Wenn Sie eine einfache Buy-and-Hold-Strategie mit einem ETF-Sparplan fahren, brauchen Sie den folgenden Text nicht zu lesen. Für alle anderen folgt hier die ultimative Aufstellung, an welchen Tagen 2026 Sie Ihr Depot ganz genau im Blick behalten sollten.
Während die einen schon den Sommerurlaub planen und daran basteln, mithilfe der Brückentage und möglichst wenigen Urlaubstagen möglichst lang frei zu haben, sollten Anleger anders auf den Kalender blicken: Wann ballen sich die Top-Events? Wann muss man als Anleger vorbereitet sein und sollte besser nicht in einer Hängematte im Funkloch liegen, während zu Hause das Depot Achterbahn fährt?
Das Börsenjahr 2026 wird erneut viele nicht planbare Ereignisse bereithalten, die die Kurse bewegen. Doch es gibt auch Tage, auf die man sich vorbereiten kann: Quartalszahlen von Börsenschwergewichten oder auch bedeutende Hauptversammlungen, an denen ganze Strategien (Bayer) oder Dividendenstichtage hängen (Allianz), gehören dazu.
Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine, die im Jahr 2026 ihre volle Aufmerksamkeit und Präsenz erfordern – mindestens mit Standleitung zu Ihrem Online-Broker. Urlaub ist an diesen Tagen für ernsthafte Anleger keine Option.
Auf diese Sektoren achtet die Börse 2026 besonders
Technologie: Das Ende der Gratis-Wachstums-Ära
Im Jahr 2026 wird die Bewertung von Technologieaktien stärker denn je an ihre Cashflow-Generierung gekoppelt sein. J.P. Morgan warnt in seinem Ausblick, dass „Überenthusiasmus“ das größte Risiko für KI-Investoren sei. Unternehmen wie Microsoft und Alphabet müssen beweisen, dass ihre Mega-Investitionen in Rechenzentren, die mittlerweile rund 50 Milliarden US-Dollar pro Gigawatt Kapazität kosten, eine adäquate Rendite abwerfen.
Die vielleicht größte Wette ist jedoch Oracle eingegangen: Binnen weniger Monate schwoll der Auftragsbestand im Bereich KI-Rechenzentren auf 520 Milliarden Dollar an – ein Plus von 400 Prozent zum Vorjahr. Dass sich die Begeisterung an der Börse zuletzt dennoch in Grenzen hielt, liegt daran, dass Oracle für diese Aufträge immense Investitionen stemmen muss – die der Konzern auf Pump finanziert. Das führt dazu, dass der Cashflow über mehrere Quartale hinweg negativ sein wird. Hinzu kommen Zweifel, ob Kunden wie OpenAI ihre Multi-Milliarden-Bestellungen am Ende auch bezahlen werden können. Oracle erwartet eigenen Angaben zufolge erst ab 2028 relevante Umsätze aus dem OpenAI-Vertrag. Bis dahin könnte die Verschuldung auf fast 300 Milliarden Dollar steigen. OpenAI wiederum muss seinen Umsatz von geschätzt 13 Milliarden Dollar in 2025 binnen weniger Jahre vervielfachen und zusätzlich mehr als 200 Milliarden Dollar frisches Kapital beschaffen, um Oracle überhaupt bezahlen zu können.
Oracles nächste Quartalszahlen werden am 3. März erwartet. Dann berichtet Oracle über das 3. Quartal seines abweichenden Geschäftsjahres.
Finanzwesen: Deregulierung und Zinsspagat
Für Banken wie JP Morgan und die Deutsche Bank bringt 2026 ein komplexes Umfeld mit sich. In den USA könnte eine potenzielle Deregulierung im Finanzsektor die Erträge beflügeln. Die Analysten von J.P. Morgan bevorzugen 2026 Banken mit diversifizierten Einnahmequellen. Ihr Arbeitgeber selbst meldet am 13. Januar, 14. April und 14. Juli Zahlen. Das sind Pflichttermine, um zu verstehen, ob der "K-förmige" Aufschwung – also die ungleiche Erholung der Haushalte – weiterhin anhält.
Die Deutsche Bank hingegen muss am 29. Januar und 29. April zeigen, ob sie ihre Kosten unter Kontrolle hat. Die Allianz bleibt als "Dividenden-Aristokrat" im DAX ein Anker. Mit einer Dividendenrendite von regelmäßig über fünf Prozent ist die Allianz einer der wichtigsten Dividendenwerte im Dax. Dividenden-Investoren achten daher besonders auf die Jahreszahlen am 26. Februar und die Hauptversammlung am 7. Mai.
Energie und Öl: Cash Flow im Fokus
Unternehmen wie Shell, TotalEnergies und Iberdrola stehen 2026 vor der Herausforderung, Rekordgewinne aus fossilen Brennstoffen in grüne Energie umzuleiten, ohne die Dividendenfähigkeit zu gefährden. Shell liefert am 5. Februar und wichtige Daten. TotalEnergies hat mit dem 29. Mai (HV) und dem 11. Februar (Jahresergebnisse) zwei Daten vor sich, an denen die Börse die Strategie der „Energy Transition“ gegen die kurzfristige Profitabilität abwägen wird; und das in Zeiten, in denen Öl wieder en vogue wird.
Siemens Energy ist ein Sonderfall in diesem Sektor. Für das Geschäftsjahr 2026 wird eine Profitabilität vor Sondereffekten von neun bis elf Prozent erwartet. Die Hauptversammlung am 26. Februar wird zeigen, ob die Anleger das Vertrauen in die sehr ambitionierte langfristige Guidance behalten.
Pharma: Der Kampf um die Abnehm-Krone
Novo Nordisk und Eli Lilly dominieren den Gesundheitsmarkt mit ihren Abnehmenspritzen und – neuerdings – auch Abnehmpillen vom Typ der GLP-1-Agonisten. Im Jahr 2026 wird die Lieferfähigkeit zum entscheidenden Faktor. Novo Nordisk muss bei den Terminen am 4. Februar und 5. August zeigen, dass die Kapazitätserweiterungen schnell genug voranschreiten. Eli Lilly wird ähnliche Wachstumszahlen liefern müssen, um seine marktbeherrschende Stellung zu behaupten. Bei Bayer (liegt der Fokus am 3. März dagegen weiterhin auf einer Lösung des Glyphosat-Problems, was die Aktie trotz des jüngsten Kursanstiegs fast schon zu einer binären Wette macht.
Rüstung: Ist dauerhaftes Wachstum möglich?
Die europäische Rüstungsindustrie mit den Flaggschiffen Rheinmetall, Thales und BAE Systems profitiert von der wachsenden Unsicherheit rund um die Ukraine und die Grönland-Pläne von Donald Trump. Sicher ist: Die regelbasierte Weltordnung geht zu Ende, es gilt zunehmend das Recht des Stärkeren – und dagegen muss sich Europa wehren können. Die Frage ist jedoch, wie schnell die Rüstungsunternehmen ihre vollen Auftragsbücher in Umsatz umwandeln können. Rheinmetall peilte zuletzt für das Jahr 2025 einen Gewinn pro Aktie von über 18 Euro an. Die Veröffentlichung der Jahreszahlen im März und die Quartalszahlen im Mai 2026 werden zeigen, ob das Unternehmen den eingepreisten Wachstumspfad beschreiten kann. BAE Systems liefert bereits am 18. Februar Zahlen, die Rückschlüsse auf die Nachfrage nach maritimen und luftgestützten Systemen geben werden.
Nvidia: Das derzeit wichtigste Unternehemn der Welt
Nvidia bleibt als wertvollstes Unternehmen der Welt auch im Jahr 2026 das Epizentrum des globalen Aktienmarktes. Das Unternehmen hat sich von einem Chiphersteller zu einem Plattformanbieter für die KI-Revolution gewandelt. Aufgrund seines versetzten Geschäftsjahres liegen die Termine der Nvidia-Zahlen oft außerhalb der klassischen Berichtsaisons der anderen Tech-Giganten, was dem Unternehmen eine besondere Aufmerksamkeit garantiert.
Die wichtigsten Nvidia-Termine 2026
Nvidia-Aktionäre und Beobachter des KI-Sektors sollten sich vier Tage im Jahr 2026 rot im Kalender markieren. Der wichtigste Termin ist zweifellos der 25. Februar 2026, an dem Nvidia-Chef Jensen Huang die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt, das am 28. Januar 2026 endete. Mit noch größerer Spannung wird Huangs Ausblick auf das laufende Jahr erwartet.
| Ereignis | Datum | Zeit |
|---|---|---|
| Ergebnisse Q4/Geschäftsjahr | 25. Februar 2026 (bestätigt) | nach US-Börsenschluss (ab 22 Uhr) |
| Ergebnisse Q1 | 27. Mai 2026 (erwartet) | nach US-Börsenschluss (ab 22 Uhr) |
| Ergebnisse Q2 | 26. August 2026 (erwartet) | nach US-Börsenschluss (ab 22 Uhr) |
| Ergebnisse Q3 | 18. Novemebr 2026 (erwartet) | nach US-Börsenschluss (ab 22 Uhr) |
Anlässlich der zuletzt gemeldeten Zahlen zum dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 meldete Nvidia Rekordumsätze von 57 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Für 2026 wird erwartet, dass der Markt bei dem Unternehmen weniger auf das reine Umsatzwachstum und stärker auf die Bruttomargen achtet. Diese erreichte bei Nvidia zuletzt immer noch beeindruckende 73,4 Prozent, könnte aber angesichts der wachsenden Konkurrenz durch AMD und dei customized KI-Chip von Broadcom für Google unter Druck geraten. Jede Abweichung von diesen Niveaus könnte daher Schockwellen durch den gesamten Tech-Sektor senden.
„Holiday Bans“ 2026: Hier ist Ausspannen verboten
Denken Sie immer daran: Ihr Depot schläft nicht – und die erfolgreichsten Investoren sind diejenigen, die reagieren können, wenn die Fakten auf den Tisch kommen.
Dies sind die Tage, an denen Sie Ihren Trading-Desk nicht verlassen sollten:
25. Februar 2026: Der Nvidia-Tag. Hier entscheidet sich die Richtung der Tech-Börse für das erste Halbjahr.
27. April bis 1. Mai 2026: Die Big-Tech-Woche. Alles, was Rang und Namen im Silicon Valley hat, berichtet.
11. bis 15. Mai 2026: Die deutsche Dividendenwoche mit Adidas, Allianz, BMW, Rheinmetall.
28. Oktober 2026: Der europäische Belastungstest: Zahlen zum 3. Quartal von BASF, Deutsche Börse, Mercedes und Deutsche Bank.
Eine detailliertere Monat-für-Monat-Übersicht für 2026 finden Sie hier.
Die Heatmap des Börsenjahres 2026
Um Ihre Urlaubsplanung effektiv zu steuern, hier eine Übersicht über die „Termindichte“ für die wichtigsten globalen Unternehmen, bezogen auf Quartalszahlen und Hauptversammlungen im Verlauf des Jahres.
| Monat | Berichtsdichte | Schwerpunkt-Sektor | wichtigste Woche |
|---|---|---|---|
| Januar | mittel | Banken /Energie | 12.1.-16.1. |
| Februar | hoch | Tech / DAX Industriewerte | 9.2.-13.2. |
| März | mittel | Pharma / Auto | 9.3.-13.3. |
| April | sehr hoch | US-Big Tech / DAX | 27.4.-1.5. |
| Mai | hoch | DAX-Hauptversammlungen | 11.5.-15.5. |
| Juni | niedrig | Volkswagen (HV) / Konsum | 15.6.-19.6. |
| Juli | sehr hoch | US Tech (Q2) / DAX | 27.7.-31.7. |
| August | hoch | Nvidia (Q2) / Siemens (Q3) | 3.8.-7.8. |
| September | niedrig | Broadcom / EU-Rüstungswerte | 7.9.-11.9. |
| Oktober | sehr hoch | US-Tech (Q3) / SAP | 26.10.-30.10. |
| November | hoch | Nvidia (Q3), Rüstung, Siemens-Familie (Gj.) | 9.11.-13.11. |
| Dezember | niedrig | Broadcom / Jahresausblicke | 7.12.-11.12. |
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