Nach einigen schwachen Jahren für die Immobilienbranche sieht eine neue Studie wieder Wertsteigerungen für Häuser und Wohnungen. Doch nicht in allen Teilen Deutschlands gilt dies. In diesen Regionen ist mit Wertverfall zu rechnen.
Nachdem gerade die Jahre 2022 bis 2024 eine Dürreperiode für den Immobiliensektor waren, soll es einer neuen Studie des IW Köln in den kommenden Jahren bis 2035 mit den Preisen wieder bergauf gehen. Doch das gilt nicht für alle Teile Deutschlands.
Wenn Sie hier wohnen, wird Ihr Haus im Wert steigen - und hier wird es fallen
Konkret schrieb das Institut: „Langfristig dürften die Preise moderat steigen – im Mittel real um rund 1 Prozent pro Jahr bis 2035. Entscheidend ist jedoch weniger der bundesweite Trend als die zunehmende regionale Spreizung: Während Metropolräume und wirtschaftsstarke Regionen weiter wachsen, müssen strukturschwächere Regionen mit stagnierenden oder rückläufigen realen Kaufpreisen rechnen.“
Passend dazu veröffentlichte das IW folgende Grafik, die die erwartete Wertentwicklung je nach Region verdeutlicht:
Verantwortlich für die regional unterschiedliche Entwicklung sind laut IW vor allem strukturelle Faktoren. Hierzu hieß es: „Besonders entscheidend sind demografische Entwicklungen. Regionen mit wachsender Bevölkerung und steigender Haushaltszahl verfügen über eine stabile oder steigende Nachfragebasis, während schrumpfende Regionen langfristig mit einer geringeren Nachfrage nach Wohnraum konfrontiert sind.”
Das ist für Sie jetzt wichtig
Dementsprechend ist es für Investoren wichtig, vor allem die Unterschiede von Region zu Region zu prüfen. Ein Markt, in dem alle Immobilien im Wert steigen (wie bis 2021), ist laut IW Köln in den kommenden Jahren nicht mehr zu erwarten.
Es lohnt sich daher, selektiv zu agieren oder vielleicht auch auf Immobilienaktien zu setzen, um bei den Anlagen zu verifizieren. Eine aktuelle Einschätzung zur Aktie von Vonovia gibt es beispielsweise in der BÖRSE ONLINE Ausgabe 11/26. Hier geht es zur digitalen Version.
Häufig gestellte Fragen
Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in Deutschland laut IW Köln bis 2035?
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert bis zum Jahr 2035 einen moderaten Anstieg der Wohnimmobilienpreise von durchschnittlich etwa 1 Prozent pro Jahr in realer Rechnung. Diese Entwicklung folgt auf die Schwächephase der Jahre 2022 bis 2024, wobei der bundesweite Trend durch eine starke regionale Spreizung zwischen Wachstumsregionen und strukturschwachen Gebieten geprägt sein wird.
Welche Regionen verzeichnen laut der Studie die stärksten Wertsteigerungen?
Wertsteigerungen sind primär in Metropolräumen und wirtschaftsstarken Regionen zu erwarten, in denen die Bevölkerung und die Anzahl der Haushalte kontinuierlich wachsen. Im Gegensatz dazu müssen strukturschwächere Regionen mit stagnierenden oder sogar rückläufigen realen Kaufpreisen rechnen, da dort die Nachfragebasis aufgrund demografischer Schrumpfungsprozesse langfristig erodiert.
Welche Faktoren sind entscheidend für die zukünftige Preisbildung bei Wohnimmobilien?
Die wichtigste Einflussgröße für die regionale Preisentwicklung ist die Demografie, da eine steigende Haushaltszahl eine stabile Nachfragebasis für Wohnraum garantiert. Für Investoren bedeutet dies, dass eine pauschale Wertsteigerung über alle Teilmärkte hinweg nicht mehr zu erwarten ist und die Prüfung regionaler struktureller Unterschiede für die Renditeerwartung essenziell wird.