Europas Nordsee-Anrainer planen eine gigantische neue Stromfabrik auf See – samt „Energieautobahn“, Wasserstoff und Milliardeninvestitionen. Welche Branchen jetzt zu den möglichen Gewinnern zählen.
Jahrzehntelang hat Nordseeöl Europas Wirtschaft geschmiert – künftig soll es der Wind richten. Was nach Symbolpolitik klingt, nimmt gerade sehr konkrete Formen an: Bis 2050 wollen die Nordsee-Anrainer eine elektrische Leistung von 300 Gigawatt aufbauen. Das ist eine Dimension, die selbst erfahrene Energie-Profis kurz schlucken lässt.
Ende Januar haben Deutschland sowie mehrere Nachbarländer ihre Pläne auf einem Nordsee-Gipfel in Hamburg bekräftigt. Die Stoßrichtung ist klar: weg von teuren Importen, hin zu mehr eigener, stabiler Versorgung – und zwar nicht nur national gedacht, sondern europaweit vernetzt. Ein Drittel der Kapazitäten soll explizit der grenzüberschreitenden Versorgung dienen. Los geht es mit einer dänisch-deutschen „Energieautobahn“ rund um Bornholm – ein Schritt, der in Europa als echter Systemwechsel gilt, weil Energieplanung bislang oft im Alleingang passierte.
Damit das klappt, braucht es gigantische Investitionen: Stromnetze, Leitungen, Offshore-Anlagen, Häfen, Spezialschiffe, Elektrolyseure – und teilweise auch die Umwandlung von Strom direkt auf See in grünen Wasserstoff. Profiteure sind deshalb nicht nur „Windfirmen“, sondern eine ganze Wertschöpfungskette: von Stahl und Komponenten über Bau, Infrastruktur und Service bis zu Banken und Versicherern, die diese Projekte finanzierbar machen.
Und es gibt eine zweite, oft unterschätzte Dimension: Schutz. Wo Tausende rotierende Riesen, Hunderte Kilometer Leitungen und sensible Steuerungssysteme entstehen, wird militärische Absicherung und Cybersicherheit zum Standortfaktor – Sabotage- und Angriffsrisiken inklusive.
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