Der Krieg im Nahen Osten lässt die Energiepreise steigen. Mittlerweile wurde die 2-Euro-Grenze fast überall in Deutschland gerissen. Wie Autofahrer gegensteuern können.

Der Konflikt am Persischen Golf mit der Sperrung der wichtigen Transportroute durch die Straße von Hormus lässt die Öl- und Gaspreise steigen – und damit auch Benzin und Diesel. Wer am Wochenende reagierte und noch schnell an die Zapfsäule fuhr, konnte selbst am Sonntag noch für rund 1,65 Euro pro Liter Super E10 volltanken. Diesel lag in einer ähnlichen Größenordnung.

Bis zu 25 Cent Differenz zwischen Super und Diesel

Doch die Zeiten sind vorbei: Zur Rush-Hour am Mittwochmorgen kostete der Liter Super E10 fast überall in Deutschland mehr als zwei Euro. Später fielen die Preise jedoch leicht, so dass der Tages-Durchschnittspreis laut dem Portal clever-tanken.debei 1,926 Euro lag. Die Überraschung: Diesel war mit im Schnitt 2,006 Euro je Liter jetzt teurer als Super – und zwar deutlich. In Frankfurt/Oder kostete ein Liter Diesel am Mittwoch im Schnitt 2,112 Euro, der Liter E10 dagegen „nur“ 1,865 Euro. Das bedeutet eine Differenz von 25 Cent. Schon bei einer Tankfüllung von 40 Litern war Diesel damit zehn Euro teurer.

Öl (Brent) (ISIN: FTREFF000001)

Die günstigsten Tankstellen im Land

Günstigste Tank-Standorte im Land waren am Mittwoch Regensburg mit im Schnitt 1,966 Euro pro Liter, Schwerin (1,97 Euro) und Esslingen (1,974 Euro). In Regensburg kostete Diesel damit laut Clever Tanken auch nur acht Cent mehr als Super E10 mit 1,883 Euro je Liter. Am günstigsten bekam man den Liter Super E10 in Chemnitz für 1,84 Euro und – Überraschung – im eingangs erwähnten Frankfurt/Oder (1,865 Euro).

Das ist aktuell die teuerste Tank-Region

Deutlich heftiger schlugen die Tankstellen in Konstanz am Bodensee zu: Sie verlangten am Mittwoch im Schnitt 2,071 Euro je Liter E10, meldet Clever Tanken. Auf Platz Zwei folgt Worms mit 1,988 Euro – das sind satte acht Cent weniger.

Der hohe Preis in Konstanz überrascht, weil die Region eigentlich eher günstig ist: Nur 80 Kilometer weiter, in Villingen-Schwenningen, liegt der drittgünstigste Tank-Standort in Deutschland. Dort wurden am Mittwoch im Schnitt nur 1,872 Euro je Liter Super E10 kassiert und 1,979 für Diesel verlangt.

Was können Autofahrer tun?

Das generelle Preisniveau lässt sich zwar nicht drücken, dennoch gibt es ein paar Regeln, mit denen man als Autofahrer zumindest Preisspitzen vermeiden kann:

1. Niemals morgens zur Rush-Hour tanken. Dann sind die Preise erfahrungsgemäß am höchsten. Besser ist es, abends zwischen 19 und 21 Uhr an die Zapfsäule zu fahren.

2. Autobahntankstellen vermeiden. Auf der Autobahn herrscht noch einmal ein ganz anderes Preisniveau. Die BILD-Zeitung berichtete am Mittwoch über eine Autobahn-Tankstelle, die mehr als 2,40 Euro je Liter aufrief. Die Betreiber begründen das zwar mit hohen Pachtgebühren, als Autofahrer kann man aber relativ leicht auf Alternativen ausweichen. Oft gibt es an der nächsten Ausfahrt vor oder hinter der Raststätte Autohöfe, die deutlich weniger für Sprit verlangen. In der Nähe vieler Autobahnausfahrten gibt es auch ganz normale Tankstellen – mit normalen Preisen.

3. Zusatzinformationen über das Navi abrufen. Viele moderne Navigationssysteme oder auch Google Maps zeigen Spritpreise mit an, wenn Sie dort nach einer Tankstelle suchen. So finden Sie günstigere Alternativen in der Nähe Ihres Standorts. Zuweilen sind die Preisinformationen jedoch zeitverzögert. Sehen Sie deshalb unbedingt noch einmal vor Ort auf das Preisschild, bevor Sie tanken.

4. Tank-Apps verwenden. Seit ein paar Jahren müssen die Tankstellen jede Preisänderung an das Bundeskartellamt melden. Auf diese Datenbank greifen Tank-Apps zu und ermöglichen Autofahrern so einen Preisvergleich in Echtzeit. Zu den gängigsten Apps gehören „1-2-3- Tanken“, „Benzinpreis-Blitz“, die „Pace-Drive-App“ sowie „Clever Tanken“. Auch der ADAC bietet im Rahmen seiner „ADAC Drive App“ aktuelle Spritpreise. Einige dieser Anbieter betreiben auch Websites, auf die Sie einfach per Browser zugreifen können.

5. Über die Grenze fahren. Wer in einer grenznahen Region wohnt, kann oft im Nachbarland tanken – und dabei bis zu 40 Cent pro Liter sparen. So hoch ist beispielsweise das Preisgefälle zwischen Tankstellen Brandenburg und Polen oder Zapfsäulen in Sachsen und dem benachbarten Tschechien. Der Grund dafür sind deutlich niedrigere Mineralölsteuern und keine oder niedrigere CO2-Abgaben. Auch in Belgien, Teilen der Niederlande und vor allem Luxemburg sind Benzin und Diesel günstig.

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