Goldpreis: Starkes Comeback der Terminmarktprofis - 03.02.21 - BÖRSE ONLINE
EDELMETALL-REPORT

Goldpreis: Starkes Comeback der Terminmarktprofis

Goldpreis: Starkes Comeback der Terminmarktprofis
03.02.2021 06:49:00

Sowohl große als auch kleine Terminmarkspekulanten sind in der Woche zum 26. Januar laut aktuellem Commitments-of-Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC deutlich optimistischer geworden. Von Jörg Bernhard

Mit dem allgemeinen Interesse an Gold-Futures ging es indes zum dritten Mal in Folge bergab. Innerhalb einer Woche hat sich die Anzahl offener Kontrakte - der sogenannte Open Interest - von 541.300 auf 534.600 Futures (-1,3 Prozent) reduziert. Die wachsende Zuversicht unter Großspekulanten (Non-Commercials) und Kleinspekulanten (Non-Reportables) haben bei der kumulierten Netto-Long-Position großer und kleiner Terminspekulanten (Optimismus überwiegt) zu einem Anstieg von 287.500 auf 298.950 Kontrakte (+4,0 Prozent) geführt.

Besonders signifikante Aktivitäten gab es unter großen Terminspekulanten zu beobachten. Sie haben nämlich ihre Long-Seite um 6.000 Futures aufgestockt und zugleich ihr Short-Exposure um 4.900 Kontrakte zurückgefahren. Dadurch hat sich deren Netto-Long-Position von 246.600 auf 257.500 Futures (+4,4 Prozent) kräftig erhöht. Kleinspekulanten sind im Berichtszeitraum ebenfalls zuversichtlicher geworden. Ihre Netto-Long-Position kletterte von 40.800 auf 41.400 Futures (+1,5 Prozent). Wichtig zu wissen: Die Turbulenzen bei der Gamestop-Aktie und damit verbundene Beinahe-Pleite des Hedgefonds Melvin Capital ist in dem Stimmungsbericht noch gar nicht enthalten, da dem Update stets die Daten vom Dienstag zugrunde liegen. Möglicherweise stärkt die Angst vor weiteren Finanzmarktmanipulationen die Anziehungskraft von Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

World Gold Council meldet Jahreszahlen


In der vergangenen Woche veröffentlichte der World Gold Council (WGC) aktuelle Zahlen zum Goldmarkt im vierten Quartal bzw. Gesamtjahr 2020. Das Wichtigste vorweg: Für die starke Performance des Goldpreises, der sich im Jahr 2020 um fast 25 Prozent verteuert hat, waren in erster Linie verunsicherte Investoren verantwortlich. Enorme Nachfrage gab es nämlich vor allem bei physisch hinterlegten Gold-ETFs zu beobachten, die insbesondere bei institutionellen Anlegern aufgrund niedriger Transaktionskosten und hoher Liquidität sehr beliebt sind.

Für das vierte Quartal wurden zwar Abflüsse im Volumen von 130 Tonnen gemeldet, auf Gesamtjahressicht verbuchten diese Wertpapiere dennoch einen Anstieg der Goldbestände von 398,3 Tonnen (2019) auf den Rekordwert von 877,1 Tonnen (+120 Prozent). Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2009 in Höhe von 646,1 Tonnen wurde somit problemlos übertroffen. Erhebliches Kaufinteresse gab es auch bei Goldbarren bzw. -münzen zu beobachten, welches allerdings durch eine schwache Entwicklung in China (-6 Prozent) und Indien (-11 Prozent) gebremst wurde. Dennoch verbuchte dieses Marktsegment ein Plus von 870,9 auf 896,1 Tonnen und somit gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von drei Prozent.

Alles andere als gut entwickelte sich im Jahr 2020 die Schmucknachfrage. Corona-bedingte Lockdowns haben nämlich einen markanten Einbruch der Nachfrage verursacht. Auf Jahressicht stellte sich nämlich ein Rückgang von 2.122,7 auf 1.411,6 Tonnen (-34 Prozent) ein. Auch hier waren China (-35 Prozent) und Indien (-42 Prozent) für das dicke Minus hauptverantwortlich. Doch damit nicht genug: Stark nachgelassen hat auch das Interesse der Notenbanken, wo die Nettokäufe gegenüber dem Vorjahr von 668,5 auf 272,9 Tonnen um 59 Prozent eingebrochen sind. Negative Vorzeichen gab es auch bei der Industrienachfrage zu beklagen. In diesem relativ unbedeutenden Marktsegment stellte sich innerhalb eines Jahres ein Minus von 326,0 auf 301,9 Tonnen (-7,4 Prozent) ein.

Besonders interessant: Der Goldpreis hat sich im vergangenen Jahr markant verteuert, obwohl bei der Goldnachfrage insgesamt ein Rückgang um 14 Prozent p.a. auf 3.759,6 Tonnen, den niedrigsten Wert seit elf Jahren, zu beklagen war. Doch Corona wirkte sich auch auf die Angebotsseite aus, wo ein Minus von 4.819,9 auf 4.633,1 Tonnen (-3,9 Prozent) und somit ein markanter Angebotsüberschuss zu beklagen war.

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