Der am Freitagabend veröffentlichte Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission war durch ein gestiegenes Interesse an Gold-Futures gekennzeichnet. Auf Wochensicht hat sich nämlich die Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) von 556.400 auf 568.900 Futures (+2,2 Prozent) erhöht und damit den höchsten Wert seit dreieinhalb Monaten markiert. Sowohl unter Großspekulanten (Non-Commercials) als auch unter Kleinspekulanten (Non-Reportables) nahm der Optimismus markant zu. Bei der kumulierten Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten schlug sich dies in einem Anstieg von 307.250 auf 320.900 Kontrakte (+4,5 Prozent) nieder. Angesichts des Goldpreiseinbruchs von über 100 Dollar innerhalb weniger Handelstage dürfte die Kauflaune der spekulativen Marktakteure mittlerweile allerdings wieder verflogen sein.

Die wachsende Zuversicht großer Terminspekulanten war zum einen auf den kräftigen Ausbau des Long-Engagements (plus 8.100 Futures) und zum anderen auf das leichte Aufstocken der Short-Seite (plus 2.300 Kontrakte) zurückzuführen. Dadurch kletterte deren Netto-Long-Position innerhalb einer Woche von 268.900 auf 279.300 Futures (+3,9 Prozent), den höchsten Stand seit März. Mit dem Optimismus der Kleinspekulanten ging es ebenfalls bergauf. Hier stellte sich bei der Netto-Long-Position ein Plus von 38.400 auf 41.600 Futures (+8,3 Prozent) ein.

Rekordjahr für australische Perth Mint


Die australische Münzprägeanstalt Perth Mint blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück. Gegenüber dem Vorjahr hat sich nämlich der Absatz goldener Barren und Münzen glatt verdoppelt, während bei Silber ein Plus von 42 Prozent erzielt worden war. Überwiegend positiv fällt auch der Ausblick für das Jahr 2021 aus. Zwar sehen die Verantwortlichen der Perth Mint einige potenzielle Belastungsfaktoren, diese würden aber weniger stark ins Gewicht fallen als die altbewährten Kaufgründe. Risikopotenzial räumen sie zum Beispiel im Falle eines starken Dollars ein. Außerdem könnten steigende Aktienmärkte das Interesse am zins- und dividendenlosen Gold dämpfen.

Doch die Zahl der Kaufargumente fällt laut Perth Mint deutlich höher aus. Wachsende Inflationsrisiken sowie ausgesprochen niedrige Anleiherenditen gehören zweifellos dazu. Mittlerweile böten weltweit lediglich 15 Prozent der Anleihen eine jährliche Rendite von mehr als zwei Prozent. Der weitaus größte Teil der Anleihen schafft es nicht einmal, die inflationsbedingte Geldentwertung zu erwirtschaften. Außerdem dürften wichtige Notenbanken höchstwahrscheinlich bis ins Jahr 2022 an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten. Ebenfalls interessant: An den Finanzmärkten scheint man mehrheitlich davon überzeugt zu sein, dass man dank der entwickelten Impfmittel das Schlimmste überstanden habe. Ad acta kann man die Pandemie aber noch nicht legen. Die bestehenden Unsicherheiten und daraus resultierende Rückschläge könnten eine Rückkehr auf den Wachstumspfad vergangener Jahre erschweren. Angesichts dieses potenziellen Rückenwinds blicken die Verantwortlichen bezüglich Gold relativ optimistisch in die Zukunft. Um das künftige Interesse an Gold "Made in Australia" machen sie sich daher keine Sorgen.

Aus charttechnischer Sicht hat sich die Lage mit dem Kursrutsch in Richtung 1.850 Dollar erheblich eingetrübt, da nun ein Test der langfristigen 200-Tage-Linie droht. Sollte sie markant verletzt werden, wäre dies als Verkaufssignal zu interpretieren. Wichtig zu wissen: In den vergangenen zwölf Monaten erwiesen sich solche Ereignisse bereits zweimal als "Bärenfalle" (Fehlsignal). Nach dem Anfang August erfolgten Überwinden der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 Dollar wechselte die Krisenwährung in den Seitwärtsmodus. Dessen untere Begrenzung verläuft bei ungefähr 1.800 Dollar, die zur Vermeidung charttechnischen Verkaufsdrucks möglichst nicht nachhaltig unterschritten werden sollte.