AXEL RETZ

Durchblick - das jetzt kostbarste Asset

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WKN: 852552 ISIN: US1667641005 Chevron Corp.

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10.07.2020 - 10:47
12.06.2015 07:53:00

Der G7-Gipfel ist vorbei - ohne die wichtigsten Staaten, die da mit von der Partie hätten sein müssen. Ohne Russland vor allem. Moskau wird derweil mit Forderungen konfrontiert, die Kiew und die USA jederzeit verunmöglichen können. Die EU-Sanktionen, sie befördern den US-Handel mit Russland. Und alle tun, als hätten sie es nicht bemerkt. Es bewegt sich etwas. Und Sie sollten sich mitbewegen.

von Axel Retz

So. Das G7-Treffen hätten wir dann auch hinter uns gebracht. Und das erfreulich friedlich. Über die Ergebnisse lässt sich streiten. Dass sich auf einem knapp zweitägigen Meeting nicht alle Probleme der Welt lösen lassen, liegt auf der Hand. Und das gilt erst recht, wenn Länder wie beispielsweise Russland, China und Indien gar nicht mit am Tisch sitzen. Was aus dem selbst von Kritikern gefeierten Statement zur Abwendung der sgn. Klimakatastrophe wird, bleibt abzuwarten. Viel versprechende Erklärungen dazu haben wir schon genug gehört. Beim Thema Ukraine wird es schwierig. Eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland, so hieß es, komme erst in Betracht, wenn Minsk II bis zum Jahresende in vollem Umfang erfüllt sei. Was ein wenig verwirrend ist.

Allenfalls bei Punkt 10 des Abkommens (Abzug aller ausländischen bewaffneten Formationen, Militärtechnik und Söldnern vom Territorium der Ukraine) hat Russland überhaupt direkten Einfluss auf die Einhaltung von Minsk II. Wobei die USA ja einräumen, ihrerseits mit Militär und paramilitärischen Kräften vor Ort zu sein. Und 80 Prozent der Verstöße gegen den Waffenstillstand wurden laut OECD von Kiews Truppen begangen. Dafür ausgerechnet Russland verantwortlich zu machen und/oder mit einer Verschärfung der Sanktionen zu drohen, falls das Abkommen nicht umgesetzt wird, ist schon arg eigenwillig.

Und dass sich unter den Regierungschefs der G7 kein einziger findet, der das einmal thematisiert, ist nicht gerade ermutigend. Wenn irgendjemand ein Interesse daran hat, die für die europäische Wirtschaft schädlichen Sanktionen gegen Russland aufrecht zu erhalten oder zu verschärfen, dann hat Moskau nicht den Hauch einer Chance, das durch sein Verhalten zu verhindern.

Wenn schon Sanktionen, dann gehören sie gegen jeden verhängt, der gegen Minsk II verstößt. Und das sollte auch für die politischen Drahtzieher in Kiew gelten, bei denen der Westen mit einem ganz anderen Maß zu messen scheint als im Falle Russlands. Sicherlich sitzen in Moskau nicht die personifizierten Friedensengel. Aber in Kiew sitzen sie noch viel weniger. Und in Washington und Brüssel ebenfalls nicht. Und wenn sich die EU zu Sanktionen drängen lässt, während die USA ihren Handel mit Russland drastisch massiv ausbauen, dann ist hier nicht nur auf der für die Börsen wichtigen Handelsebene wohl einiges gewaltig aus dem Tritt geraten. Europa sollte Flagge zeigen. Für Frieden und Aufschwung. Derzeit tut es das Gegenteil.

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Bildquelle: Axel Retz

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