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Deutschlands Milliarden-Risiko in Griechenland: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Deutschlands Milliarden-Risiko in Griechenland: Die wichtigsten Fragen und Antworten
19.02.2015 16:14:00

Der Schuldenstreit zwischen Griechenland und dem Rest der Euro-Zone spitzt sich zu. Das aktuelle Rettungsprogramm der Euro-Partner und des IWF läuft am 28. Februar aus, ohne eine Verlängerung droht dem vom Kapitalmarkt abgeschnittenen Land die Staatspleite. Es folgt ein Überblick über das maximale Risiko.

Wie viel Geld des deutschen Staates steht auf dem Spiel?

Deutschland steht für Kredite von gut 50 Milliarden Euro gerade. Am ersten Hilfspaket, das die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) mit 73 Milliarden Euro ausgestattet hatten, ist Deutschland nach Regierungsangaben mit knapp 15,2 Milliarden Euro beteiligt. Die Darlehen wurden über die Staatsbank KfW abgewickelt und von der Bundesregierung verbürgt. Zum zweiten Hilfspaket von insgesamt 163,7 Milliarden Euro hat der Euro-Rettungsschirm EFSF mit 144,6 Milliarden Euro den Löwenanteil beigesteuert. Ausgezahlt sind davon inzwischen 141,9 Milliarden Euro. Deutschland bürgt für rund 38,5 Milliarden Euro davon. Vom IWF kommen weitere 19,1 Milliarden Euro.

Eine Rückzahlung der EFSF-Gelder steht noch nicht an. Laut Bundesfinanzministerium startet die Tilgung erst im nächsten Jahrzehnt. Aktuell zahlt Griechenland für die Kredite lediglich Zinsen, die bereits stark verbilligt und gestreckt worden sind.

Würde Griechenland die Zahlungen an seine Gläubiger stoppen, müsste Deutschland wohl im schlimmsten Fall auch für ausfallende Anleihen in der Bilanz der EZB haften. Die Summe ist unklar, dürfte sich aber im einstelligen Milliarden-Bereich bewegen.

Wie stark wären die deutschen Banken betroffen?

Die Forderungen der deutschen Banken gegen griechische Gläubiger haben sich in den vergangenen Jahren massiv verringert. Sie beliefen sich nach Zahlen des Bankenverbandes im September vergangenen Jahres noch auf 23,468 Milliarden Euro, davon knapp 15,2 Milliarden gegenüber dem griechischen Staat - der Rest gegenüber Banken und Privatpersonen sowie Unternehmen. Die griechischen Staatsschulden in den Büchern deutscher Banken entfallen fast komplett auf die KfW. Hier handelt es sich um den deutschen Anteil am ersten Hellas-Hilfsprogramm.

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Bildquelle: Yannis Behrakis/Reuters
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