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Vermögensverwaltung geht auch digital

Vermögensverwaltung geht auch digital
29.07.2015 10:34:59

Bei Bankgeschäften oder der Depotverwaltung agieren immer mehr Anleger online. Nun können sie sich auch für eine internetbasierte Vermögensverwaltung entscheiden, sagt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von Ebase.

von Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von Ebase

Die Zahl der Selbstentscheider nimmt unaufhörlich zu. Immer mehr Anleger tätigen ihre Wertpapierkäufe und -verkäufe bequem online von zu Hause aus. Sie handeln mit Aktien und Anleihen, mit Investmentfonds und in letzter Zeit auch immer stärker mit ETFs. Dank ihrer günstigen Gebührenstruktur und der flexiblen Möglichkeit, mit einem ETF ein ganzes Anlagesegment abdecken zu können, sind sie ein nahezu ideales Anlageinstrument für die Online-Geldanlage.

Der Trend bedeutet allerdings für den Anleger, dass er sich intensiv und beständig mit den Anlagemärkten befassen muss. Denn mit der Entscheidung für ein bestimmtes Investment ist es nicht getan, es sollte sich auch mit anderen Portfoliobestandteilen zu einem sinnvollen Paket zusammensetzen. Ein weiterer Punkt sind die Verkaufsentscheidungen. Wann erscheint ein bestimmtes Marktsegment ausgereizt, wo drohen besondere Risiken, in welchem Maß sollte in sichere Investments umgeschichtet werden? Ein einseitig aufgebautes Portfolio kann schließlich sowohl auf der einen Seite Klumpenrisiken beinhalten als auch auf der anderen Seite dazu führen, dass gute Chancen verpasst werden.

Diese Aufgabe lässt sich nun bequem delegieren - an eine professionelle digitale Vermögensverwaltung auf Basis von ETFs. Was bisher mit einem persönlichen Beratungsgespräch in einer Bank oder bei einem Anlageberater verbunden war, kann komplett online abgeschlossen und genutzt werden. Der Unterschied zum klassischen Fondskauf: Während bei Fonds ein professioneller Manager dafür sorgt, dass die Investments stets in Einklang mit den Anlagerichtlinien erfolgen, behält der Vermögensverwalter fortlaufend das Kundendepot im Blick und schaut darauf, dass das Portfolio stets den Bedürfnissen des Anlegers entspricht. So wird der Unterschied einer Vermögensverwaltung im Gegensatz beispielsweise zu einem Dachfonds durch die Anforderungen durch das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) bestimmt.

Am Anfang der Kundenbeziehung zwischen Anleger und digitaler Vermögensverwaltung steht ein strukturierter Prozess, durch den ermittelt wird, welche Portfoliozusammensetzung für den Kunden angemessen und geeignet ist. Nachdem sich der Kunde online über das Produkt informiert hat, durchläuft er den WpHG-konformen Angemessenheits- und Geeignetheitstest. Dabei werden Faktoren wie die persönliche Vermögenssituation, Erfahrungen bei der Kapitalanlage, Risikopräferenzen sowie die Fähigkeit, zeitweilige Kurseinbußen zu verkraften, abgefragt.

Bei den von Ebase betreuten Managed Depots erteilt der Kunde anschließend auch online ein Verwaltungsmandat, sodass er von den im WpHG vorgeschriebenen Informations- und Sicherheitsmechanismen profitiert. Das sind beispielsweise ein regelmäßiger Geeignetheitstest, ein ausführliches halbjährliches Reporting sowie die tägliche Verlustschwellenüberwachung. Der digitale Vermögensverwalter achtet zudem auf die Einhaltung der Anlagestrategie sowie die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen. Dabei handelt es sich um breite Aktien- und Anleihen-ETFs aus -Industrie- und Schwellenländern sowie um Rohstoffe. Im Sinne des Anlegers beinhalten die verschiedenen Managed Depots also eine eingebaute Wächterfunktion. Zum Onlineservice gehört auch, dass der Kunde seine Einzahlungen und Auszahlungen täglich online veranlassen und überprüfen kann.

Die digitale Vermögensverwaltung kommt gerade aus den Startlöchern, aber die ersten Mandatserteilungen zeigen bereits inter-essante Ergebnisse. Etwas unerwartet ist beispielsweise die durchschnittliche Anlegerstruktur, die sich im Laufe der 16-monatigen Pilotphase abgezeichnet hat. So hat sich die Generation der 50- bis 70-Jährigen als First Mover entpuppt. Überraschend auch: Die bevorzugte Anlagestrategie ist die wachstumsorientierte, die konservative Variante war bislang weniger gefragt.

Rudolf Geyer

Geyer ist Sprecher der Geschäftsführung der European Bank for Financial Services GmbH (Ebase). Finanzvertriebe, Versicherungen, Banken oder Vermögensverwalter nutzen für ihre Kunden die mandantenfähigen Lösungen von Ebase für die Investmentdepotführung und das Angebot von Produkten der Vermögensbildung, Altersvorsorge und Geldanlage. Das verwaltete Kundenvermögen beträgt rund 26 Milliarden Euro.

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