wird ausgeführt, 1 Limitorder löscht er selbst, 1 läuft aus. Bei 8 Inlandsüberweisungen pro Jahr fließt 6 x Geld auf das Depot, zweimal fließt welches ab.

So wurde Benotet: - Wie die Kosten in Bewertungen umgerechnet wurden

Grundlagen: Die Anbieter wurden jeweils je Musterfall bewertet. Eine Gesamtwertung über alle Musterkunden fand - anders als in den Vorjahren - nicht statt. Der Onlinebroker, bei dem ein Musterkunde am wenigsten zahlen muss, wurde als "Günstigster Broker" ausgezeichnet. Die vier nächstgünstigsten Onlinebroker erhielten die Bewertung "Top-Broker". Die Benotung der folgenden Onlinebroker wurde errechnet, indem die Kosten eines Musterkunden mit den Durchschnittskosten (arithmetisches Mittel) je Quartal (beim Investor je Jahr) in Relation gesetzt wurden. Durch die Verwendung des arithmetischen Mittels über alle Anbieter hinweg sollte verhindert werden, dass Ausreißer durch extrem günstige Anbieter zu sehr auf den Vergleichswert durchschlagen.

Bewertung: In einer anschließenden Rechnung wurde ermittelt, wie hoch die Kostenbelastung des Musterkunden bei den einzelnen Anbietern im Vergleich zu diesem Mittelwert ausfällt. Waren die Kosten maximal so hoch wie das jeweilige arithmetischen Mittel, gab es für den Besten und die nächsten vier eine Top-Bewertung. Danach und bis maximal 25 Prozent darüber gab es die Note "sehr gut". Bei bis zu 50 Prozent höheren Kosten gab es die Note "gut". "Befriedigend" wurde gewertet, wenn die Kosten unter dem 2,5-Fachen des Mittelwerts blieben. Waren sie weniger als fünfmal so hoch, gab es "ausreichend". Als "mangelhaft" wurden Kostenbelastungen gewertet, die mindestens zehnmal so hoch waren wie der Mittelwert. Waren die Kosten noch höher, gab es die Note "ungenügend".