Geopolitische Hoffnungen treiben am Montag den Bitcoin. Unterdessen stockt Strategy seine Bestände weiter auf. Am Dienstag folgte die Ernüchterung.
Der Bitcoin hat zu Wochenbeginn ein technisches Ausrufezeichen gesetzt: Die Kryptowährung konnte die wichtige 50-Tage-Linie zurückerobern und kletterte zwischenzeitlich sogar über die Marke von 70.000 US-Dollar. Rückenwind kam dabei aus der Geopolitik – zumindest vorübergehend.
Auslöser des Kursanstiegs waren Berichte über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran über eine 45-tägige Waffenruhe. Doch die Hoffnung bekam rasch einen Dämpfer: Jüngsten Meldungen zufolge lehnt der Iran eine Feuerpause ab. Und Donald Trump droht weiterhin mit Angriffen auf iranische Infrastruktur, sollte es keine Einigung geben. In der Folge gab auch der Bitcoin einen Teil seiner Gewinne wieder ab und kämpft aktuell mit der 50-Tage-Linie.
Strategy-Aktie legt kräftig zu und baut Bitcoin-Position aus
Vom zwischenzeitlich steigenden Bitcoin-Kurs profitierten auch Unternehmen aus dem Kryptosektor. Aktien von Strategy legten am Montag um knapp 6,5 Prozent zu, Coinbase gewann rund zwei Prozent. Auch Mining-Unternehmen wie Riot Platforms und Marathon Digital verzeichneten Kursgewinne.
Strategy selbst hatte zuletzt erneut Bitcoin nachgekauft. In der vergangenen Woche erwarb das Unternehmen 4.871 Coins für etwa 330 Millionen US-Dollar. Damit erhöht sich der Bestand auf mehr als 766.000 Bitcoin. Insgesamt investierte Strategy rund 58 Milliarden Dollar, der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei etwa 75.600 Dollar. Trotz der jüngsten Kursanstiege liegt das Unternehmen damit weiterhin im Minus – der Buchverlust beläuft sich auf rund fünf Milliarden Dollar.
Analyst sieht noch kein Kaufsignal
Der bekannte Krypto-Analyst Willy Woo sieht derzeit aber noch kein klares Kaufsignal. Für ihn sind drei Bedingungen entscheidend, bevor von einem Ende des Bärenmarktes gesprochen werden kann: Erstens müsse der Kurs nachhaltig über die Kostenbasis neuer Investoren steigen. Zweitens müsse sich die Marktstimmung von Zurückhaltung hin zu offensiver Kaufbereitschaft drehen. Und drittens müsse auch die Kostenbasis wieder anziehen und Stärke signalisieren.
Fazit: Unterm Strich bleibt die geopolitische Entwicklung der zentrale Einflussfaktor für den Bitcoin-Kurs. Eine nachhaltige Erholung dürfte erst dann möglich sein, wenn sich die Lage im Iran spürbar entspannt. Bis dahin und ohne klare charttechnische Signale könnte Abwarten die bessere Strategie für Anleger sein.
Häufig gestellte Fragen:
Was bedeutet die 50-Tage-Linie beim Bitcoin?
Die 50-Tage-Linie ist ein viel beachteter Durchschnittskurs der vergangenen 50 Handelstage. Sie gilt als wichtiger Indikator für den kurzfristigen Trend. Steigt der Bitcoin darüber, werten viele Anleger das als positives Signal. Aktuell kämpft der Bitcoin jedoch mit der 50-Tage-Linie (Stand: 07.04.2026).
Wie bewerten Analysten die aktuelle Bitcoin-Lage?
Experten wie Willy Woo sehen derzeit noch kein klares Kaufsignal. Für eine nachhaltige Trendwende müssten unter anderem die Marktstimmung drehen und wichtige Kursmarken überwunden werden.
Warum kauft Strategy weiter Bitcoin?
Das Unternehmen setzt auf langfristig steigende Kurse und nutzt Rücksetzer gezielt für Nachkäufe. Trotz aktueller Buchverluste hält das Management an seiner Bitcoin-Strategie fest.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.