AXEL RETZ

Klare Signale

Klare Signale

WKN: 587530 ISIN: DE0005875306 GfK SE

08.10.2015 06:55:00

Um rund 2.500 Punkte hatte der DAX seit Jahresbeginn zulegen können. Diese Gewinne haben sich in Luft aufgelöst. In den meisten wichtigen Indizes wurden der 200 Tage-GD nach unten durchbrochen, bei vielen hat er auch bereits nach unten eingedreht. Und nun mehrt sich die Zahl verlässlicher Indikatoren, die für die Wall Street den Beginn einer neue Baisse signalisieren. Edelmetalle als Alternative? Möglich, aber auch dort steht es gerade Spitz auf Knopf.

von Axel Retz

Haben Sie es bemerkt? Natürlich, es war ja einfach nicht zu übersehen: In der Nacht von Sonntag auf Montag - nein, ich rede nicht vom "Blutmond" - wurde in der offiziellen Darstellung der Flüchtlingsthematik der Schalter umgelegt. Musste man bis jetzt davon ausgehen, dass die chronische Realitätsallergie der "Qualitätsmedien" untherapierbar wäre, blitzte ab Montag wie aus heiterem Himmel die Wirklichkeit durch, was mich für einen kurzen Moment hoffen ließ, dass die Meinungsvielfalt doch noch nicht dem Hirntod anheimgefallen sein könnte. Vorbei die Zeit, in der uns immer und immer wieder ausschließlich Bilder Fähnchen schwenkender Bahnhofsjubler präsentiert wurden. Vorbei die Zeit, in der auf jeden Warner oder Mahner mit der Nazikeule eingedroschen wurde.

Auf einmal erfahren wir, was in den Erstaufnahmelagern leider auch tagtägliche Realität ist: Afghanen gegen Albaner, Syrer gegen Iraker, Männer gegen Frauen und Kinder, Moslems gegen Christen, Sunniten gegen Schiiten - und immer gilt das Recht des Stärkeren. Auf einmal erfahren wir, dass "das Boot zwar nicht voll ist, aber zu viele Falsche darin sitzen" und auf einmal erfahren wir, dass die Polizei am Ende ihrer Belastbarkeit angelangt ist und sich die Behörden ernsthaft um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit sorgen. Und das sogar schon "seit Wochen und Monaten".

Ob man Medien überhaupt noch beachten sollte, die heute mit dem weißen und morgen mit dem schwarzen Pinsel malen, nie aber mit Farben, das sei dahingestellt. Wichtiger ist die Frage, wie es zur plötzlichen 180-Gradwende in der Darstellung der Wirklichkeit kam. Wer die Antwort sucht, der wird rasch fündig. Und zwar in Oberösterreich, wo die Wähler am Sonntag der als rechtspopulistisch eingestuften FPO einen Stimmenzuwachs von 15 auf 31,4 Prozent bescherten. Nun klingeln sie, die Alarmglocken; dem monolithischen GroKo-Gebilde drohen Stimmenverluste.

Ich fürchte, es wird ein heißer Herbst. Und ich wiederhole meine Befürchtung, dass am Ende genau diejenigen darunter zu leiden haben werden, die als "echte" Flüchtlinge zu uns kamen, Schutz und Hilfe verdienen, in den Erstaufnahmelagern unter den Augen der Obrigkeit aber schon jetzt oft etwas ganz anderes bekommen.

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Bildquelle: Axel Retz

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