GOLD UND GELD

Gold: Deshalb sollte das Edelmetall einen festen Platz im Depot haben

Gold: Deshalb sollte das Edelmetall einen festen Platz im Depot haben

WKN: A14QMG ISIN: JP3832900009 PLATZ Co.,Ltd.

27.11.2020 06:42:00

Die Aussicht, dass es in absehbarer Zeit zur Zulassung eines Impfstoffs gegen Covid-19 kommt, führte jüngst zu einem deutlichen Rücksetzer beim Goldpreis. Warum Anleger dem Edelmetall dennoch einen festen Platz im Depot einräumen sollten. Von Sven Heckle

Unter Investoren galt Gold schon immer als sicherer Hafen in turbulenten Marktphasen und als die klassische Krisenwährung. Immer dann, wenn Aktienkurse abstürzen, es zu geopolitischen Spannungen oder Schieflagen im Finanzsystem kommt und die Unsicherheit an den Märkten größer wird, schichten viele Marktteilnehmer ihr Depot zugunsten des gelben Edelmetalls um. Die Idee dahinter liegt auf der Hand. Gold ist vergleichsweise selten, nicht beliebig vermehrbar und rund um den Globus begehrt. Seinem Ruf als Krisenmetall ist Gold auch in diesem Jahr gerecht geworden. Vom anfänglich kräftigen Rücksetzer abgesehen, hat der Goldpreis während der Corona-Krise deutlich zugelegt und Anfang August dieses Jahres bei 2072 US-Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch markiert. Nach der anschließenden Korrektur nahm Gold Anfang November gerade wieder seine Aufwärtsbewegung auf. Doch dann versetzte die Nachricht eines Durchbruchs in der Impfstoffforschung die Aktienmärkte in Ekstase und ließ den Goldpreis innerhalb von Minuten deutlich einbrechen. Nun könnte das Edelmetall angesichts des zuletzt deutlich gestiegenen ­Risikoappetits der Anleger wieder auf das Abstellgleis geraten.

Langfristige Bilanz


Gold als reine Krisenwährung zu betrachten, ist beim Blick auf die Entwicklung in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten allerdings nicht gerechtfertigt. Egal ob in US-Dollar oder in Euro gerechnet - in nur fünf der vergangenen 20 Jahre tendierte der Goldpreis schwächer. In beiden Währungen verbuchte Gold über den gesamten Zeitraum hinweg durchschnittliche Kursgewinne von neun bis zehn Prozent pro Jahr. Auch wenn Zugewinne in der Vergangenheit nicht automatisch eine Garantie für künftige Preissteigerungen sind, sprechen derzeit doch zahlreiche Faktoren für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bei Gold.

Ungeachtet der neuen Aktieneuphorie dürfte nämlich ein anderes Virus weiterhin grassieren: die ausufernden Staatsschulden und die ultralockere Geldpolitik der führenden Notenbanken, um die ökonomischen Folgen der Pandemie zu mildern. Aus Sicht des US-Notenbankchefs Jerome Powell lässt sich noch nicht abschätzen, wie ein potenzieller Corona-­Impfstoff die US-Wirtschaft beeinflussen würde. Regierung und Notenbank müssten Powell zufolge wahrscheinlich noch mehr tun, um die coronabedingten wirtschaftlichen Schäden zu dämpfen. Damit hat sich aus fundamentaler Sicht für Gold nichts geändert. Die Notenbanken werden auf Jahre hinaus an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten, wodurch zinslose Anlageklassen wie Gold an Attraktivität gewinnen.

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Kursziele nach oben geschraubt


Zahlreiche Experten sehen aus diesem Grund noch lange kein Ende der Goldpreisrally. Während Goldman Sachs schon in wenigen Monaten ein Preisniveau von 2300 US-Dollar erwartet, rechnet die Bank of America mit einem neuen Rekordhoch von 3000 US-Dollar. Noch optimistischer zeigen sich die Experten der Saxo Bank mit einem Kursziel von 4000 US-Dollar, während die Permabullen von Incrementum sogar einen Anstieg auf 4800 Dollar bis 2030 ausrufen.

Um an einer nachhaltig positiven Entwicklung des Goldpreises zu partizipieren, stehen Anlegern verschiedene Möglichkeiten offen (siehe Kasten links "Investments in Gold"). Dazu gehören auch Aktien von Goldminenunternehmen, die derzeit dank des höheren Goldpreises und der erfolgreichen Reduzierung der Produktionskosten in den zurückliegenden Jahren von deutlichen Ergebnisverbesserungen berichten. Die Liquiditätssituation der Branche zeigt sich mittlerweile so komfortabel, dass viele Unternehmen eine Erhöhung der Dividende angekündigt haben.

Spektakuläre Übernahmen wie der Kauf von Saracen Minerals durch den australischen Goldproduzenten Northern Star Resources Anfang Oktober für mehr als vier Milliarden US-Dollar könnten in den nächsten Monaten für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen. Zuletzt haben allerdings die Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zu einer vo­rü­ber­gehenden Delle in den Übernahmeaktivitäten des Sektors geführt. BÖRSE ONLINE hat sechs attraktive Goldaktien herausgefiltert, die wir auf den folgenden Seiten vorstellen.

Investments in Gold


Anleger haben diverse Möglichkeiten, um von den langfristig positiven Aussichten des Edelmetalls zu profitieren. Die naheliegendste Variante ist der Kauf von physischem Gold in Form von Münzen oder Barren bei einem zertifizierten Edelmetallhändler. Eventuelle Lager-, Transport- und Versicherungskosten müssen aber berücksichtigt werden. Auf Seite 15 haben wir die besten Adressen für den Handel mit Gold zusammengetragen. Mit börsengehandelten Produkten wie ETFs, ETCs oder Zertifikaten kommen Anleger meist günstiger weg. Sie sollten jedoch ein mögliches Emittentenrisiko sowie anfallende Steuern und Gebühren im Blick behalten. Auch die Börsenkurse von Goldminenaktien orientieren sich häufig an der Entwicklung des Goldpreises, zeigen sich mitunter jedoch volatiler.

Barrick Gold: Warren Buffett wird zum Goldgräber


Der Einstieg der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway beim kanadischen Goldproduzenten Barrick Gold wurde in diesem Sommer von einem großen medialen Echo begleitet. Zwar investierte Warren Buffett nur wenige Zehntelprozent seines Depotvolumens, angesichts seiner bislang offenkundigen Abneigung gegenüber dem gelben Edelmetall kommt die überraschende Positionierung aber einem Ritterschlag für Barrick gleich. Die Nummer 2 der weltgrößten Goldunternehmen hat mit der Übernahme des Konkurrenten Randgold vor rund zwei Jahren ihr Port­folio an hochmargigen Goldprojekten mit einer langen Minenlaufzeit weiter ausgebaut und liefert sich mit Newmont Mining seit Jahren einen Wettstreit um die Marktführerschaft. Bis zu fünf Millionen Unzen Gold sollen im Gesamtjahr 2020 gefördert werden. Im dritten Quartal verbuchte die Gesellschaft mit einem freien Cashflow in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar ein neues Rekordergebnis und konnte bei Umsätzen von 3,54 Milliarden US-Dollar den bereinigten Nettogewinn auf 41 US-Cent je Aktie mehr als verdoppeln.

Equinox Gold: Minenblockade bremst Q3-Produktion aus


Mit der Förderung des ersten Goldes beim Castle-Mountain-Projekt in Kalifornien hat Equinox Gold im Oktober einen weiteren Meilenstein in der Firmenentwicklung erreicht. Das Projekt soll das neue Flaggschiff der Gesellschaft werden und in der zweiten Ausbauphase pro Jahr rund 200 000 Unzen Gold fördern. Insgesamt bis zu 3,6 Millionen Unzen Gold sollen in den kommenden 16 Jahren zu Gesamtkosten von lediglich 763 US-Dollar je Unze gefördert werden. Während in der Castle-­Mountain-Mine die Bänder anlaufen, stehen sie weiter südlich still. Wegen einer Blockade vonseiten der Anwohner steht die Los-Filos-Mine in Mexiko seit Anfang September still. Das drückte in den vergangenen Wochen nicht nur auf das Ergebnis, sondern auch auf den Aktienkurs. Die Kursschwäche stellt eine attraktive Einstiegschance dar. Mit insgesamt sieben produzierenden Minen und weiteren drei Projekten in der Entwicklung verfolgt das Management das Ziel, Equinox Gold in den nächsten Jahren zu einem Goldunternehmen mit einer Jahresproduktion von einer Million Unzen zu entwickeln.

K92 Mining: Top-Goldvorkommen im Pazifik


Seit K92 Mining im Oktober 2016 den operativen Betrieb beim Kainantu-Projekt auf Papua-Neuguinea, dem nach Indonesien und Madagaskar flächenmäßig drittgrößten Inselstaat der Erde, wieder aufgenommen hat, kann die Firma eine echte Erfolgsgeschichte schreiben. Die Produktionskapazität wurde in den vergangenen beiden Jahren von 47 000 Unzen Gold auf 120 000 gesteigert, während die Ressource von zwei Millionen auf 5,2 Millionen Unzen mehr als verdoppelt werden konnte. Mit 17 Gramm Gold je Tonne gehört das Projekt zu den fünf Vorkommen mit den weltweit höchsten Goldgehalten. Die nächsten Ziele sind klar: Operativ treibt K92 seine Pläne voran, die Produktion bis zum Jahr 2025 auf mehr als 330 000 Unzen pro Jahr zu erhöhen. Da­rüber hinaus sind mittlerweile zehn Bohrgeräte im Einsatz, um die Ressourcen ­auszuweiten. Ende Oktober meldete K92 Mining ermutigende Ergebnisse aus dem laufenden Bohrprogramm. Weitere Daten sollen in den nächsten Wochen folgen. Mit Blick auf den Nettovermögenswert hat die Aktie deutlich Luft nach oben.

Newmont Mining: Goldproduzent der Superlative


Die Nummer 1 der Branche hat ein außergewöhnlich gutes Quartal hingelegt. Die Produktion von 1,54 Millionen Unzen Gold bedeutete ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Während Newmont Mining die Konsensschätzungen der Analysten klar übertraf, lagen die Produktionskosten unter den Erwartungen. Das führte zu einem rekordhohen Free Cashflow von 1,1 Milliarden US-Dollar. Die Quartalsdividende steigt um 60 Prozent auf 40 US-Cent je Aktie. Schon in den vergangenen sechs Quartalen zahlte Newmont in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen mehr an seine Aktionäre zurück als die anderen vorgestellten Unternehmen zusammen. Bei der Spitzenstellung dürfte es in den nächsten Jahren bleiben. Nicht zuletzt dank der Übernahme von Goldcorp Anfang 2019 verfügt Newmont mit acht Weltklasse-­Assets über die beste Projektpipeline und mit 95,7 Millionen Unzen Gold über die größten Reserven der Branche, die für sich genommen eine stabile Produktion von über sechs Millionen Unzen pro Jahr sicherstellen.

Teranga Gold: Fusionsgespräche sorgen für Kursfantasie


Das Interesse von Endeavour Mining an einem sogenannten Zusammenschluss unter Gleichen mit Teranga Gold kommt für Branchenexperten nicht überraschend. Schon lange treibt Endeavour die Konsolidierung westafrikanischer Goldproduktionen voran und legte für die Firma Semafo mit ihren afrikanischen Produktionsstätten im März dieses Jahres eine Milliarde US-Dollar auf den Tisch. Zu den bestehenden sechs Minen, die eine Jahresproduktion von mehr als einer Million Unzen Gold zu Gesamtkosten von unter 900 US-Dollar je Unze ermöglichen, würden die Projekte von Teranga exzellent passen. Voraussichtlich 375 000 bis 400 000 Unzen Gold wird Teranga in diesem Jahr in den beiden Minen im Senegal und in Burkina Faso fördern. Bis 2023 soll die Produktion bei sinkenden Kosten um 40 Prozent steigen. Die nun bekannt gewordenen Fusionsgespräche verstärken für die Analysten von Cormark Securities lediglich das ohnehin schon attraktive Chance-Risiko-Verhältnis bei der Aktie. Für das Brokerhaus ist sie der Favorit innerhalb des Goldsektors.

Yamana Gold: Gute Zahlen und sinnvolle Akquisition


Schon mit den Zahlen zum dritten Quartal und dem besten operativen Cashflow seit Jahren konnte Yamana Gold glänzen und mit einem Nettogewinn von 10 US-Cent je Aktie die Analystenschätzungen hinter sich lassen. Dann ließ das Unternehmen mit der Ankündigung aufhorchen, den Branchenkollegen Monarch Gold übernehmen zu wollen. Wichtigstes Projekt von Monarch ist das Wasamac-Goldprojekt in Québec, bei dem bislang 2,6 Millionen Unzen Gold nachgewiesen wurden. Der Zukauf ist sinnvoll: Zum einen überzeugt Wasamac mit den ökonomischen Rahmendaten und soll, einmal in Produktion, über einen Zeitraum von elf Jahren hinweg jährlich 142 000 Unzen Gold zu niedrigen Gesamtkosten von 630 US-Dollar je Unze fördern. Zum anderen erhofft sich das Management aus der Übernahme Synergieeffekte durch die Nähe zum Canadian-Malartic-Projekt. Kanadas derzeit größte Tagebaumine wird von Yamana Gold im Rahmen eines 50-zu-50-Joint-Ventures gemeinsam mit Agnico Eagle betrieben und liegt nur rund 100 Kilo­meter vom Wasamac-Projekt entfernt.

Goldhändler im Test: Wo Sie Münzen und Barren am besten kaufen


"Nur Bares ist Wahres", sagt das Sprichwort. Viele Goldkäufer sehen das ähnlich und schätzen Münzen und Barren - etwas zum Anfassen eben. Ein Vorteil des physischen Goldbesitzes ist, dass Käufe unter 2000 Euro anonym bleiben und es nach einem Jahr Haltedauer keine Scherereien mit der Steuer gibt. Doch wo kauft man am besten? Die Antwort kennt das Deutsche Kundeninstitut (DKI). Bereits zum achten Mal haben die Tester des DKI im Auftrag des Finanzen Verlags die Qualität von Edelmetallhändlern unter die Lupe genommen. Bewertet wurden zehn der wichtigsten Anbieter nach 265 Einzelkriterien. Mit einem durchaus respektablen Ergebnis: Neben dem Testsieger Anlagegold24 erhielten weitere vier Häuser die Note "sehr gut". Durchgefallen ist kein einziger der getesteten Händler. Auch die Häuser auf den hinteren Plätzen schnitten "befriedigend" ab. Für die Rangliste waren vier Katego­rien entscheidend:

Preise/Konditionen (Gewichtung 30 Prozent): Verglichen wurden die Preise beim An- und Verkauf von Barren und Münzen mit einem Gewicht von jeweils einer Unze, zudem Zusatzgebühren wie Versandkosten.

Sicherheit/Transparenz (30 Prozent): Untersucht wurde, wie vertrauenswürdig und sicher der Handel ist und ob Informationen transparent bereitgestellt werden. Teil der Analyse war die Prüfung von Bilanz und Finanzkennziffern.Handel (20 Prozent): Hier waren vor allem die Sortimentsbreite (Umfang der angebotenen Edelmetalle) und -tiefe (Anzahl der Produkte je Edelmetallart) entscheidend. Service (20 Prozent): Beurteilt wurden Geschwindigkeit, Kompetenz und Freundlichkeit am Telefon und bei Kontakt per E-Mail und Facebook.


Bildquelle: BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE, BÖRSE ONLINE

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