Hierzulande gibt es etwa 25 börsennotierte Unternehmen, die ihre Dividenden 2026 ganz oder teilweise steuerfrei aus den Kapitalreserven zahlen wollen. Zu diesem Kreis zählt auch eine deutsche Spezialimmobilienfirma.

Details zur Dividendenzahlung

Auf der Hauptversammlung der Deutsche Real Estate am 12. Mai 2026 soll eine Dividende in Höhe von 4 Cent je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen werden. Der Ex-Tag ist der 13. Mai . Die Ausschüttung soll ab dem 18. Mai auf den Verrechnungskonten der Anleger bei den Depotbanken gutgeschrieben werden. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 0,6  Prozent. 


Steuerfreie Ausschüttung

Die Deutsche Real-Estate-Dividende soll 2026 steuerfrei ausgeschüttet werden. Die Auszahlung erfolgt aus dem  Einlagekonto gemäß Paragraf 27 Körperschaftsteuergesetz. Die Ausschüttung fließt damit bilanzrechtlich betrachtet nicht aus dem laufenden Gewinn des Unternehmens, sondern aus Rücklagen oder Einlagen, die Gesellschafter eingebracht haben.  


Der rechtliche Hintergrund

Vollständige Steuerfreiheit der Ausschüttung bedeutet: Die Dividende wird ohne Abzug von Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ausbezahlt. Basis für diese rechtliche Gestaltung sind bilanzrechtliche Umstrukturierungen in der Vergangenheit. 


Das Einlagekonto hat steuerlich die Funktion, dass die von den Anteilseignern geleisteten Gesellschaftereinlagen von den durch die Gesellschaft selbst erwirtschafteten Gewinnen getrennt werden. Aktionäre bekommen so die Ausschüttung „brutto für netto“ auf ihr Depot-Verrechnungskonto überwiesen, ohne dass der Sparpauschbetrag (1000 Euro Singles, 2000 Euro zusammenveranlagte Partner) belastet wird.


Dauerhafte Steuerfreiheit

Langfristig profitieren bei Ausschüttungen von Einlagekonten nur Anleger, die entsprechende Dividendenpapiere bereits vor Einführung der Abgeltungsteuer 2009 gekauft haben: Sie kassieren bei späteren Verkäufen Kursgewinne ohne Abzug steuerfrei.Deutsche Real Estate ging  aus einer Umfirmierung der bereits börsennotierten Geestemünder Verwaltungs- und Grundstücks AG im April 1999 hervor.


Steuerstundungs-Effekt

Alle Aktionäre, die später, also seit 2009, eingestiegen sind, erzielen bei Dividendenzahlungen vom Einlagekonto zumindest einen „Steuerstundungs“-Effekt: Beim Verkauf werden die steuerfreien Ausschüttungen vom Kaufkurs abgezogen, die Differenz zwischen reduziertem Einstandspreis und Verkaufskurs ist dann kapitalertragsteuerpflichtig.  


Zum Unternehmen

Die Deutsche Real Estate verwaltet ein Portfolio von Gewerbeimmobilien (Einzelhandel und  gemischte Nutzung). Das Unternehmen besitzt 26 eigene Immobilienobjekte mit einer vermietbaren Fläche von rund 300 000 Quadrametern.

Es verwaltet zusätzlich 4 bis 6 Objekte der israelischen Muttergesellschaft Summit-Gruppe, insgesamt etwa 30 bis 32 Objekte. Die Immobilien sind  deutschlandweit, vor allem in Großstädten und Mittelzentren zu finden.

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