Privatanleger häufen seit Jahren Verluste an - im Schnitt 6.358 Euro. Jetzt greift die BaFin ein und es gibt neue Regelungen. Was Sie unbedingt wissen müssen.

Turbo-Zertifikate führen bei Privatanlegern mehrheitlich zu Verlusten, so die Aussage der BaFin. Nach einer früheren Untersuchung der Aufsichtsbehörde über fünf Jahre erlitten fast drei Viertel der Kunden in Deutschland dabei Verluste - im Schnitt je 6.358 Euro.

Deswegen greift die BaFin nun ein, um Privatanleger besser vor Verlusten mit den riskanten Wertpapieren zu schützen. 

BaFin greift bei Turbo-Zertifikaten ein

Mit einer Produktintervention, die an diesem Dienstag in Kraft tritt, verschärft die BaFin die Regeln für Anbieter.

"Mit der Beschränkung von Turbo-Zertifikaten stärkt die BaFin den Anlegerschutz", sagte Thorsten Pötzsch, BaFin-Exekutivdirektor für Wertpapieraufsicht und Asset-Management. "Diese hochspekulativen Produkte bergen erhebliche Risiken, insbesondere den Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Für viele Kleinanleger waren diese Risiken bisher nicht ausreichend erkennbar."

Nun soll eine Risikowarnung, mit der Anbieter vor dem Handel mit Turbo-Zertifikaten standardmäßig vor dem Verlustrisiko warnen müssen, mehr Transparenz bringen. "Zusätzlich stellen wir mit einer Wissensabfrage sicher, dass Anleger die Komplexität und die Gefahren dieser Instrumente grundsätzlich verstehen, bevor sie investieren", sagte Pötzsch. Schädliche Geldanreize, wie etwa reduzierte Ordergebühren oder Neukundenboni, seien zudem nun verboten.

Weiterführende Links

Verluste vermeiden - mit guten Tipps handeln

Die BaFin greift also bei Turbo-Zertifikaten ein und will für mehr Aufklärung unter den Anlegern sorgen. Ob das am Ende zu einer Verringerung der durchschnittlichen Verluste führt, ist fraglich.

Wenn Sie mit Zertifikaten solide und fundierte Anlageentscheidungen treffen wollen, dann lohnt sich vor allem ein Blick auf das BÖRSE ONLINE Heft (auch in der digitalen Version). Hier erhalten Sie exklusive Tipps von erfahrenen Experten. Mit dem Probe-Abo können Sie stark vergünstigt darauf zugreifen.

Probe-Abo sichern

Häufig gestellte Fragen

Sind Turbo-Zertifikate ein gutes Investment?

Turbo-Zertifikate führen bei Privatanlegern mehrheitlich zu Verlusten, so die Aussage der BaFin. Nach einer früheren Untersuchung der Aufsichtsbehörde über fünf Jahre erlitten fast drei Viertel der Kunden in Deutschland dabei Verluste - im Schnitt je 6.358 Euro.

Was sind Turbo-Zertifikate?

Turbo-Zertifikate sind an Basiswerte wie Aktien oder Rohstoffe gebunden und ermöglichen Anlegern überdurchschnittliche Gewinne, indem sie gehebelt auf Kursanstiege setzen können. Umgekehrt besteht aber das Risiko überdurchschnittlicher Verluste bis zum Totalausfall.

Warum verschärft die BaFin die Regel für Turbo-Zertifikate?

"Mit der Beschränkung von Turbo-Zertifikaten stärkt die Bafin den Anlegerschutz", sagte Thorsten Pötzsch, Bafin-Exekutivdirektor für Wertpapieraufsicht und Asset-Management. "Diese hochspekulativen Produkte bergen erhebliche Risiken, insbesondere den Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Für viele Kleinanleger waren diese Risiken bisher nicht ausreichend erkennbar."