SCHULDENSTREIT

Deutschland sieht in Antrag Athens "Trojanisches Pferd"

Deutschland sieht in Antrag Athens
20.02.2015 08:01:00

Kurz vor der entscheidenden Sitzung der Euro-Finanzminister pocht die Bundesregierung auf klare Reformzusagen Griechenlands. In einem Papier aus Berlin zur Vorbereitung des Treffens am Freitag hieß es, der griechische Antrag auf weitere Milliardenkredite vom Donnerstag sei ein "Trojanisches Pferd".

Deutschland und Finnland hatten die Bitte abgelehnt, während Frankreich von einem ermutigenden Zeichen sprach. Die Euro-Finanzminister haben der Regierung in Athen eine Frist bis Freitag gesetzt. Griechenland droht die Staatspleite, sollte bis Ende des Monats keine Einigung erzielt werden.

Das Papier der Bundesregierung lag der Nachrichtagentur Reuters am Donnerstag vor. Darin heißt es, mit dem Antrag wolle Griechenland eine Brückenfinanzierung erreichen und unter dem Strich das aktuelle Hilfsprogramm stoppen. "Der griechische Brief ist überhaupt nicht eindeutig, gibt aber immensen Raum für Interpretationen." Es seien keine eindeutigen Zusagen enthalten, dass das aktuelle Programm erfolgreich beendet werde und Griechenland keine Reformmaßnahmen zurückdrehe. Weiter sei unklar, wie die griechische Regierung angesichts der gesunkenen Steuereinnahmen ihre Rechnungen bezahlen wolle. Auf dieser Basis könne kein Entwurf für eine Abschlusserklärung der Euro-Gruppe vorbereitet werden.

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Bildquelle: John Kolesidis/Reuters

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