Wer rechnen kann, wusste – oder ahnte – es schon länger. Nur die Politiker wagten es nicht auszusprechen, dass die gesetzliche Rente allein den Lebensstandard der Bürger nicht wird sichern können. Jetzt bricht Bundeskanzler Friedrich Merz erstmals mit dem Tabu.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland auf grundlegende Veränderungen bei der Rente eingestimmt. Beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin sagte der CDU-Vorsitzende: „Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern.“

Laut Merz müssten kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung hinzutreten, „und zwar in weit größerem Umfang, als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben“.

Rentenreform ist schon auf dem Weg

Die Aussagen passen zu Plänen der schwarz-roten Koalition, die Rentenversicherung zu reformieren. Der Bundestag hat bereits einen Nachfolger für die unbeliebte Riester-Rente beschlossen. Im Rahmen des sogenannten Altersvorsorge-Depots soll es ab Januar neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Dabei wird es auch möglich sein, bereits angesparte Riester-Guthaben in das neue Altersvorsorge-Depot zu überführen. Dieses bietet neben Förderzuschüssen auch Steuervorteile. Die Bundesregierung will damit erreichen, dass mehr Menschen privat Geld für die Rente zurücklegen.

Im Sommer will zudem eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission Vorschläge vorlegen. Dabei wird es wohl auch um Rentenkürzungen oder eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit gehen.

Auch Einschnitte bei der Krankenversicherung

Merz sagte, die schwarz-rote Koalition müsse und werde den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge stoppen. Dazu werde man auch „eine strukturelle Reform der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg bringen.“ Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte vergangene Woche Pläne vorgelegt, mit denen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen Milliardensummen eingespart werden und damit neue Beitragserhöhungen abgewendet werden sollen. Diese sind jedoch weiter umstritten.

So sorgen Sie jetzt schon vor

Mit dem Altersvorsorge-Depot schafft die Politik eine spannende, staatlich geförderte Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Und anders als bei Riester werden erstmals auch Selbstständige von der Förderung profitieren können.

Doch wer sich jetzt zurücklehnen und erstmal die Einführung des neuen Depots abwarten will, macht einen Denkfehler: Schon jetzt kann jede Anlegerin und jeder Anleger sich selbst einen Kapitalstock aufbauen. Dank günstiger Direktbanken-Depots und kostenloser ETF-Sparpläne war das auch für ungeübte Anleger noch nie so einfach wie heute.

So einfach geht es:

1. (möglichst kostenloses) Depot bei einem Direkt-Broker eröffnen. Günstige Anbieter mit kostenlosen ETF-Sparplan-Angeboten finden Sie hier in unserem Depot-Vergleich.

2. ETF-Sparplan aussuchen. Setzen Sie dabei auf einen ETF, der auf einem möglichst breit gestreuten Index basiert, wie dem MSCI World, dem MSCI ACWI (All Country) oder dem FTSE All World.

3. Darauf achten, dass der Sparplan auf diesen ETF kostenlos ist.

4. Sparerfreibetrag einrichten. Um zu verhindern, dass Ihnen schon bei kleinen Summen Steuern abgezogen werden, sollten Sie bei dem neuen Broker auch einen Sparerfreibetrag einreichen. Kapitalanleger können Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 1.000 Euro im Jahr von der Steuer freistellen lassen. Sie können diesen Freibetrag auch auf mehrere Banken und Broker verteilen. Wenn Sie woanders bereits höhere Summen auf Sparkonten besparen, erteilen Sie den Freibetrag beim Broker am besten nur anteilig.

Der Vorteil: Während das Altersvorsorge-Depot bis zur Rente grundsätzlich unangetastet bleiben muss (bis auf einzelne Ausnahmen), können ETF-Sparer jederzeit über ihr Depotvermögen verfügen. Förderung und Steuervorteile gibt es dagegen nur für das Altersvorsorge-Depot.

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