Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen am Donnerstag ein weiteres Mal unverändert gelassen. Dennoch sind die Zinsen für Sparer zuletzt gestiegen, wie eine aktuelle Auswertung zeigt. Welche Laufzeiten sich besonders lohnen – und wo Banken noch knausern.
Nach Monaten der Stagnation kommt Bewegung in den Zinsmarkt. Sowohl Tages- als auch Festgeldzinsen sind in den ersten Wochen des Jahres gestiegen. Vor allem Sparer mit langem Anlagehorizont profitieren, wie eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt.
Besonders deutlich fällt das Plus beim zehnjährigen Festgeld aus. Hier kletterten die Zinsen seit Jahresbeginn um 0,04 Prozentpunkte auf durchschnittlich 2,49 Prozent. Damit liegen sie sogar rund 0,25 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Auch zweijährige Laufzeiten ziehen leicht an und bringen im Schnitt 2,06 Prozent.
Der Grund für die Zinserhöhungen liegt weniger bei der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen seit Monaten unverändert hält und den Leitzins auch am Donnerstag, wie erwartet, unverändert ließ. Entscheidend sind vielmehr die steigenden Zinsen am Kapitalmarkt. So sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen zuletzt um rund 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Dieses Niveau geben die Banken bei langfristigen Sparprodukten weiter.
Lange Laufzeiten im Vorteil
Während die Langfristzinsen inzwischen klar über dem Vorjahr liegen, hinken mittlere Laufzeiten noch hinterher. Zweijährige Festgelder notieren aktuell noch unter dem Stand von 2024. Für Sparer bedeutet das: Je länger die Laufzeit, desto attraktiver aktuell die Konditionen – und desto eher schlagen sie die Inflationsrate, die im Januar 2026 bei 2,1 Prozent lag.
Tagesgeldzinsen oft wenig attraktiv
Beim Tagesgeld gibt es laut Verivox nur minimale Verbesserungen. Bundesweit verfügbare Angebote bringen im Schnitt 1,29 Prozent. Deutlich schlechter schneiden regionale Institute ab: Sparkassen zahlen durchschnittlich 0,37 Prozent, Genossenschaftsbanken 0,42 Prozent.
Positive Realzinsen nur für Neukunden
Entscheidend ist jedoch nicht nur der Nominalzins, sondern die Rendite nach Inflation. Bei einer Teuerungsrate von 2,1 Prozent bietet aktuell nur das zehnjährige Festgeld einen positiven Realzins von rund 0,39 Prozent. Auf Tagesgeldkonten und in mittleren Fetsgeld-Laufzeiten verlieren real an Kaufkraft.
Allerdings gibt es Ausnahmen: Einzelne Banken zahlen Neukunden bis zu 2,6 Prozent für zweijähriges Festgeld oder 2,3 Prozent unbefristet beim Tagesgeld – genug, um die Inflation zu schlagen. Auch beim Tagesgeld gibt es einige Angebote zu 3,0 Prozent. Allerding reichen die Garantien oft nur wenige Monate, danach fallen die Neukunden auf das sehr viel niedrigere Bestandskunden-Niveau zurück. Für alle, die länger als drei oder sechs Monate anlegen wollen, eignet sich deshalb Festgeld besser.
Fazit
Wer sein Geld länger entbehren kann, findet derzeit beim langfristigen Festgeld die besten Chancen auf attraktive und sogar reale Renditen. Tagesgeld bleibt flexibel, aber im Schnitt deutlich weniger lukrativ.
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