GELDPOLITIK

US-Notenbank will Zinswende ohne Hast ansteuern

US-Notenbank will Zinswende ohne Hast ansteuern

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18.12.2014 07:59:00

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) steuert nach sechs Jahren ultralockerer Geldpolitik ohne Eile auf eine Zinserhöhung zu. Sie erklärte am Mittwoch nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses, sie könne die Normalisierung der Geldpolitik "geduldig" angehen. Die im Vokabular der Fed neue Formulierung lässt allerdings darauf schließen, dass sie ein Ende der Nullzinspolitik konkret ins Auge fasst.

Laut Fed-Chefin Janet Yellen wird es aber wahrscheinlich noch nicht auf "einer der beiden nächsten Sitzungen" - also im Januar oder März - soweit sein. An den Märkten wird weiter damit gerechnet, dass die Notenbank erst Mitte 2015 die Zinswende einläuten wird.

Laut Yellen halten auch einige Mitglieder des Offenmarktausschusses dies für angemessen. Das Führungsgremium wolle sich jedoch nicht auf einen Zeitpunkt festlegen, da die Zinswende von der Entwicklung der Wirtschaft abhänge. Die Notenbanker selbst gehen im Mittel davon aus, dass der Leitzins Ende 2015 bei 1,125 Prozent liegen wird. Damit erwarten sie einen sanfteren Anstieg als noch im September, als sie einen Wert von 1,375 Prozent für Ende nächsten Jahren angepeilt hatten. Laut Yellen ist es jedoch noch nicht ausgemachte Sache, dass die Zinsen nur in "maßvollen Schritten" erhöht werden. Die US-Aktienkurse weiteten ihre Gewinne nach der Zinssitzung aus. Der Dollar legte zu.

Das bislang gebetsmühlenhaft wiederholte Bekenntnis der Fed, die Zinsen noch "geraume Zeit" nach den nun im Herbst beendeten Konjunkturhilfen niedrig halten zu wollen, steht laut Yellen im Einklang mit einer geduldigen Strategie der geldpolitischen Normalisierung. "An den Absichten hat sich nichts geändert", erläuterte die Fed-Präsidentin. Mit den Notenbankern Richard Fisher, Narayana Kocherlakota und Charles Plosser gab es jedoch drei Gegenstimmen im Fed-Führungsgremium.

Viele Experten hatten damit gerechnet, dass ein Bezug zu dem Niedrigzinsbekenntnis komplett aus der Erklärung der Fed gestrichen würde. Nun wählte die Fed eine Kompromissformel, um die Märkte nicht zu verschrecken: "Die Fed will keinen abrupten Wechsel, sondern eine Politik der ruhigen Hand", meint US-Ökonom Scott Clemens von der Privatbank Brown Brothers Harriman.

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