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Shannon Ward: High-Yield-Bonds - Gute Zeiten für US-Hochzinsanleihen

Shannon Ward: High-Yield-Bonds - Gute Zeiten für US-Hochzinsanleihen

WKN: ISIN: US14019U1034 Capital Group Holdings Inc.

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22.06.2018 - 17:20
24.12.2017 03:30:00

Die Konjunktur in den USA läuft, die Zinsen bleiben niedrig - und doch bieten US-Unternehmensanleihen noch Renditen. Warum das so ist und worauf Anleger achten sollten. Von Gastautorin Shannon Ward

Die niedrigen Renditen vieler Assetklassen veranlassen Investoren dazu, nach Alternativen mit langfristig attraktiven Erträgen zu suchen. Eine interessante Anlagemöglichkeit stellen in diesem Umfeld amerikanische High-Yield-Anleihen dar. Die Ertragslage könnte in nächster Zeit ähnlich sein wie in diesem Jahr: Allein mit dem Kupon lassen sich derzeit etwa sechs Prozent verdienen, und solange sich die Zahlungsausfälle in Grenzen halten, scheinen Erträge im einstelligen Prozentbereich auf Jahressicht realistisch. Zugleich können Schwächephasen mithilfe eines durchdachten Portfoliomanagements aufgefangen werden. Außerdem gibt es unter den Hochzinsanleihen aus dem US-Universum interessante Papiere für jede Konjunkturphase.



Ein wichtiger Faktor bei Hochzinsanleihen sind die Fundamentaldaten der emittierenden Unternehmen - insbesondere Cashflows und Umsätze. Eine Vielzahl von US-Firmen erwirtschaftet derzeit stabile oder gar wachsende Umsätze und Gewinnmargen - folglich auch hohe Cashflows. Ein weiterer Aspekt ist die Verschuldung. In der derzeitigen Phase des Kreditzyklus gibt es nicht viele Übertreibungen. Viele Unternehmen scheinen durch die internationale Finanzkrise ihre Lektion gelernt zu haben, nur wenige sind zu hoch verschuldet. Zudem profitieren die Unternehmen von der nach wie vor lockeren Geldpolitik. Sie können ihre Anleihen bedienen, sind nur mäßig verschuldet und der Schuldendienst fällt ihnen leicht. Daher halten sich die Zahlungsausfälle von Unternehmensanleihen in Grenzen. Aktuell können nur bis zu zwei Prozent der Emittenten keine Zahlungen leisten. Zum Vergleich: In der Vergangenheit lag dieser Wert durchschnittlich bei bis zu vier Prozent.


Auch das aktuelle Verhältnis von Angebot und Nachfrage stützt Hochzinsanleihen aus den USA. Das Angebot von High-Yield-Anleihen ist derzeit eher beschränkt, es kommen nur wenig Neu-Emittenten auf den Markt. In den meisten Fällen geben Emittenten zum wiederholten Mal Anleihen aus, um beispielsweise alte Anleihen zu refinanzieren. Häufig sind es auch kleinere Unternehmen, die Anleihen begeben, sodass der Markt die neuen Anleihen gut aufnehmen kann. Das Nettoangebot bleibt daher im Moment relativ unverändert. Auf der anderen Seite herrscht jedoch eine große Nachfrage nach Neuemissionen. Folglich fließt noch immer viel Geld in die Assetklasse, was wiederum die Kurse trägt. Vor dem Hintergrund, dass High-Yield-Anleihen aktuell eine der wenigen Anlagemöglichkeiten sind, mit denen Investoren Erträge einfahren können, ist diese Entwicklung nicht verwunderlich.

Selbst in diesem Jahr, in dem die Fed Zinserhöhungen durchgeführt hat, haben sich Hochzinsanleihen positiv entwickelt. Grund hierfür sind zum einen die stabilen Fundamentaldaten und zum anderen das gute Wirtschaftsumfeld. Zum anderen sind High-Yield-Anleihen mit einer kurzen Laufzeit zwischen fünf und sieben Jahren eher von der Kreditqualität als von Zinsänderungen abhängig. Generell kann jeder Sektor interessante High-Yield-Anleihen bergen. Der Finanzsektor ist jedoch eher undurchsichtig, wodurch es schwer nachzuvollziehen ist, welche Faktoren die Erträge bestimmen. Daher sollten Anleger vorsichtig mit High-Yield-Anleihen aus diesem Bereich umgehen. Zusätzlich sollten Investoren auch Titel meiden, die zu stark von gesamtwirtschaftlichen Faktoren, wie beispielsweise den Ölpreisen, abhängig sind. Die Entwicklung des Ölpreises können selbst Experten nicht immer richtig prognostizieren. Folglich sollten Investoren Emittenten meiden, die von zyklischen Schwankungen betroffen sein könnten und nicht gegen Rohstoffpreisschwankungen abgesichert sind. Insgesamt können High-Yield-Anleihen in einem gut strukturierten Portfolio, das den für die Assetklasse typischen Risiken Rechnung trägt, aber recht gut abschneiden und sollten in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen.

Shannon Ward


Fixed-Income-Expertin Ward ist seit April dieses Jahres bei Capital Group tätig und verfügt über 24 Jahre Erfahrung in der Investmentbranche. Im Jahr 1931 in den USA gegründet, ist Capital Group mit einem verwalteten Vermögen von über 1,5 Billionen US-Dollar einer der weltweit größten unabhängigen Investmentmanager. Capital Group ist nicht börsennotiert und ausschließlich als Investor tätig.

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Bildquelle: Capital Group

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