Zum 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten in Deutschland erneut überraschend stark an. Das ist gut für rund 21 Millionen Rentner – aber auch ein Hinweis für alle, die fürs Alter vorsorgen. Denn wer nur auf die gesetzliche Rente setzt, braucht trotzdem einen Plan B.

Zum 1. Juli 2026 steigen die gesetzlichen Renten in Deutschland um 4,24 Prozent. Das hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)mit Verweis auf Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund mitgeteilt.

Wieviel Euro im Monat macht die Rentenerhöhung aus?

Für Rentnerinnen und Rentner ist das erst einmal eine erfreuliche Entlastung: Mehr Geld im Monat hilft direkt bei Miete, Lebensmitteln und Energiekosten. Laut dem Ministerium von Bärbel Bas bedeutet die Anpassung für eine sogenannte Standardrente (45 Beitragsjahre, Durchschnittsverdienst) ein Plus von 77,85 Euro pro Monat. Gleichzeitig steigt der „aktuelle Rentenwert“ – also der Betrag, der hinter einem Rentenpunkt steckt – von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Selbst wenn Sie selbst noch nicht in Rente sein sollten, können Sie ich anhand dieser Zahl überschlägig Ihre eigene Rente ausrechnen: Dazu benötigen Sie nur noch die Zahl der von Ihnen bereits erworbenen Rentenpunkte. Diese entnehmen Sie der letzten Renteninformation, die die Rentenversicherung allen Versicherten, die älter sind als 27 und mindestens fünf Jahre eingezahlt haben, jährlich zusendet.

Warum steigen die Renten überhaupt so deutlich?

Vereinfacht gesagt orientiert sich die gesetzliche Rente in Deutschland vor allem an der Lohnentwicklung: Verdienen die Beschäftigten mehr, steigen in der Regel auch die Renten. Das BMAS hat für 2026 auf eine anpassungsrelevante Lohnentwicklung von 4,25 Prozent ermittelt. Die Rentenanpassung liegt mit 4,24 Prozent knapp darunter – unter anderem wegen Recheneffekten rund um die Sozialabgaben, etwa beim Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung. Außerdem wurde mit dem Rentenpaket 2025 eine Haltelinie auf dem Mindestsicherungsniveau von 48 Prozent bis zum 1. Juli 2031 verlängert.

Was heißt das für Privatanleger und Sparer, die noch im Berufsleben stehen?

Die Nachricht ist ein guter Anlass, die eigene Altersvorsorge nüchtern zu prüfen. Ja, die gesetzliche Rente ist bislang verlässlich und steigt regelmäßig mit den Löhnen in Deutschland an. Ein weit verbreiteter Irrtum ist jedoch, dass das ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard im Alter für alle automatisch zu sichern. Das aber klappt nicht, wie schon der Blick auf das Sicherungsniveau von 48 Prozent zeigt. Zumal es sich dabei nicht etwa um das letzte Einkommen, sondern – näherungsweise – um das Durchschnittseinkommen über das gesamte Arbeitsleben hinweg handelt. Hinzu kommt die Inflation, die die Kaufkraft der Rente in der Zukunft ebenfalls mindert.

Wie baue ich mir ein zusätzliches Vermögen auf?

Die kluge Konsequenz lautet daher: Wer kann, baut schon Jahre – oder besser Jahrzehnte – vor Renteneintritt zusätzlich Vermögen auf, das nicht nur von politischen Stellschrauben abhängt.

Die Investmentchance liegt dabei weniger in einer einzelnen „Renten-Aktie“ – selbst wenn die Nvidia heißen sollte –, sondern im Prinzip: langfristig und stetig investieren. Regelmäßige Sparpläne auf breit gestreute Aktien-ETFs bieten dafür die Grundlage. Diese ETFs können, je nach Risikoprofil, entweder nur Aktien enthalten oder einen Mix aus Aktien und Anleihen. Hinzu kommt ein Liquiditätspuffer, damit Sie im Alter nicht monatlich oder gar wöchentlich Fondsanteile verkaufen müssen, um flüssig zu bleiben.

Unterstützt mich der Staat dabei?

Das neue Altersvorsorgedepot, das die Bundesregierung zum 1. Januar 2027 einführen will, wird diese Art von Vermögensaufbau mit zusätzlichen Förderbeträgen und Steuervorteilen noch attraktiver machen.

So kann sich jeder relativ einfach und stressfrei eine eigene „Zusatzrente“ aufbauen. Denn eine Rentenerhöhung von 4,24 Prozent ist erfreulich – aber sie ersetzt keinen privaten Plan für die Zeit, in der das Gehalt wegfällt.

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