Die Zahl der Währungen, die unter dem anhaltend starken US-Dollar zu schwächeln beginnen, nimmt zu. Auch der japanische Yen ist davon betroffen. Die Bank of Japan hat nun auf Ersuchen des Finanzministeriums versucht, durch Devisenmarktinterventionen den Kursverfall des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar zu stoppen. Vergeblich. Von Carl Batisweiler 

„Einzelne Devisenmarktinterventionen der Zentralbank, die darauf abzielen, das Tempo der Abwertung zu verlangsamen oder umzukehren, können nur dann Wirkung zeigen, wenn kurz darauf eine Änderung der offiziellen Geldpolitik oder andere Maßnahmen folgen“, erklärt Peter De Coensel, CEO von Degroof Petercam Asset Management, den gescheiterten Versuch.

Japans Devisenreserven belaufen sich auf stolze 1,175 Billionen US-Dollar.

Wenn Japan diese Reserven nicht aufbrauchen wolle, müsse es US-Dollar durch den Verkauf von US-Staatsanleihen aufnehmen und anschließend Greenbacks verkaufen, um den Yen zu stützen, so De Coensel. Die Gesamtinflation in Japan liegt bei 3,00 Prozent, die Kerninflation bei 1,6 Prozent. Beide müssen mindestens drei Monate lang über diesen Werten liegen, um die Bank of Japan (BOJ) zu einer Änderung ihrer Politik zur Steuerung der Renditekurve zu veranlassen.

Altmodische Methode der Währungsstützung

Auch die Experten des japanischen Vermögensverwalters Nikko Asset Management sehen das Verhalten der BoJ kritisch. „Mit der jüngsten Intervention für den Yen haben Japans Verantwortliche zur altmodischen Methode der Stützung gegriffen“, so das Multi-Asset-Team von Nikko AM.

Die Geldpolitik der BOJ verlief in der Zeit nach der globalen Finanzkrise weitgehend im Einklang mit den anderen Zentralbanken der Welt. So seltsam das im heutigen Umfeld auch klingen mag: Erst im laufenden Jahr haben sich erhebliche Abweichungen ergeben. Die BOJ hatte ihre Negativzinspolitik und die Steuerung der Renditekurve im Jahr 2016 eingeführt. Bei ersterer wurde sie von der EZB übertroffen, die australische Notenbank (RBA) kopierte sie bei letzterer. Zwar hatte sich die BOJ nicht an den kurzen Straffungszyklen der Notenbanken in den USA, Kanada (BOC) und England im Jahr 2017 beteiligt, aber auch die EZB und die RBA hielten damals die Füße still.

Seit Anfang dieses Jahres wurden umfangreiche Zinserhöhungen vorgenommen, eingeleitet von der britischen Notenbank, aggressiv gefolgt von BOC und Fed. Jetzt wurde die BOJ zum Sonderfall: Unbeirrt hielt sie an ihrer äußerst unterstützenden Politik fest – bis heute. Sogar die EZB hat inzwischen ihren Zielsatz in den positiven Bereich angehoben.

Inflationsrate erstmals über 2,0 Prozent

Hauptursache für diese weltweite Straffung der Geldpolitik ist die steigende Inflation, die auf die höheren Energiepreise und die Unterbrechung der Lieferketten zurückzuführen ist. In Japan ist der Verbraucherpreisindex zum ersten Mal seit der Erhöhung der japanischen Verbrauchssteuer im Jahr 2014 über die von der BOJ angestrebte Inflationsrate von 2,0 Prozent gestiegen, die Kernrate liegt aber immer noch darunter. Bei Inflationsraten liegen damit deutlich unter den hohen einstelligen Werten der anderen Industrieländer.

Entsprechend sind die Renditen japanischer Staatsanleihen (JGB) und die von US-Staatsanleihen erheblich auseinander gelaufen. Dabei spielt die Steuerung der Renditekurve durch die BOJ eine wichtige Rolle, aber auch die günstigen Inflationsergebnisse in Japan sind ein wesentlicher Grund für die Outperformance der JGB. Die steigenden Renditedifferenzen haben zu einer deutlichen Abwertung des Yen gegenüber einigen der wichtigsten Exportkonkurrenten Japans beigetragen. Mit der jüngsten Intervention stemmt sich Japan gegen diesen Trend.


Japans Devisenreserven belaufen sich auf stolze 1,175 Billionen US-Dollar.

Wenn Japan diese Reserven nicht aufbrauchen wolle, müsse es US-Dollar durch den Verkauf von US-Staatsanleihen aufnehmen und anschließend Greenbacks verkaufen, um den Yen zu stützen, so De Coensel. Die Gesamtinflation in Japan liegt bei 3,00 Prozent, die Kerninflation bei 1,6 Prozent. Beide müssen mindestens drei Monate lang über diesen Werten liegen, um die Bank of Japan (BOJ) zu einer Änderung ihrer Politik zur Steuerung der Renditekurve zu veranlassen.

Altmodische Methode der Währungsstützung

Auch die Experten des japanischen Vermögensverwalters Nikko Asset Management sehen das Verhalten der BoJ kritisch. „Mit der jüngsten Intervention für den Yen haben Japans Verantwortliche zur altmodischen Methode der Stützung gegriffen“, so das Multi-Asset-Team von Nikko AM.

Die Geldpolitik der BOJ verlief in der Zeit nach der globalen Finanzkrise weitgehend im Einklang mit den anderen Zentralbanken der Welt. So seltsam das im heutigen Umfeld auch klingen mag: Erst im laufenden Jahr haben sich erhebliche Abweichungen ergeben. Die BOJ hatte ihre Negativzinspolitik und die Steuerung der Renditekurve im Jahr 2016 eingeführt. Bei ersterer wurde sie von der EZB übertroffen, die australische Notenbank (RBA) kopierte sie bei letzterer. Zwar hatte sich die BOJ nicht an den kurzen Straffungszyklen der Notenbanken in den USA, Kanada (BOC) und England im Jahr 2017 beteiligt, aber auch die EZB und die RBA hielten damals die Füße still.

Seit Anfang dieses Jahres wurden umfangreiche Zinserhöhungen vorgenommen, eingeleitet von der britischen Notenbank, aggressiv gefolgt von BOC und Fed. Jetzt wurde die BOJ zum Sonderfall: Unbeirrt hielt sie an ihrer äußerst unterstützenden Politik fest – bis heute. Sogar die EZB hat inzwischen ihren Zielsatz in den positiven Bereich angehoben.

Inflationsrate erstmals über 2,0 Prozent

Hauptursache für diese weltweite Straffung der Geldpolitik ist die steigende Inflation, die auf die höheren Energiepreise und die Unterbrechung der Lieferketten zurückzuführen ist. In Japan ist der Verbraucherpreisindex zum ersten Mal seit der Erhöhung der japanischen Verbrauchssteuer im Jahr 2014 über die von der BOJ angestrebte Inflationsrate von 2,0 Prozent gestiegen, die Kernrate liegt aber immer noch darunter. Bei Inflationsraten liegen damit deutlich unter den hohen einstelligen Werten der anderen Industrieländer.

Entsprechend sind die Renditen japanischer Staatsanleihen (JGB) und die von US-Staatsanleihen erheblich auseinander gelaufen. Dabei spielt die Steuerung der Renditekurve durch die BOJ eine wichtige Rolle, aber auch die günstigen Inflationsergebnisse in Japan sind ein wesentlicher Grund für die Outperformance der JGB. Die steigenden Renditedifferenzen haben zu einer deutlichen Abwertung des Yen gegenüber einigen der wichtigsten Exportkonkurrenten Japans beigetragen. Mit der jüngsten Intervention stemmt sich Japan gegen diesen Trend.