EDELMETALL-REPORT

Goldpreis: Starke Kaufwelle an den Terminmärkten - Was das bedeutet

Goldpreis: Starke Kaufwelle an den Terminmärkten - Was das bedeutet

WKN: 903869 ISIN: JP3305950002 CORONA CORP

08.10.2020 05:50:01

Am Freitagabend veröffentlichte die US-Aufsichtsbehörde CFTC in ihrem Commitments of Traders-Report einen kräftig gestiegenen Optimismus unter den spekulativen Marktakteuren. Von Jörg Bernhard

Bergab ging es allerdings mit dem allgemeinen Interesse an Gold-Futures, wo in der Woche zum 29. September bei der Anzahl offener Kontrakte (Open Interest) ein Rückgang von 575.900 auf 562.400 Futures (-2,3 Prozent) registriert worden war. Zum vierten Mal in Folge herrschte unter großen und kleinen Terminspekulanten keine einheitliche Stimmung. Während Großspekulanten (Non-Commercials) im Berichtszeitraum deutlich optimistischer geworden sind, nahm unter Kleinspekulanten (Non-Reportables) die Skepsis spürbar zu. Innerhalb einer Woche hat sich die kumulierte Netto-Long-Position (Optimismus überwiegt) großer und kleiner Terminspekulanten von 266.400 auf 286.200 Kontrakte (+7,4 Prozent) erhöht. Noch kräftiger nach oben ging es letztmals vor über drei Monaten.

Eine regelrechte Kaufwelle gab es unter den großen Terminspekulanten zu beobachten. Sie haben ihr Long-Exposure auf Wochensicht um 7.100 Futures aufgestockt und zugleich ihr Short-Engagement um 17.500 Kontrakte massiv zurückgefahren. Deren Netto-Long-Position hat sich dadurch von 219.100 auf 243.700 Futures (+11,2 Prozent) markant erhöht. Unter den Kleinspekulanten war hingegen eine wachsende Skepsis auszumachen. Innerhalb einer Woche reduzierte sich deren Netto-Long-Position von 47.300 auf 42.500 (-10,1 Prozent) recht deutlich.

Die in der zweiten Septemberhälfte zu beobachtenden Gewinnmitnahmen sind mittlerweile zum Erliegen kommen. Gemessen vom Anfang August markierten Rekordhoch von über 2.063 Dollar stellte sich damit in der Spitze ein Kursverlust von rund zehn Prozent ein. Unter fundamentalen Aspekten gab es kaum Gründe, um sich vom altbewährten Krisenschutz zu trennen. Das Gegenteil war eher der Fall, schließlich hat sich in vielen Ländern das Corona-Infektionsgeschehen verschlimmert und die kalten Wintermonate mit erhöhter Infektionsgefahr haben noch gar nicht begonnen. Durch die Infektion von US-Präsident Trump und zahlreicher Mitglieder seines Teams hat sich die Verunsicherung an den Finanzmärkten weiter verstärkt.

Gold erzielt zum achten Mal in Folge Quartalsgewinn


Unter Performanceaspekten erwies sich der September zwar als schlechtester Monat seit November 2016, Anleger sollten sich dadurch allerdings nicht verunsichern lassen. Blickt man nämlich quartalsweise zurück, gibt es gegenwärtig absolut keinen Grund zur Klage, schließlich verbuchte der Krisenschutz im dritten Quartal den achten Gewinn in Folge. Rote Vorzeichen gab es letztmals in Q3 2018 zu beklagen. Als Gründe für die technische Korrektur dürften in erster Linie Timingaspekte bzw. Gewinnmitnahmen anzusehen sein. Unter fundamentalen Gesichtspunkten überwiegen derzeit eindeutig die Kaufargumente. Der massive Anstieg der Schuldenberge sowie die negativen Realzinsen kann man als besonders wichtige Kaufgründe interpretieren. Aber auch geopolitische Krisenherde sowie Unsicherheiten in Bezug auf den anstehenden Brexit oder die Präsidentschaftswahlen in den USA sorgen für ein hohes Maß an Unsicherheit. Auf keinen Fall außer Acht lassen sollte man zudem das Corona-Virus, der das Bruttoinlandsprodukt in vielen Ländern regelrecht kollabieren ließ.

Aus charttechnischer Sicht kann man dem Goldpreis derzeit einen Kampf um die Marke von 1.900 Dollar attestieren. Sollte ihm ein Comeback in Richtung 1.950 Dollar gelingen, würde dies die charttechnischen Perspektiven und die Chancen auf neue Allzeithochs signifikant erhöhen. Ein Kursrutsch unter 1.700 Dollar wäre hingegen aus zwei Gründen extrem negativ zu werten. Erstens: In diesem Fall wäre mit dem Verletzen der langfristigen 200-Tage-Linie ein starkes charttechnisches Verkaufssignal ausgelöst worden. Zweitens: Außerdem hätte sich das gelbe Edelmetall dann von seinem Rekordhoch um 20 Prozent ermäßigt, was in der Chartlehre als "Bärenmarkt" - also lang andauernde Abwärtstendenz - definiert wird. Gegenwärtig überwiegen aber eindeutig die positiven Begleitumstände.

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