Tagelang schien es, als stünden die Zeichen am Persischen Golf auf Entspannung. Doch mit einem neuen Post auf seiner Plattform Truth Social gießt Donald Trump sprichwörtlich neues Öl ins Feuer.
Schwarzer Anzug, Sonnenbrille, Maschinengewehr über der Schulter – und im Hintergrund eine Serie von Detonationen in einer Wüstenlandschaft.
Dieses Motiv, das auch einer Fortsetzung von „Pulp Fiction“ oder den „Men in Black“ entlehnt sein könnte, postete Donald Trump in der Nacht zum Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social. „No more Mr. Nice Guy“ steht darüber. Dazu schrieb Trump: „Der Iran kriegt einfach nichts auf die Reihe. Die wissen nicht, wie man ein Atomabkommen unterzeichnet. Die sollten besser bald zur Vernunft kommen! Präsident DJT“.
Agent „K“ – oder doch eher Frank Drebin?
Damit hat der mächtigste Mann der Welt nun gleich mehrere Probleme ausgelöst: Medienprofis fragen sich, wer diese – nicht einmal gut gemachte – Collage zu verantworten hat, in der Trump eher an Lieutenant Frank Drebin aus der „Nackten Kanone“ erinnert („Es gibt nichts zu sehen!“) als an Agent „K“. Oder hat Trump womöglich auch ein „Blitzdings“?
Am Ölmarkt steigt der Puls
An den Ölmärkten und der Börse sorgt Trumps KI-Bild für Puls, weil der US-Präsident damit sprichwörtlich Öl ins Feuer des Konflikts gießt, den die meisten anderen Beteiligten – und Betroffenen – gerne endlich beilegen würden.
Prompt schoss der Ölpreis am Mittwoch um fast fünf Prozent in die Höhe. Am Nachmittag notierte das Barrel der Nordsee-Sorte Brent bei 109,33 US-Dollar. Damit hat der Preis seit dem 17. April, als die Märkte kurzzeitig die vermeintliche Öffnung der Straße von Hormus feierten, um mehr als 20 Dollar oder 25 Prozent zugelegt. So teuer war Öl zuletzt an Ostern.
Sind das etwa Kaufkurse?
Die Folgen sind wieder einmal dieselben: Ölaktien steigen, Luftfahrt, Tourismus- und Autoaktien brechen ein. Selbst die Aktie von Mercedes, die den Tag nach Quartalszahlen klar im Plus begonnen hatte, lässt am Nachmittag wieder Federn, die Lufthansa fällt in die Nähe der 7-Euro-Marke und damit auf den tiefsten Kurs seit Oktober. Gold fällt, der Dollar steigt – das übliche.
Keiner weiß, warum Trump den Druck so unvermittelt weiter erhöht. Bleibt zu hoffen, dass der US-Präsident weiß was er tut – und den Iran am Ende tatsächlich zu einem Einlenken bewegen kann.
Dann wären die heutigen Kurse Kaufkurse – wer traut sich?
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