Der September gilt als der wohl schlechteste Börsenmonat des Jahres. Wir prüfen, ob dies auch für den DAX zutrifft.

Ist der September auch für den DAX das Schwarze Schaf unter den Börsenmonaten?

Noch schlechter als der August ist die Performance für den DAX üblicherweise im September:
Es gibt diverse Untersuchungen hierzu, wobei die Ergebnisse alle aufzeigen, dass Investoren den September besser meiden sollten, auch wenn die mathematischen Ergebnisse leicht voneinander abweichen:
•    Laut einer Analyse der Plattform Capital.com weist der deutsche Leitindex DAX im September eine durchschnittliche Monatsrendite von rund –1,7 % auf. Damit zählt der September zu den schlechtesten Monaten im Jahresverlauf.
•    Eine detailliertere Untersuchung im Blog von Tidy Intelligence zeigt noch klarere Zahlen: Für August und September liegt die durchschnittliche negative Rendite zusammen bei etwa –2,4 %, wobei allein der September oft knapp –2,44 % beträgt (statistisch signifikant).
•    Die populäre Strategie „Sell in Summer“ (eine Variante der bekannten «Sell in May»-Strategie) fußt auf genau diesem saisonalen Muster: Seit der DAX-Einführung im Jahr 1988 verzeichnen nur August und September durchschnittlich negative Entwicklungen — –2,2 % im August und –3,3 % im September.
Der untenstehende Chart zeigt den DAX-Verlauf der letzten 5 Jahre, wobei die Septembermonate jeweils entsprechend markiert sind. Die Darstellung zeigt schön: Üblicherweise fährt der DAX im September Verluste ein – und Ausnahmen bestätigen die Regel: 2024 konnte der DAX im September leicht zulegen.
Grundsätzlich gilt aber: Nach dem September sollten Anleger rasch wieder an Bord sein, damit sie die darauffolgenden, ertragsreichen Börsenmonate nicht verpassen!

DAX-Chart
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DAX-Chart

Was sind die Ursachen für diese Underperformance?

Es gibt verschiedene Faktoren, die den Börsenmonat September schwierig machen:
1.    Portfolioumschichtungen nach der Sommerpause
Fondsmanager und institutionelle Anleger kehren im September aus der Sommerpause zurück. Oft werden Positionen bereinigt, Risiken reduziert oder Gewinne aus den Sommermonaten mitgenommen.
2.    Steuerliche und bilanzielle Effekte
In Deutschland endet für einige Unternehmen das Geschäftsjahr zum 30. September. Manche institutionellen Anleger „schönen“ ihre Bilanzen durch Verkäufe oder Umschichtungen.
3.    Nachholeffekte nach dünnem Sommerhandel
Im Juli/August ist das Handelsvolumen oft niedrig (Ferienzeit). Kommt dann im September wieder mehr Aktivität in den Markt, können kleinere negative Nachrichten größere Kursrückgänge auslösen.
4.    Psychologischer Effekt / Selbstverstärkung
Da die September-Schwäche bekannt ist, handeln manche Investoren entsprechend vorsichtiger oder sichern Positionen ab. Diese Erwartung kann die Schwäche sogar verstärken.
5.    Makroökonomische Gründe
Viele wichtige Notenbanksitzungen (EZB, Fed) und Konjunkturprognosen finden im Spätsommer/Herbst statt.

Achtung: 3-Facher Hexensabbat im September 2025

Ein besonderes Augenmerk sollten Anleger auf den 19.9.2025 haben, denn dann findet wieder einmal der sog. «dreifache Hexensabbat» statt. Als «dreifacher Hexensabbat» gelten jene vier Tage im Jahr, in denen gleichzeitig Verfallstag für Aktienoptionen, Aktienindex-Futures und Aktienindex-Optionen ist. An solchen Tagen ist mit besonderer Volatilität zu rechnen!

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