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Welche Aktien Sie nicht brauchen

Welche Aktien Sie nicht brauchen
21.12.2016 05:15:00

Ein Fehlgriff bei der Aktienauswahl gerät schnell zum kostspieligen Ärgernis. Vor allem an vermeintlich preiswerten Unternehmen verbrennen sich Anleger schnell die Finger. Von Gastautor Sven Krause

Investoren bringen sich zurzeit für das Börsenjahr 2017 in Stellung. Dabei verwenden sie viele Gedanken darauf, welche Branchen und welche Aktien besonders gut abschneiden könnten. Weniger im Blickpunkt steht die Notwendigkeit, mögliche Verlierer auszuschließen. Problematische Unternehmen erst gar nicht ins Depot aufzunehmen, gehört aber ebenso zu den Anlegertugenden wie die Selektion erfolgsträchtiger Titel - gefährden stark verfallende Kurse einzelner Ausreißer doch schnell die Performance des gesamten Portfolios.



Unter den deutschen Standardwerten befinden sich zahlreiche Aktien mit eingetrübten Langfristperspektiven. Vor allem Banken und Energieversorger werden es schwer haben, zu alter Stärke zurückzufinden.


Es gibt ein mahnendes Beispiel: Einst erwischte es die ehemals staatlichen Telekomfirmen. Regulatorische Vorgaben und der technische Fortschritt sorgten für einen perfekten Sturm. Neue Konkurrenten traten auf den Plan, hohe Investitionen waren zu stemmen, die Preise verfielen trotzdem. Steigende Gewinne waren in diesem Umfeld nicht zu erzielen. Die Branche erlebte eine Talfahrt, die viele Jahre andauerte.

Heute aber steht der Telekomsektor wesentlich besser da. Angesichts der steigenden Internetnutzung zu Hause und auf Mobilgeräten verfügen Telekommunikationsaktien über gute Zukunftsperspektiven, die wir als Anhänger qualitätsstarker Wachstumstitel schätzen. Zusätzlich winken attraktive Dividenden. Allerdings verging mehr als ein Jahrzehnt, bis sich die Trendwende auch wieder in steigenden Börsenkursen niederschlug.

Energieversorger und Finanzbranche haben möglicherweise ein ähnlich schweres Los gezogen. Auch hier treten neue Konkurrenten auf den Plan, auch hier entscheiden schwer kalkulierbare politische Entscheidungen über das Schicksal großer Unternehmen. In jedem Fall benötigt der Strukturwandel viel Zeit. Wer sich von den beiden Problembranchen fernhält, sollte im kommenden Jahr wenig verpassen.

Auf Seite 2: Automobilindustrie im Umbruch



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