Ökonomen blicken wieder optimistischer auf Deutschland – doch der Iran-Krieg bleibt ein Inflationsrisiko. Bei Spritpreisen kippt die Mehrheit: kein Tankrabatt, dafür strengere Kartellkontrolle.
Die Börsen schauen auf die Waffenruhe im Iran-Krieg – und auf die nächste Bewegung bei Öl und Inflation. Überraschend dabei: Führende Volkswirte bewerten Deutschlands Wirtschaft wieder etwas besser, auch der Ausblick auf die nächsten zwölf Monate hat sich spürbar aufgehellt.
Ganz weg sind die Risiken nicht. Der Krieg kann nach Einschätzung mehrerer Ökonomen Inflation und Konjunktur über höhere Energiepreise erneut belasten. Auch das ZEW verweist auf skeptischere Perspektiven wegen eines verknappten Energieangebots – mit Gegenwind für energieintensive Branchen.
Für Streit sorgt vor allem die Spritpreis-Explosion – und die Frage, was der Staat tun soll. Trotz hoher Preise lehnt eine klare Mehrheit steuerliche Entlastungen für Autofahrer ab. Stattdessen fordern fast zwei Drittel eine schärfere Kartellkontrolle. Michael Frenkel sieht Handlungsbedarf: „… das derzeitige Kartellrecht … [ist] angesichts der oligopolistischen Struktur des Marktes unvollkommen.“ Till Requate hält dagegen: „Es gibt auch keine Anhaltspunkte für Absprachen und Monopolpreisbildung“ – strengere Regeln seien „populistischer Aktionismus“. Und Justus Haucap formuliert die härteste Position: „Was der Staat gegen höhere Spritpreise tun sollte? Nichts.“
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