EDELMETALLE

Gold und Silber: Wo Experten die Kursziele für 2014 sehen

Gold und Silber: Wo Experten die Kursziele für 2014 sehen
09.04.2014 07:29:00

Die Preise von Gold und Silber waren im ersten Quartal 2014 sehr volatil. Woher kommen die Turbulenzen, wie werden sich die Preise bis Jahresende entwickeln und wie hoch sollte der Anteil im Depot sein? BÖRSE ONLINE hat drei Rohstoffexperten gefragt. Von Alessia De Stefano


Interview mit Thorsten Polleit, Chefökonom der Degussa Goldhandel:


Thorsten Polleit

1. Wie erklären Sie sich die Turbulenzen bei den Gold- und Silberpreisen in den vergangenen Wochen?

Vermutlich gibt es eine Reihe von Erklärungen. Investoren verspüren Unsicherheit über den künftigen Konjunktur-, Zins- und Börsenverlauf. Hinzu kommen Krisenherde wie zum Beispiel die Entwicklungen auf der Krim und ihre möglichen Folgen. Vermutlich war es aber vor allem die Sorge vor Zinssteigerungen und deflationären Tendenzen, die die Edelmetallpreise jüngst wieder gedrückt haben.

2. Wie werden sich die Preise für Gold und Silber bis Ende 2014 entwickeln?

Der Goldpreis, vorsichtig geschätzt, scheint nicht überteuert zu sein im Vergleich zu anderen Vermögensanlagen. Zudem ist die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht überwunden. Mit dem Scheinaufschwung könnte es schon in der zweiten Jahreshälfte vorbei sein. Die Gefahr, dass die internationale Papiergeld- und Schuldenpyramide in sich zusammensackt, ist größer, als viele Investoren meinen. Am Jahresende könnten die Gold- und Silberpreise merklich höher stehen als heute.

3.Sehen Sie Gold eher als Versicherung oder als Anlageobjekt für Spekulationen?

Gold ist das ultimative Zahlungsmittel. Als solches kann man es in der Tat wie eine Versicherung für das Portfolio ansehen, die sich rechnet. Langfristig betrachtet weist der Goldpreis keine Korrelation mit zum Beispiel Aktienkursveränderungen auf. Gleichzeitig ist der Goldpreis in den letzten Jahrzehnten, wenngleich auch unter erheblichen Schwankungen, durchschnittlich um etwa 10 Prozent pro Jahr gestiegen.

4. Und was ist mit Silber? Sehen Sie das Edelmetall eher als Versicherung oder als Anlageobjekt für Spekulationen?

Silber ist vor allem auch ein Industriemetall. Sein Preis hängt dennoch eng an der Entwicklung des Goldpreises. Üblicherweise reagiert der Silberpreis sehr stark auf Veränderung des Goldpreises, nach oben wie nach unten. Investoren, die mit steigendem Goldpreis rechnen, könnten also erwägen, Silber zu kaufen.

5. Wie hoch sollte der Anteil von Gold und Silber im Depot sein?

Ein genauer Prozentsatz, der für jeden und alle Anleger passend ist, lässt sich vermutlich nicht nennen. Für den einen sind 10 Prozent, für den anderen 20 Prozent oder mehr passend. Jeder sollte jedoch zumindest einen Teil seines Vermögens in Gold halten. Papiergelder kommen und gehen. Gold bleibt.

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Bildquelle: Degussa Goldhandel GmbH , Landesbank Baden-Württemberg, unt

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