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AXEL RETZ

Unterdrückte Verkaufssignale

Unterdrückte Verkaufssignale
14.05.2014 14:36:00

Frau von der Leyen lügt, wenn sie von einer OSZE-Mission der Bundeswehr spricht. Die April-Arbeitsmarktdaten der USA lügen, wenn sie eine Verbesserung signalisieren. Enttarnt aber auch: Unser bewährter Wall Street-Indikator ist nicht mehr bullish!

von Axel Retz

Wie es aussieht, scheint sich die Ukraine mehr und mehr auf einen Bürgerkrieg zuzubewegen. Die Folgen für die Märkte sind klar. Dass Rubel und RTX weiter in den Keller rauschen werden, tut der Börse erst einmal nicht weh, denn ökonomisch betrachtet ist Russland ein Winzling. Und für den deutschen Außenhandel spielt selbst Polen eine größere Rolle. Beschleunigt sich die gegenseitige Sanktionsspirale jedoch, sind wirtschaftlich unangenehme Folgen unausweichlich.

Osten und Westen werfen sich mittlerweile gegenseitig vor, den Konflikt mit Agenten, Provokateuren und verdeckt arbeitenden Militärs anzuheizen statt zu deeskalieren. Welche Rolle Deutschland dabei spielt, ist leider unklar. Klar ist nur, dass Bundesverteidigungsministerin von der Leyen nicht die Wahrheit sagt, wenn sie von den in der Ukraine festgesetzten und am Samstag frei gekommenen "OSZE_Mitarbeitern spricht. Und klar ist auch, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk zumindest teilweise kräftig an der Vertuschung mitwirkt. Hier (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/27/osze-bestaetigt-gefangene-in-slowjansk-sind-keine-osze-mitarbeiter/) finden Sie ein Interview des Österreichischen Fernsehens (OFR) mit dem stellvertretenden Chef des OSZE-Kriseninterventionszentrums, Herrn Claus Neukirch, das Sie gesehen haben sollten.

Die inkognito in Zivil in der Ost-Ukraine operierenden Bundeswehrangehörigen hatten keinerlei OSZE-Mandat, sie waren keine OSZE-Mitarbeiter. Dass die Bundesverteidigungsministerin die Fakten auf den Kopf stellt, lässt hinter der nun beendeten Mission nichts Gutes vermuten. Nicht minder beunruhigend ist allerdings, dass die Medien diesen faulen Zauber decken. Ich habe mehrere Rundfunkanstalten in einer E-Mail auf die Klarstellung der OSZE hingewiesen. Die unrichtige Berichterstattung wurde jedoch weitergeführt. Vier Fragen bleiben: Mit welcher Aufgabe war der von der von Frau von der Leyen von der Leine gelassene Trupp wirklich betreut, warum versucht man den Einsatz trotz des klaren Dementis von dort in den Verantwortungsbereich der OSZE hinein zu schmuggeln, wie viele solcher Kommandos gibt es noch, und wie kommt es, dass die Medien trotz klarer Hinweise an der unrichtigen Berichterstattung festhalten anstatt sie zu einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung zu drängen?

Presse und Rundfunk sind die vierte Gewalt im Staat. Und spätestens seitdem jeder Haushalt via GEZ gezwungen ist, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu finanzieren, sollten wir für unser Geld mehr als Regierungsfunk erwarten dürfen. Und auch einfordern.

Auf Seite 2: US-Arbeitsmarkt: Toter Hase

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