Europa diskutiert erneut über Kernkraft – und eine Umfrage unter führenden Volkswirten zeigt eine leichte Mehrheit für die jüngsten EU-Überlegungen. Gleichzeitig bleiben Kosten, Risiken und die Rolle von Mini-AKWs umstritten.
Die EU bringt die Kernkraft zurück auf die Agenda – und Deutschlands Top-Ökonomen reagieren überraschend offen. Im März-Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag befürworten 55 Prozent der befragten Volkswirte die jüngsten Atompläne der EU, knapp 32 Prozent lehnen sie ab.
Auslöser sind Aussagen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Es sei „ein strategischer Fehler“ gewesen, einer „zuverlässigen, bezahlbaren Quelle für emissionsarmen Strom“ den Rücken zu kehren. Im Zentrum stehen Small Modular Reactors (SMR), die als Ergänzung zur Energieversorgung bis Anfang der 2030er-Jahre einsatzbereit sein sollen. Brüssel will dafür die Investitionsbedingungen verbessern und neue Finanzhilfen anschieben.
Die Argumente prallen im Barometer frontal aufeinander: Befürworter verweisen auf Klimaziele und einen stabilen Energiemix – Gegner auf hohe Kosten, Endlagerprobleme und Risiken. Selbst bei SMR ist die Wirtschaftlichkeit umstritten: RWE-Chef Markus Krebber hält eine private Investition „stand jetzt“ im aktuellen Kostenumfeld für nicht darstellbar.
Das Ökonomen-Barometer beleuchtet zudem die Konjunktur-Sorgen: Der Lagewert fällt im März um 16 Prozent auf 27,5 Punkte, die Erwartungen für zwölf Monate rutschen um 37,3 Prozent auf 20,9 Punkte. 70 Prozent befürchten durch den Irankrieg eine neue Inflations- oder Stagflationsphase. Gleichzeitig sehen 43 Prozent steigende Ölpreise als möglichen Beschleuniger der Energiewende.
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