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ÖKONOMEN-BAROMETER

Ökonomen-Barometer: Milliardenschweres EU-Paket dürfte Chipindustrie ankurbeln

Ökonomen-Barometer: Milliardenschweres EU-Paket dürfte Chipindustrie ankurbeln
13.02.2022 06:00:00

Volkswirte sehen die Konjunktur positiv. Am Subventionspaket der EU für die Chipindustrie stört sich die Mehrheit nicht. Von Wolfgang Ehrensberger

Der wirtschaftliche Ausblick auf das neue Jahr hellt sich im Februar weiter auf. Die im Ökonomen-Barometer von €uro am Sonntag befragten Volkswirte schätzen die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft mit einem Wert von 48 Punkten erneut besser ein als im Vormonat (45,9 Punkte). Der Ausblick kletterte auf 55,2 (Vormonat: 53,3) Punkte und liegt damit deutlich über der 50- Punkte-Linie, die wirtschaftliche Stagnation anzeigt.

Die Volkswirte beschäftigten sich in der Februar-Umfrage mit industriepolitischen Entscheidungen, die direkten Einfluss auf börsennotierte Firmen und deren Aktienkurse haben. Zum einen ging es um das von der EU-Kommission vorgestellte 45 Milliarden Euro schwere Paket für die europäischen Chiphersteller, mit dem der Industrie angesichts der enormen Chipengpässe unter die Arme gegriffen werden soll.

Am Dienstag hatte die EU-Kommission mit dem "EU Chips Act" dieses Förderprojekt aufgelegt, das die europäische Halbleiterindustrie unterstützen will. So sollen auf diesem Weg öffentliche und private Investitionen angeschoben werden, um im globalen Subventionswettrüsten in diesem Sektor zwischen den USA und China halbwegs mithalten zu können. Die öffentlichen Investitionen sollen dabei als Hebel für private wirken.

Die im Ökonomen-Barometer befragten Volkswirte sehen die Chipindustrie mehrheitlich als einen Bereich an, der eine solche industriepolitische Unterstützung verdient. Insgesamt 61 Prozent der Befragten halten den Fall für relevant, um industriepolitische Eingriffe zu rechtfertigen. 27 Prozent lehnen diese Form der Industriepolitik grundsätzlich und auch in diesem Fall ab.

Siltronic-Nein war richtig

Zum anderen ging es um die soeben am Widerstand des Bundeswirtschaftsministeriums gescheiterte Übernahme des Münchner Waferherstellers Siltronic durch den taiwanesischen Konzern Global Wafers.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte vergangene Woche die Frist für die Zusage verstreichen lassen - die milliardenschwere Transaktion war damit geplatzt. 52 Prozent der befragten Volkswirte halten dieses industriepolitische Nein für richtig, 29 Prozent für falsch, der Rest enthielt sich. Siltronic ist die mit Abstand größte Übernahme, die bislang am deutschen Außenwirtschaftsgesetz gescheitert ist, das insbesondere Technologieabfluss verhindern soll.

ehr


Bildquelle: BÖRSE ONLINE
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