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Healthcare-Branche setzt auf das Modell der SPACs

Healthcare-Branche setzt auf das Modell der SPACs
19.04.2021 06:40:00

Der Boom um Special Purpose Acquisition Companies (SPACs) setzt sich 2021 ungebremst fort und ist für Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit ein interessanter Weg an die Börse. Von Gastautor Mathias Schott

Lag die Zahl der SPAC-Börsengänge im gesamten Jahr 2020 noch bei 306, beläuft sie sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits auf 246. Gerade für kosten- und forschungsintensive Healthcare-Unternehmen bieten SPACs einen schnellen und effizienten Weg an die Börse und zu notwendiger Liquidität. So steigt die Zahl der SPAC-Börsengänge mit Fokus auf den Healthcare-Bereich bereits jetzt sprunghaft an: Nach 78 IPOs im Jahr 2020 sind es im ersten Quartal dieses Jahres schon 54 entsprechende Börsengänge. Damit haben rund ein Fünftel aller neu emittierten SPACs einen Fokus auf das Gesundheitswesen.

Das IPO-Volumen der SPACs im Gesundheitsbereich lag im vergangenen Jahr bei 15,1 Milliarden Euro, in den ersten drei Monaten dieses Jahres erreichte das Volumen bereits 12,2 Milliarden Euro. Die Mehrzahl der SPAC-Börsengänge wurde an den US-Börsen Nasdaq und der NYSE gelistet. Danach folgen mit weitem Abstand die britische LSE, Euronext in den Niederlanden, TSXV in Kanada sowie Kosdaq in Südkorea. In Deutschland beginnt sich dieser Markt erst zu entwickeln. Sicher ist aber, dass auch hierzulande die Zahl der SPAC-Börsengänge deutlich steigen wird. Das durchschnittliche Volumen der einzelnen SPACS im Healthcare-Bereich betrug im vergangenen Jahr 196 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2021 übertrifft der Wert mit 226 Millionen Euro bereits das Durchschnittsvolumen des Vorjahres. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 lag das durchschnittliche IPO-Volumen noch bei 37 Millionen Euro. Bei den SPACs mit Bezug zum Gesundheitswesen ist derzeit ein klarer Trend zu größeren Börsengängen zu beobachten. Während 2021 bisher keine Mikro-SPACs gelistet wurden, beträgt die Anzahl der großen SPACs - Börsengänge mit einem Volumen von mehr als 250 Millionen Euro - bereits 17.

Mehrheitlich ist erkennbar, dass die Firmenübernahmen durch SPACs bislang erfolgreich waren. Seit 2017 haben sich 98 private Unternehmen mit einem börsennotierten SPAC zusammengeschlossen. Davon sind zwölf Unternehmen im Gesundheitswesen tätig. Im Durchschnitt stiegen die Aktienkurse von Unternehmen aus dem Healthcare-Bereich, die von SPACs übernommen wurden, seit Bekanntgabe der Übernahme um rund zwölf Prozent. Der größte Kursanstieg der zwölf beobachteten Unternehmen ist bei Vincerx Pharma mit einem Plus von 57 Prozent seit Bekanntgabe der Akquisition Ende September 2020 zu beobachten. Die schlechteste Entwicklung lieferte 180 Life Sciences mit einem Kursrückgang von 51 Prozent. Beim Vergleich der aktuellen Marktkapitalisierung mit dem Transaktionswert zeigt sich, dass Clene Nanomedicine seinen Wert um das 26-Fache erhöhte, gefolgt von Nuvation Bio um das 20-Fache. Zwei Unternehmen indes haben ihren Wert verringert: SOC Telemed um den Faktor 0,8 und Reviva Pharmaceuticals um den Faktor 0,6.

Um die Aktienentwicklung der zwölf von SPACs erworbenen Gesundheitsunternehmen mit der Marktentwicklung zu vergleichen, haben wir bei FCF Life Sciences einen gleichgewichteten Index berechnet. Hierzu wurden die Aktienkurse der SPACs seit Bekanntgabe der Fusion mit dem jeweiligen Gesundheitsunternehmen verfolgt. Die Indexberechnung beginnt am 17. März 2020 mit der Ankündigung der Fusion von Immatics N.V. mit ARYA Sciences Acquisition Corp. Danach wurden die SPACs mit Fusionsankündigung in den Index aufgenommen. Die Analyse zeigt eine positive Entwicklung des Healthcare SPACs Index von rund 21 Prozent seit Beginn der Berechnung. Im Vergleich zum Dow Jones fällt der Healthcare SPACs Index jedoch um knapp 30 Prozentpunkte zurück.

283 SPACs haben ihren Börsengang mit einem geschätzten Volumen von 55,2 Milliarden Euro angekündigt. Davon konzentrieren sich 55 SPACs mit einem IPO-Gesamtvolumen von 13,5 Milliarden Euro auf Unternehmen aus dem Gesundheitswesen.

 


Über Mathias Schott

Schott studierte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann Wirtschaft in South Wales sowie Leeds und promovierte über Mergers & Acquisitions. FCF Fox Corporate Finance ist ein Finanzierungsspezialist für börsennotierte und private Unternehmen des Mittelstands im deutschsprachigen Raum. Das Münchner Unternehmen strukturiert, arrangiert und platziert Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen.

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