Sie dominieren ihre Branche und wälzen problemlos höhere Kosten auf die Verbraucher ab. Im Depot wirkt die Pricing Power der Unternehmen langfristig als Stabilisator.

Marktbeherrschende Unternehmen sind Notenbanken ein Dorn im Auge. Sie wälzen höhere Produktions-, Lohn- oder Kapitalkosten auf ihre Kunden ab, ohne Nachfrageeinbrüche fürchten zu müssen. Genau diese Fähigkeit jedoch macht es den Währungshütern schwer, die Teuerung zu drücken und Inflationsziele zu erreichen.

Erfahrene Anleger wie Warren Buffett dagegen schätzen Unternehmen mit Preissetzungsmacht. Im Gegensatz zu Firmen, die in einem wettbewerbsintensiven Markt agieren, bleiben ihre Gewinnmargen in Zeiten hoher Inflation oder schwacher Konjunktur stabil, nicht selten steigen sie sogar. „Preissetzungsmacht ist wichtiger als gutes Management“, folgert Buffett.

Die Resilienz der Unternehmen in Krisenphasen spiegelt sich im Kursverlauf wider. Zwar sind die Titel meist schon hoch bewertet, die Preissetzungsmacht ist bereits eingepreist. Studien zufolge schwanken die Notierungen im Vergleich zum breiten Aktienmarkt jedoch weniger.

Noch dazu fallen die Maximalverluste geringer aus. Unternehmen mit Preissetzungsmacht eignen sich daher zur Stabilisierung des Depots. Die Pricing Power wiederum beruht auf einer starken Marke, einzigartigen Produkten oder Dienstleistungen, die meist das Ergebnis hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung sind.

Fünf Werte mit Preissetzungsmacht

Privatanleger, denen es schwerfällt, entsprechende Titel zu identifizieren, investieren in Fonds oder orientieren sich an deren Top-Werten. Der Comgest Growth Europe (ISIN: IE 000 476 667 5) beispielsweise investiert in Unternehmen, die über breite ökonomische Burggräben um ihre Geschäftsmodelle herum verfügen. Zu den Top-Werten des Fonds zählt Novo Nordisk. Der Gesundheitskonzern und Entwickler der Abnehmspritze Wegovy stieg im vergangenen Jahr zum wertvollsten europäischen Unternehmen auf. Trotz hoher Inflationsraten in der EU und in den USA steigerten die Dänen den operativen Gewinn im dritten Quartal des vergangenen Jahres um ein Drittel. Das kam bei Börsianern gut an. Die Aktie legte kräftig zu. Für die Deutsche Bank und das britische Institut Barclays ist der Titel weiter ein Kauf.

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Weitere Themen im Heft:

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Erhöhtes Schutzbedürfnis: Wer Sicherheit will, benötigt neben Rüstungsgütern auch digitale Abwehr, denn Angreifer attackieren meist auf zwei Ebenen. Nicht nur Staaten investieren kräftig (S.82)

ESG-Trend: Unternehmen aus Branchen, die sehr viel CO2 austoßen, haben bei Anlegern oft einen schlechten Ruf. Aber genau hier gibt es einen großen Hebel, um eine CO2-neutrale Welt zu erreichen – wenn die Unternehmen den Wandel mit Verve angehen (S.90)

Versierte Profis: Steuerberater und „Digitale Steuerexperten“ für Steuerrat mit Klasse: Der neue €uro-Test zeigt, wer zu den Top-Akteuren in der Steuerberatung zählt (S.104)

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Foto: Börsenmedien AG